Die Hamburger Speisekarte von anno dazumal - heute voll im Trend
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Die Hamburger Speisekarte von anno dazumal - heute voll im Trend

29.10.2015 | Wolfgang Ahrens Hotelier.de

Einige Gerichte sind untergegangen, anderes gibt es in abgewandelter Form — die Hamburger Speisekarte begeistert mit bodenständigen Zutaten aus der Region

Landungsbrücken in Hamburg bei Nacht - hier gibt es  Fisch Speisekarten mit exzellenter Auswahl!
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Los ging es früher mit dem Hamburger Rundstück — über dreihundert Jahre ist es nun her, als das erste Hamburger Rundstück, also ein Frühstücksbrötchen, auf den Tisch kam. Und die in einem mit Holz und Kohle beheizten Backofen hergestellten Rundstücke waren auch noch knuspriger, weil sie eine höhere Hitze bekamen.

Sie waren auch Grundlage der Hamburger Frikadellen, die mit den alten Rundstücken, Beefsteakhack, Ei und Zwiebeln gemacht wurden. Die werden ganz besonders lecker, wenn man sie noch einmal in kleinen Zwiebelstückchen wälzt und scharf brät — die dunkelbraunen Zwiebeln geben einen Duft ab, dass einem schon von weitem das Wasser im Mund zusammen läuft.

Für den großen Hunger am Morgen gibt es das ‚Hamburger Butterbrot, das ist ein halbes Rundstück mit Belag und einer Scheibe Schwarzbrot obendrauf. Schon Heinrich Heine wusste: bei den Hamburgerinnen trifft Amor mit den Liebespfeilen nicht ins Herz, sondern den Magen. Na ja, Liebe soll ja auch bekanntlich durch den Magen und die Hamburgerinnen gingen also damals schon schraf ran, jedenfalls beim Essen :-)

Fisch auf der Hamburger Speisekarte

Damals stand noch die Mockturtlesuppe auf der Hamburger Speisekarte — heute wissen wir es besser und schlürfen eventuell Austern am Hummerstand im Hanseviertel beim Jungfernstieg. Schon zu der Zeit gab es die Fischbratkette Daniel Wischer, der Anfang des 20. Jahrhunderts noch Daniel Wischer hieß. Und das sollte man sich auch wirklich einmal gönnen: Fischfilet mit Hamburgs bestem Kartoffelsalat. Der sieht ganz schier aus, keine Zwiebeln und Gürkchen sind zu sehen und schmeckt fantastisch. Das Rezept dafür rücken die Fischbratbetriebe nicht heraus, aber wir tippen darauf, das Zwiebeln mit Fleischbrühe bei kleiner Flamme so lange gekocht werden, bis sie sich aufgelöst haben. Wer Lust hat, geht in die Stein- oder Spitaler Straße gleich beim Hauptbahnhof in eine Filiale von Wischer und probiert den Backfisch inkl. Kartoffelsalat.

Nicht vergessen darf man die Hamburger Aalsuppe. Da wird erst ein Schinkenknochen ausgekocht mit einem Bund Suppengemüse. Dazu kommen zum Schluss Mehlklöße und Backobst, bei dem auf jeden Fall Trockenpflaumen dabei sein müssen für den herzhaften, süß-sauren Geschmack. Wer keinen Fisch mag, lässt die Aalstückchen weg. Dieses Suppengericht ist im Winter eine gute Speise, um sich richtig durchzuwärmen. Hier eine Liste von Hamburger Restaurants, die Hamburger Aalsuppe im Programm haben: http://www.speisekarte.de/hamburg/restaurantsuche/essen/aalsuppe Wer Fisch nicht mag, bestellt ‚Saure Suppe‘ und bekommt dann eine Terrine mit Gemüse, Obst und Rauchfleisch allererster Güte.

Die Hamburger Speisekarte mit Süß-Sauren Mahlzeiten

Tja, leider gibt es den über 100 Jahre alten Hamburger Ratsweinkeller nicht mehr, der nun Parlament heißt. Im alten Ratsweinkeller gab es Linsensuppe mit Rippchen und Wurzelgemüse — mit einem Hauch Honig und Essig eine Delikatesse. Jetzt gibt es im Parlament „Holsteiner Alltag” — das sind sauer eingelegte Bratheringe mit Remouladensauce, Bratkartoffeln und Salatgarnitur. Und natürlich gibt es da die berühmte ‚Hamburger Grütze‘ aus dem Saft von Himbeeren und Johannisbeeren oder im Sommer Erdbeerstückchen und Rhabarbersaft.

Im Winter empfehlen wir Birnen, Bohnen und Speck — hier geben die Birnen den fruchtigen, leicht säuerlichen Geschmack, der die Geschmacksnerven und den Magen gleichzeitig pflegt. Und zur Weihnachtszeit darf die Gänsekeule nicht fehlen mit Rotkohl und Klößen, süß sauer, klar. Zum Schluss geben wir natürlich noch einen Hinweis zum Hamburger Labskaus — nicht Jedermanns Sache. Der ist aus einem Stampf von Pökelfleisch, zerkleinerten Salzhering, Kartoffeln und Roten Beeten. Doch Vorscht: ist der Labskaus zu rötlich, dann hat der Koch am Fleisch gespart und mehr billigere rote Beete zugesetzt.

Alle Gerichte der Hamburger Speisekarte sind leicht bekömmlich und außer der Gans auch nicht besonders kalorienreich. Die vielen Früchte und das Gemüse sind übrigens aus der Marsch oder dem Alten Land, dem größten Obstanbaugebiet Europas. Machen Sie nach dem Besuch eines Hamburger Restaurants einem Spaziergang an der Elbe - die Brise von der Nordsee ist gratis mit viel jodhaltiger Luft und dadurch extra gesund! Dann ist das Leben perfekt wie es nur an der Waterkant sein kann!

Tipps für Gastronomen

Bücherhinweise: Rundstück warm mit Schüh: Geschichten aus dem alten Hamburg von Alwin Bellmann

                             

Tags: Hamburg, Restaurant, Nordsee

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