Thüringer Dorfkneipen und Traditionsgaststätten sterben aus
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Thüringer Dorfkneipen und Traditionsgaststätten sterben aus

06.09.2012 | DEHOGA Thüringen e.V.
Vor allem auf den Dörfern werden sie immer seltener: Die urigen Thüringer Kneipen
Ein erschreckender Negativtrend zeichnet sich in Thüringen ab: Die traditionelle Gastronomie stirbt aus. In 5 Jahren (2006 - 2010) musste jeder 7. Gastronom sein Unternehmen schließen.

Laut Unternehmensregister des Thüringer Landesamtes für Statistik sank die Zahl der Gastronomiebetriebe in Thüringen im Zeitraum der Jahre 2006 bis 2010 um 7,5 Prozent. Kontinuierlich verringerten sich die gastronomischen Unternehmen von 5.631 Betrieben im Jahr 2006 auf 5.211 im Jahr 2010. Massiv betroffen waren die Schankwirtschaften mit -12,3 Prozent und die getränkegeprägte Gastronomie mit -11,5 Prozent. Mit 20 Prozent gehören auch die Diskotheken und Tanzlokale zu den Verlierern.

"Besonders auf dem Land zeichnet sich ein Kneipensterben ab. In vielen Thüringer Gemeinden gibt es mittlerweile überhaupt keine Gaststätte mehr", beklagt Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Thüringen. "Die Ursachen sind vielfältig. Natürlich spielen der Bevölkerungsrückgang auf dem Land und der Mobilitätszuwachs eine Rolle. Aber vordergründig wirkt sich hier eine offensichtliche Wettbewerbsverzerrung durch die inzwischen fast professionelle gastronomische Versorgung in vielen Vereinsheimen oder bei der Durchführung von Großveranstaltungen aus und das teilweise ohne Steuern und Sozialabgaben zu zahlen", ist Ellinger überzeugt.

"Nach wie vor macht aber ebenso das bestehende Rauchverbot, gerade in der getränkegeprägten Kleingastronomie, und die hohen GEMA-Gebühren den Gastronomen und insbesondere den Unterhaltungsbetrieben zu schaffen. Der Umsatzverlust durch die verkürzte Aufenthaltsdauer und die ausbleibenden Gäste konnte bei weitem nicht kompensiert werden. Bei den geringen Renditeaussichten finden sich, vor allem auf dem Land, einfach keine Betreiber mehr."

Auch die Thüringer Hotellerie hatte in den vergangenen Jahren Verluste zu verzeichnen. So meldeten 5,3 Prozent der Beherbergungsunternehmen von 2006 bis 2010 ihr Gewerbe ab. Mit 9,5 Prozent nahmen laut Statistik die Zahl der Gasthöfe und mit 7,6 Prozent die Zahl der Hotels am meisten ab.

"Steigende Betriebskosten und wenig Spielraum bei der Preisgestaltung belasten die Hoteliers und Gastgeber. Insbesondere die zunehmenden Kosten bei Lebensmitteln und im Energiebereich lassen die Erträge schrumpfen und wenig Handlungsspielraum frei", verdeutlicht die Präsidentin des DEHOGA Thüringen, Gudrun Münnich.

"Natürlich hängt die Geschäftsentwicklung auch in starkem Maße von den gegebenen Wettbewerbsbedingungen, der Marktlage und der eigenen Vermarktung ab. Letztendlich entscheidet der Gast. In der heutigen Sparmentalität wird die Buchungsentscheidung jedoch häufig über den Preis getroffen. Für den Unternehmer bleibt vom Umsatz dann oftmals nicht mehr viel übrig."

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