Berthold Kempinski auf dem jüdischen Friedhof Berlin Weißensee
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Berthold Kempinski auf dem jüdischen Friedhof Berlin Weißensee

14.12.2017 | Wolfgang Ahrens Hotelier.de

Zufällig beim Spazierengehen gefunden - das Grab von Berthold Kempinski

Lange Spaziergänge im Herbst und Winter sind gut für Körper und Geist. Beim letzten Berlinbesuch im Dezember ging es in den östlichen Stadtteil Weißensee, dessen Name vielen wohl eher durch die gleichnamige Fernsehserie bekannt sein mag.

Auf Einladung eines Bekannten stand auch der Besuch des jüdischen Friedhofs Berlin Weißensee auf dem Programm. Er zählt zu den größten und schönsten der jüdischen Friedhöfe Europas. Bitterlich kalt und dunkel bis neblig war es diesen Sonntag, den 10. Dezember 2017. Mit großem Respekt nimmt man hier auch die vielen jüdischen Soldaten zur Kenntnis, die im 1. Weltkrieg gefallen sind. Nur 20 Jahre später fielen sie der gleichen bitteren Ächtung anheim wie das ganze jüdische Volk in Deutschland. Auch wenn man schon aus Gründen der Friedhofsordnung eine Kopfbedeckung tragen muss, nimmt man sie hier doch innerlich ab, um dem Geschehenen seine Demut anzubieten.

Viele bedeutende Persönlichkeiten liegen auf dem Friedhof und bei Namen wie von der Familie Einstein, Stefan Heym, Alex Tucholsky und vielen anderen bleibt man stehen und sucht nach Erinnerungen. Im Feld T2 dann das Ehrengrab von Berthold Kempinski. Er wurde in Raschkow (Polen) geboren, starb am  14. März 1910 in Berlin und begründete als deutsch-jüdischer Weinhändler und Gastronom mit seinem Bruder die Kempinski Legende. Die Grabstätte hat ein besonderes Merkmal, denn das Gesicht von Berthold Kempinski befindet sich hinter einer verschließbaren, gusseisernen Platte, die geöffnet werden kann.

Als Tätiger in der Hotelbranche hält man an so einem kalt-grauen Tag noch einmal mehr inne und die Vergänglichkeit allen Seins findet Halt in der Anerkennung so großen Schaffenswillens solcher Persönlichkeiten. Dieser Friedhof ist einen Besuch immer wert - im Sommer wird es ein bisschen gemütlicher sein. 

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Tags: Geschichte, Vita Berthold Kempinski

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Berthold Kempinski auf dem jüdischen Friedhof Berlin Weißensee

Lange Spaziergänge im Herbst und Winter sind gut für Körper und Geist. Beim letzten Berlinbesuch im Dezember ging es in den östlichen Stadtteil Weißensee, dessen Name vielen wohl eher durch die gleichnamige Fernsehserie bekannt sein mag.. Auf Einladung eines Bekannten stand auch der Besuch des jüdischen Friedhofs Berlin Weißensee auf dem Programm. Er zählt zu den größten und schönsten der jüdischen Friedhöfe Europas. Bitterlich kalt und dunkel bis neblig war es diesen Sonntag, den 10. Dezember 2017. Mit großem Respekt nimmt man hier auch die vielen jüdischen Soldaten zur Kenntnis, die im 1. Weltkrieg gefallen sind. Nur 20 Jahre später fielen sie der gleichen bitteren Ächtung anheim wie das ganze jüdische Volk in Deutschland. Auch wenn man schon aus Gründen der Friedhofsordnung eine Kopfbedeckung tragen muss, nimmt man sie hier doch innerlich ab, um dem Geschehenen seine Demut anzubieten.. Viele bedeutende Persönlichkeiten liegen auf dem Friedhof und bei Namen wie von der Familie Einstein, Stefan Heym, Alex Tucholsky und vielen anderen bleibt man stehen und sucht nach Erinnerungen. Im Feld T2 dann das Ehrengrab von Berthold Kempinski. Er wurde in Raschkow (Polen) geboren, starb am  14. März 1910 in Berlin und begründete als deutsch-jüdischer Weinhändler und Gastronom mit seinem Bruder die Kempinski Legende. Die Grabstätte hat ein besonderes Merkmal, denn das Gesicht von Berthold Kempinski befindet sich hinter einer verschließbaren, gusseisernen Platte, die geöffnet werden kann.. Als Tätiger in der Hotelbranche hält man an so einem kalt-grauen Tag noch einmal mehr inne und die Vergänglichkeit allen Seins findet Halt in der Anerkennung so großen Schaffenswillens solcher Persönlichkeiten. Dieser Friedhof ist einen Besuch immer wert - im Sommer wird es ein bisschen gemütlicher sein. . Tipps. Adlon Berlin. Berühmte Personen der Gastronomie. Biografie von Berthold Kempinski. Lage Jüdischer Friedhof Berlin Weißensee. Weißensee Fernsehserie (Amazon). Tags: Geschichte, Vita Berthold Kempinski
hotelier.de
Kommentare
Jacob Rumia schrieb am

Sehr geehrter Herr Ahrens, vielen Dank für Ihren anschaulichen Bericht. Ihr vortrefflicher Schreibstil erinnerte mich an den Schriftsteller Joseph Roth, dessen Geburtsort in Brody bei Lemberg ebenfalls einen interessanten jüdischen Friedhof beherbergt. Ich stelle mir vor, wie Sie tief in Gedanken versunken über den jüdischen Friedhof in Berlin geschlendert sind und das bei diesem unangenehmen Wetter. Aber unabhängig davon ist dieser Friedhof eher für Zeitgenossen gedacht, die das Schlendern und Bummeln einem irrational anmutenden Davonlaufen den Vorzug geben. Ich selber besuche auf meinen Reisen auch gerne den jüdischen Friedhof in der deutschen Hauptstadt weil er historisch und philosophisch so ungemein stimuliert und eine angenehme Stille und Ruhe erzeugt. "Der Unschuld wahre Heimat" findet sich in keinem Hotelzimmer dieser Welt, sondern nur im Himmel. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, Herr Ahrens, noch eine schöne Weihnachtszeit und freue mich auf weitere Reiseeindrücke von Ihnen im neuen Jahr.

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