Der Gastronomie Gasherd im Fadenkreuz der Gasnetzbetreiber
Kostenlose Anfragen an unsere Lieferanten stellen und Preisinformationen erhalten

Der Gastronomie Gasherd im Fadenkreuz der Gasnetzbetreiber

11.03.2019 | EWE AG

Gasgeräte und speziell Gasherde in Gastronomie und Hotels weisen häufig Mängel auf – Sperrungen drohen

Gasgeräte brauchen häufig nur neue Brennerdüsen für das H-Gas. / Bildquelle: Alle Bilder EWE NETZ GmbH
Gasgeräte brauchen häufig nur neue Brennerdüsen für das H-Gas. / Bildquelle: Alle Bilder EWE NETZ GmbH
Gasmonteure bemängeln immer häufiger Geräte in gewerblichen Küchen.
Gasmonteure bemängeln immer häufiger Geräte in gewerblichen Küchen.
Niels Neunaber, technisch verantwortlicher Mitarbeiter für die Erdgasumstellung bei EWE Netz GmbH
Niels Neunaber, technisch verantwortlicher Mitarbeiter für die Erdgasumstellung bei EWE Netz GmbH

Gasnetzbetreiber überprüfen derzeit Millionen Erdgasgeräte. Betroffen sind Gaskunden in Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Dabei decken die Monteure in Hotellerie und Gastronomie immer wieder technische Mängel an den Gasgeräten auf. Die Folgen sind für Betroffene häufig dramatisch: gesperrte Gasherde und -heizungen.

Das war eine klare Ansage aus den Niederlanden: Schon in wenigen Jahren liefert das Königreich sein sogenanntes L-Erdgas nicht mehr nach Deutschland. Die Folge: Über 40 deutsche Gasnetzbetreiber müssen derzeit den Hebel umlegen – auf alternatives H-Erdgas aus Norwegen und Russland.

Einer der größten betroffenen Gasnetzbetreiber ist die EWE Netz GmbH aus Oldenburg in Niedersachsen. „Allein wir müssen rund 700.000 Erdgasgeräte einzeln überprüfen und bei Bedarf an das H-Gas anpassen - unabhängig davon, bei wem die Kunden ihre Gasrechnungen bezahlen“, erklärt Niels Neunaber, technisch verantwortlicher Mitarbeiter für die Erdgasumstellung bei EWE Netz GmbH.

Darum müssen Erdgasgeräte angepasst werden

Erdgasgeräte können in der Regel nur ein bestimmtes Erdgas sicher und sauber verbrennen: entweder L-Gas oder H-Gas. Die meisten Erdgasgeräte müssen aktuell an die höheren Verbrennungstemperaturen des H-Gases angepasst werden, damit sie es sicher und sauber verbrennen. Sollte ein Gerät nicht an H-Gas angepasst sein, dann könnte es bei H-Gas bestenfalls auf Störung gehen oder nur Schaden nehmen. Es könnte aber auch zu einer gefährlichen Verpuffung am Gerät kommen oder das Gerät beginnt, unbemerkt Kohlenmonoxid zu emittieren. Für Mitarbeiter und Gäste würde das sogar Lebensgefahr bedeuten, durch ein vollkommen geruchloses Atemgift.

Welche Geräte sind betroffen?

Kurz gesagt: Alle Erdgasgeräte aller Marken sind betroffen. Die Monteure prüfen nicht nur Gasherd und -heizung, sondern zum Beispiel auch alle gasbetriebenen Kocher, Konvektomaten, Bräter und den Drehspießgrill. Nicht betroffen sind einzig Geräte, die mit Flüssiggas beziehungsweise LPG-Gas betrieben werden.

Das Typenschild als häufigster Mangel

Ausgerechnet das unscheinbare Typenschild am Gasgerät ist die häufigste Mangelursache. „Diese Schilder fehlen vielfach oder sie sind so verbaut, dass der Monteur sie nicht einsehen kann“, erläutert Niels Neunaber. Dabei sind sie die Grundlage für alle folgenden Arbeiten. „Bei EWE Netz kann das Typenschild auch per Foto und E-Mail nachgereicht werden, ohne Typenschild können wir das Gasgerät nicht zweifelsfrei identifizieren und somit auch nicht an H-Gas anpassen.“, mahnt Neunaber. Ohne Typenschild darf das Gerät daher mit H-Gas nicht weiter betrieben werden. Unterstützen können hier häufig Küchenbauer, Installateure oder auch die Hersteller der Geräte. Ein Kunde könne bei EWE Netz zum Monteurbesuch auch ein Foto des Typenschildes bereithalten.

Die Abgasabführung als weiterer Mangel

In gewerblichen Küchen führen häufig leistungsstarke Abzugsanlagen die Abgase der Geräte ins Freie. Eine wichtige Sicherheitseinrichtung ist hier eine direkte Verriegelung zwischen der Abzugsanlage und der Erdgaszufuhr. Das Gasgerät funktioniert nur, wenn der Abluftventilator bereits in Betrieb ist. Genau hier finden die Monteure häufig weitere technische Mängel. „Oder die Verriegelung der Systeme fehlt sogar vollständig, wir müssen das dann bemängeln, für die Mitarbeiter in der Küche könnte sonst eine Gefährdung entstehen“, so Neunaber weiter.

Fehlende Wartungen sorgen schnell für Sperrungen

Ursache für weitere technische Mängel sind laut Neunaber fehlende Gerätewartungen, die Fachbetriebe übernehmen. Wenn der Netzbetreiber dann bei seinem Besuch einen Mangel am Gasgerät entdeckt, hat er vor Ort häufig keinen Entscheidungsspielraum mehr. „Wir müssen das betroffene Gerät unter Umständen sofort sperren – zum Schutz der Mitarbeiter und Gäste“, so Neunaber weiter. Eine Katastrophe für jeden Koch und Hotelier.

98 Prozent aller Geräte sind anpassbar

Und wenn ein Gerät gar nicht auf H-Gas umrüstbar ist? Dann muss der Kunde auf eigene Kosten ein neues Gerät kaufen. Neunaber beruhigt jedoch: „In aller Regel betrifft es nur äußerst alte Geräte, die über 30 Jahre alt sind. Bislang schaffen wir es jedoch, dass wir auch in Kooperation mit Installateuren und Herstellern rund 98 Prozent aller Gasgeräte erfolgreich anpassen können.“

Links

Andere Presseberichte