Die Herausforderungen für einen Einstieg in die Gastronomiebranche
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Die Herausforderungen für einen Einstieg in die Gastronomiebranche

17.02.2015 | Emily Berger

Der Wunsch eines eigenen Gastronomiebetriebes ist vielen Menschen nicht fremd. Ein kleines Bistro in einer schönen Seitengasse oder eine hippe Kneipe mitten in der Innenstadt einer Metropole: Der Traum, sein eigener Chef zu sein und gleichzeitig anderen Menschen Freude zu bringen, hat etwas Erfüllendes an sich. Damit der Start in diese Branche gelingt, müssen Interessierte jedoch einige Dinge beachten

Almhütte auf dem Süllberg in Hamburg-Blankenese / Bildquelle: Sascha Brenning - Hotelier.de
Almhütte auf dem Süllberg in Hamburg-Blankenese / Bildquelle: Sascha Brenning - Hotelier.de

Wer nichts wird, wird Wirt - ein unschönes Vorurteil, das nicht viel mit der Realität zu tun hat. Eine erfolgreiche Existenzgründung ist - egal in welcher Branche - kein Pappenstiel. Das gilt insbesondere für ein neu eröffnetes Café, Restaurant oder eine Kneipe. Viele von ihnen sind genauso schnell von der Erde verschwunden, wie sie aufgetaucht sind. Der Grund: mangelndes Wissen und eine schlechte Vorbereitung.

Daten zur Branche

Bevor man den Einstieg in die Gastronomiebranche wagt, sollte man sich mit der Materie befassen. Das Statistische Bundesamt stellt einige Daten zur Branche (Stand 2012) zur Verfügung:

  • das Gaststättengewerbe umfasst rund 158.000 Unternehmen
  • 77.000 Restaurants mit klassischer Bedienung
  • Jahresumsatz liegt bei durchschnittlich 260.000 Euro
  • Jahresumsatz je Beschäftigten liegt im Schnitt bei 30.000 Euro
  • Gewinnmarge beträgt 16 Prozent

Nicht noch ein 0815-Betrieb

Wenn der neue Gastronomiebetrieb nicht funktioniert, liegt es häufig an der fehlenden Attraktivität. Gründer müssen von Anfang an überlegen, wie sie die Branche mit ihrem Konzept beflügeln können. Niemand wird sich für ein neues Restaurant interessieren, wenn es dasselbe Essen anbieten, wie 20 andere in derselben Stadt. Nachfolgend einige unkonventionelle Ideen, mit denen Gründer rund um den Globus erfolgreich sind:

  • Essen aus der Kloschüssel: Es klingt wenig appetitlich, doch in Taiwan ist ein modernes Restaurant zu finden, wo die Gäste auf Kloschüsseln Platz nehmen und speisen. Grüner Tee wird sogar in einem Urinbecher serviert. Natürlich handelt es sich bei den Tellern lediglich um kleine Gefäße, die Kloschüsseln ähneln. Bei den Touristen und der Jugend kommt das Restaurant sehr gut an.
     
  • Katzen-Café: Katzenliebhaber haben im Café Nekorobi in Tokio die Möglichkeit, nach Zahlung eines Eintrittsgeldes, ein heißes Getränk zu sich zu nehmen, während sich ihr tierischer Begleiter mit Gleichgesinnten austobt.
     
  • Überraschung hoch drei: Im New Yorker Momofuku Ko Restaurant kommen Menschen, die Überraschungen lieben, voll auf ihre Kosten. Ein Besuch ist nur möglich, wenn man sich per Internet im Voraus anmeldet. Festlegen kann man nicht, wo man sitzt, geschweige denn, wer der Sitzpartner ist. Selbst das Essen darf man sich nicht aussuchen, denn jeden Tag gibt es ein neues Menü.

Was die drei genannten Gastronomiebetriebe ganz klar gemeinsam haben, ist ihre einzigartige Idee, die sie von der Konkurrenz abheben. Wer eine solche Idee finden kann und diese richtig umsetzt, der hat den ersten Schritt zu einem erfolgreichen Unternehmen getan.

Die Kosten ermitteln und finanzieren

Eine gute Idee alleine ist noch lange kein Garant für Erfolg. Viele Unternehmen scheitern aufgrund der Finanzen. Die Kostenermittlung für einen Gastronomiebetrieb ist ein schwieriges Unterfangen, welches man ohne entsprechendes Wissen nicht alleine schafft. Professionelle Hilfe kann eine Absicherung sein, dass die Rechnung tatsächlich der Realität entspricht.

Im Rahmen der Kostenermittlung müssen Gründer auch ermitteln, ob sie einen geeigneten Ort mieten, pachten oder gar neu bauen möchten. Beim Neubau kommen weitere Kosten hinzu, unter anderem für einen Architekten, das zu bebauende Land, Materialien und vieles mehr. Gerade beim Architekten schrecken viele Gründer zurück, mit dem Glauben, er würde zu viel kosten.

Wie dieser Artikel erklärt, unterliegen Architekten allerdings einer Honorarordnung (HOAI), die nur wenig Spielraum offen lässt. Gründer können mithilfe eines Rechners von Anfang an berechnen, wie hoch das Honorar für einen Architekten ausfallen könnte, sodass es sich um sehr kalkulierbare Kosten handelt.

Wenn es nicht am Honorar für den Architekten oder der Miete scheitert, liegt es oft an einem schlichtweg unzureichenden Budget für das gesamte Projekt. Für eine Finanzierung benötigen die meisten Menschen ein Darlehen von ihrer Bank - und dafür müssen sie gewisse Kriterien erfüllen. Nur wenige Menschen wissen, dass es spezielle Fördermittel gibt. Interessierte sollten Informationen beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie einfordern.

Rechtliche Besonderheiten der Branche

Sobald die zündende Idee gefunden wurde und die Versicherung gesichert ist, müssen sich Gründer nur noch um die rechtlichen Besonderheiten dieser Branche informieren, denn diese sind nicht ganz unproblematisch. So werden für die Existenzgründung im Gaststättengewerbe alle möglichen Lizenzen benötigt:

  1. Gaststättenerlaubnis: Beim Gewerbe- oder Ordnungsamt können Gründer eine Gaststättenerlaubnis beantragen, um alkoholische Getränke servieren zu dürfen.
  2. Gewerbeaufsicht: Für die Räumlichkeiten gelten viele Vorschriften, Informationen gibt es bei der Gewerbeaufsicht.
  3. Bauliche Veränderungen: Für bauliche Veränderungen muss das zuständige Bauamt kontaktiert werden.
  4. Gesundheitsamt: Gründer und Mitarbeiter erhalten beim Gesundheitsamt Gesundheitszeugnisse.
  5. Hygienevorschriften: Die Gastronomie besitzt strenge Hygienevorschriften, die Gründer einhalten müssen.
  6. Ausbildung: Unter Umständen ist bei der IHK eine Gaststättenunterrichtung zu absolvieren.
  7. Musik: Zum Abspielen von Musik, Video und Co. ist eine Anmeldung bei der GEMA notwendig.
  8. Andere Bestimmungen: Weiterhin sind das geltende Rauchverbot sowie die Vorschriften des Jugendschutzgesetzes zu beachten.

Tipps von Hotelier.de

Wie unschwer zu erkennen ist, umfasst die Gründung eines Gastronomiebetriebes zahlreiche Formalitäten. Interessierte sollten sich deshalb vor der Gründung umfassend informieren, welche Formalitäten sie benötigen, um rechtlich abgesichert zu sein.

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