Personalia

Experten-Interview mit Max F. Jahn: Personalengpässe in der mittelständischen Hotellerie und Gastronomie gezielt meistern

Montag, 20.08.2012
Im Interview erläutert Max F. Jahn, geschäftsführender Gesellschafter der Jahn & Kollegen Unternehmensberatung die Top-Maßnahmen, um Engpässe in der Personaldecke in der mittelständischen Hotellerie und Gastronomie gezielt zu meistern
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Interviewer: „Herr Jahn, Sie sind bereits seit fast zwei Jahrzehnten in der Beratung, im Coaching und in der Schulung von mittelständischen Unternehmen im Bereich der Hotellerie und Gastronomie tätig und verfügen über eine fast vierzigjährige Berufserfahrung. Immer wieder hört man, dass vor allem der stetig zunehmende Fachkräftemangel dem Mittelstand in ganz Deutschland zu kämpfen macht. Was sagen Sie dazu?“

Max F. Jahn:
„Tendenziell ist diese Aussage richtig, jedoch ist dieses Phänomen nicht erst seit diesem Jahrzehnt aufgetreten, wie oftmals behauptet wird. Das Rezept dem Fachkräftemangel, aber auch anderen Personalengpässen wie dem Mangel an Saisonkräften entgegenzuwirken, lautet >Personalmanagement<.“

Interviewer:
„Herr Jahn, was genau verstehen Sie unter >Personalmanagement< in diesem Kontext und im Bezug zur mittelständischen Hotellerie und Gastronomie?“

Max F. Jahn: „Immer wieder habe ich und meine KollegenInnen in den letzten Jahren festgestellt, dass das persönliche Empfinden der eigenen betrieblichen Personaldecke von UnternehmerInnen sehr subjektiv beurteilt wird. Das heißt, bevor wir in der Beratung und im Coaching unserer Mandanten allgemeine Aussagen als Wahrheiten bewerten, setzen wir Produktivitätslisten ein, welche genaue Auskunft darüber geben, ob und wann Personalengpässe vorhanden sind. Dies ist der erste Schritt. Wir halten nichts von reinen symptombezogenen Empfehlungen, sondern wollen unseren Mandanten gezielt und konkret an den richtigen Stellen in ihrem Unternehmen unterstützen.“

Interviewer: „Wofür genau werden Produktivitätslisten eingesetzt?“

Max F. Jahn: „Produktivitätslisten sind ganz einfache Handwerkszeuge, einsetzbar in jedem Hotel oder Restaurant, in welchen festgehalten wird, wann wie viel Umsatz generiert wird und wie viel Mitarbeiterstunden dafür eingesetzt wurden. Im folgenden Schritt kann so festgestellt werden, ob Personalengpässe an einzelnen Uhrzeiten, Wochentagen, Wochen, Monaten oder gar chronisch das ganze Jahr über vorhanden sind und vor allem in welchen Bereichen. Es hat sich oft herausgestellt, dass nur einzelne Bereiche, ganz typisch sind hier der Service, die Küche und das Housekeeping, betroffen sind. Aber auch die Rezeption und das Facility Management, also die klassischen Hausmeistertätigkeiten zeigen immer wieder die gleichen Personalengpässe und den Fachkräftemangel auf.“

Interviewer: „Produktivitätslisten sind also eher für den langfristigen Erfolg gedacht. Wie unterstützen Sie Ihre Mandanten, wenn kurzfristig vor der Saison oder während der Saison Engpässe im Personalbereich aufkommen?“

Max F. Jahn:
„Wir unterstützen unsere Mandanten, aber auch die gesamte Branche mit schnell verfügbarem Personal, ideal im Augenblick für das aufkommende Weihnachtsgeschäft oder für das allgemeine Geschäft in den Hochsaisons Winter und Sommer. Aktuell haben bereits zahlreiche Mandanten durch unsere Kooperationspartner in der Personalbeschaffung ihre Personal-Engpässe erfolgreich bekämpft, ohne große Vorlaufzeiten. Uns ist es hier besonders wichtig, dass alles sehr fair zwischen unseren Mandanten, unseren Kooperationspartnern und vor allem den entsprechenden MitarbeiterInnen abläuft. Wir greifen hier vor allem auf ausländische Quellmärkte zurück, wo deutsche Sprachkenntnisse auf einem sehr hohen Niveau vorhanden sind, so dass diese Mitarbeiter in den entsprechenden Bereichen sofort einsetzbar sind. Als Qualitätsgarant durchlaufen diese verschiedene Stufen bis wir diese in die Vermittlung durch unsere Kooperationspartner aufnehmen lassen. Wir briefen vorab nochmals alle KandidatenInnen, d. h. da wir unsere deutschen und österreichischen Mandanten am besten kennen, wissen wir auch, welcher Kandidat für welches Hotel- und / oder Restaurant am besten geeignet ist.“

Interviewer: „Haben Sie noch einen letzten Tipp für unsere Leser, was Hotels und Restaurants im Bereich Personalmanagement langfristig unternehmen sollten?“

Max F.
Jahn: „Immer wieder stellen wir auch fest, dass einige es schaffen sich auf die neuen „Ausbildungsmöglichkeiten“ einzustellen und diese auch schon sehr erfolgreich nutzen, andere halten nach wie vor ganz klassisch am Ausbildungsplatz fest. Vor allem in ländlichen Regionen, wo der Anreiz für junge Menschen nicht ganz so groß ist, eine Ausbildung zu beginnen, empfehlen wir die Kooperation mit Bildungsakademien, wo junge Menschen theoretisch beim jeweiligen Bildungsträger (hauptsächlich Berufsakademien) lernen und praktisch beim Arbeitgeber bzw. Ausbildungsbetrieb arbeiten, um im Anschluss an die Ausbildung einen Bachelor-Abschluss zu erlangen. Zum einen ist dies ein moderner neuer Weg künftig MitarbeiterInnen zu finden und zum anderen die Antwort auf die Anforderungen, welche junge Menschen heutzutage an den Ausbildungsbetrieb und nachhaltige Arbeitgeber stellen.“

Interviewer:
„Vielen Dank für das Interview und Ihre informativen Ausführungen.“


Jahn & Kollegen UG (haftungsbeschränkt)
Herr Max F. Jahn
Ölergässle 15 a
79227 Schallstadt (bei Freiburg)

Telefon: 07664 600442
Fax: 07664 600491
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