Erntedank 2010? Gemeinsames Essen verliert an Bedeutung
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Erntedank 2010? Gemeinsames Essen verliert an Bedeutung

04.10.2010 | Nestlé Deutschland AG
Veränderte Esskultur in Deutschland lässt gesellschaftlichen Zusammenhalt schwinden -          Erntedank 2010? Lebensmittel und gemeinsames Essen verlieren Bedeutung- Vereinsamung der Gesellschaft beginnt am Esstisch
Frankfurt, 30. September 2010 – Am 3. Oktober ist Erntedankfest – traditionelles Symbol für die Wertschätzung der Ernteerträge, der Ernährung und des gemeinschaftlichen Essens. Doch durch Urbanisierung, beschleunigte und entstrukturierte Alltagsabläufe, veränderte Anforderungen an Beruf und Alltag und damit die beständige Zunahme von Stressfaktoren hat nicht nur dieser Feiertag an Bedeutung für viele Menschen verloren. Vielmehr tritt die Wertschätzung für Essen in Gemeinschaft auch im ganz alltäglichen Leben immer stärker in den Hintergrund. Eine Untersuchung des Nestlé Zukunftsforums (NZF) hat gezeigt, dass Ernährung in vielen gesellschaftlichen Bereichen ihre Rolle als „sozialer Kitt“ bereits verloren hat: Das aktuelle Ernährungsverhalten und die veränderte Esskultur führen zu einem zunehmenden Verlust des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
 
Deutschland is(s)t einsam
 Der interdisziplinäre Beirat des NZF, einer Expertengruppe rund um die ehemalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt, hat sich mit dieser Wechselwirkung zwischen Ernährungsverhalten und gesellschaftlichem Zusammenhalt auseinandergesetzt. „Die Vereinsamung nimmt zu, Sozial- und Sprachkompetenzen von Kindern und Jugendlichen nehmen ab, weil das gemeinsame Tischgespräch entfällt. Die Spaltung der Gesellschaft vertieft sich, weil gemeinsames Essen mit Familie und Freunden immer seltener Verluste an anderen Stellen ausgleicht und weil Essgewohnheiten Schichtzugehörigkeit verstärken“, so das Ergebnis einer Studie vom Denkwerk Zukunft im Auftrag des Nestlé Zukunftsforums.
 
Veränderungen in der Gesellschaft erfordern neue Ernährungskultur
Alltagshektik, Berufsstress und soziale Einsamkeit tragen besonders in Städten dazu bei, dass immer weniger Menschen so essen, wie sie es eigentlich wollen. Für rund drei Viertel der deutschen Bevölkerung ist Essen zwar eine wichtige Genussquelle. Dabei bewerten über 80 Prozent der Frauen und Männer in Deutschland das gemeinschaftliche Essen mit der Familie oder mit Freunden als „am schönsten“. Jedoch ernähren sich 75% der Menschen in Deutschland nicht so, wie sie eigentlich gerne wollen. 88% der Menschen geben an, gerne mehr in Gemeinschaft essen zu wollen, viele tun oder können es aber nicht.Gründe sind die Alterung der Gesellschaft, die zunehmende soziale Wohlstandsschere und soziale Differenzierung, eine starke Zunahme von Single- und Zwei-Personen-Haushalten, veränderte Alltagskultur und zunehmende Mobilität. Damit sind insbesondere sozial schwache Familien, Alleinlebende, Berufstätige und ältere Menschen von dieser Entwicklung betroffen.

Insbesondere in Städten führen zunehmende Mobilitätsanforderungen und die Herausforderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu veränderten Essgewohnheiten: Die Menschen ernähren sich häufig in hektischer Atmosphäre. Die Nahrungsaufnahme dient ausschließlich dem Sattwerden, der Wert des Essens wird nicht mehr gewürdigt. Und fast jede dritte Person in Deutschland lebt heute in Städten.
 
Modernes „Erntedank“ kann möglich sein
Das NZF ist überzeugt, dass es auch und insbesondere unter den sich veränderten Bedingungen und Bedürfnissen einer dynamischen, modernen Gesellschaft  möglich sein kann und muss, die Bedeutung und Wertschätzung von Ernährung und gemeinsamen Essen wieder zu erhöhen. Der Expertenbeirat folgt einer klaren Erkenntnis: Unsere Esskultur konnte bislang den tiefgreifenden und schnellen Veränderungen in unserer Gesellschaft nicht folgen. Um die Wertschätzung für gemeinsames Essen wiederzuerlangen, muss sich die Esskultur den Anforderungen der modernen Gesellschaft anpassen.

Daher will der NZF-Beirat mit konkreten Forderungen an Politik und Wirtschaft Impulse für eine neue soziale Kultur der Ernährung anstoßen. So braucht es aus Sicht des NZF u.a. neue Orte, die „Social Food“ fördern, Produkte und Dienstleistungen, die die Work-Life-Food-Balance verbessern, Informationskampagnen, die die Bedeutung von Ernährung als sozialen Kitt hervorheben und eine Verbesserung der Atmosphäre in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung. „Gemeinsam müssen wir Plattformen, Services und Produkte schaffen, die die Wertschätzung der Lebensmittel steigern und die dazu beitragen, mehr Zeit für gemeinsames Essen und Kochen zu gewinnen“, so Gerhard Berssenbrügge, Vorstandsvorsitzender der Nestlé Deutschland AG.
 
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