Primagas GmbH: Strom und Wärme in Eigenproduktion
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Primagas GmbH: Strom und Wärme in Eigenproduktion

27.04.2011 | PRIMAGAS GmbH
Immer mehr Hotels, aber auch kleine Gewerbebetriebe und Unternehmen setzen bei Strom und Wärme auf das Prinzip Selbstversorgung - dank kompakter Mini-Blockheizkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung. Die sind nicht nur effizient und umweltverträglich, sondern können in der Regel die Energiekosten um bis zu 30 Prozent senken
Hotel Balter: Heizungsanlage mit Dachs / Bildquelle: Primagas GmbH
Hotel Balter: Heizungsanlage mit Dachs / Bildquelle: Primagas GmbH
Ganz gleich, ob Heizöl, Strom oder Gas - in vielen Bereichen kannten die Energiekosten zuletzt oft nur eine Richtung: aufwärts. Wenig überraschend also, dass viele Gewerbetreibende verstärkt nach Wegen suchen, um ihre Energiekosten langfristig zu reduzieren. Dies war auch die zentrale Überlegung bei der Sanierung der Heizungsanlage im Hotel Balter in der Eifel.

Flüssiggas im Vorteil gegenüber Heizöl
Nach fast 30 Jahren musste in dem direkt an der belgischen Grenze gelegenen Hotel ein Ölkessel ausgetauscht werden. Neben einer Kostenreduzierung war die Versorgungssicherheit der Hotelgäste mit warmen Wasser und Wärme ein wichtiger Faktor bei der Wahl der neuen Heizanlage. Die Wahl fiel schließlich auf den "Dachs", ein kleines Blockheizkraftwerk (BHKW) mit der Firma Senertec (siehe Kasten).

Ursprünglich hatte die ausführende Heizungsbaufirma eine heizölbetriebene Dachs-Lösung in Betracht gezogen, weil die entsprechenden Tanks und das Leitungssystem bereits vorhanden waren. Da die Familie Balter im Hotel aber auch seit mehr als 30 Jahren Flüssiggas nutzt, empfahl die Firma schließlich einen gasbetriebenen Dachs. Denn dieser Energieträger bietet zahlreiche Vorteile gegenüber Heizöl.

"Flüssiggas ist deutlich sauberer als Heizöl. Es verbrennt nahezu rückstandsfrei und mit weniger Ablagerungen", erklärt Leo Stockschlaeder vom SenerTec Center NRW Süd. Die CO2-Emissionen sind um bis zu 50 Prozent niedriger, zudem fallen kein Feinstaub und kaum Asche oder Ruß an. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Klimabilanz des Energieträgers aus, sondern hält auch den Wartungsaufwand gering. "Grob kalkuliert liegen die Wartungskosten bei Flüssiggas-Systemen etwa 25 bis 30 Prozent unter denen der Heizölvariante", sagt Diplom-Ingenieur Stockschlaeder.

Doch das ist nicht der einzige finanzielle Vorteil für Flüssiggaskunden. Flüssiggas besitzt zudem einen besonders hohen Oktanwert, der für eine größere Leistungsfähigkeit des Motors sorgt. Dank der besseren Effizienz und der optimierten Wirkungsgrade im BHKW sinken am Ende auch die Energiekosten. Ein weiteres finanzelles Plus: Flüssiggas ist bis zum Jahr 2020 von der Energiesteuer befreit, BHKW-Betreiber erhalten sie nachträglich zurückerstattet.

Da Flüssiggas keinen Erdgasanschluss benötigt, kann es immer und überall eingesetzt werden. Die Installation ist dabei ebenso unkompliziert wie der laufende Betrieb. Wenn, wie im Hotel Balter, das Flüssiggas vom Marktführer Primagas kommt, wird eine besondere technische Lösung eingesetzt, die den ohnehin geringen persönlichen Aufwand des BHKW-Betreibers nahezu gegen Null gehen lässt: die Fernüberwachung. Primagas erhält damit automatisch per Funkmodem ein Signal, sobald eine bestimmte Füllmenge im Tank unterschritten ist. Der Tank wird dann rechtzeitig befüllt. Damit ist letztlich eine Versorgungssicherheit wie bei einem Erdgasanschluss gewährleistet.

Strom selbst nutzen - oder verkaufen
Interessant sind BHKWs auch, weil sie zusätzlich Strom produzieren. Da Strom vom Kraftwerk in der Regel teurer ist, als der Brennstoff für die Eigenproduktion, können die Betreiber von BHKWs neben den Heizkosten auch die Stromkosten senken. 

"Mit jeder selbst erzeugten und genutzten Kilowattstunde Strom spare ich netto rund 17 Cent Stromeinkauf", rechnet Guido Balter vor. "Zusätzlich bekomme ich pro Kilowattstunde den Kraft-Wärme-Kopplungs-Bonus von 5,11 Cent und die Energiesteuerrückerstattung für Flüssiggas von 3,1 Cent pro Liter. Letztlich hat der selbst erzeugte Strom somit einen Wert von rund 25 Cent pro Kilowattstunde für mich." Rechnet man den Brennstoffeinsatz dagegen, so heizt der BHKW-Besitzer fast zum Nulltarif. Steigt der Strompreis, gewinnt der eigene Strom weiter an Wert und trägt dazu bei, anziehende Energiekosten aufzufangen.

Erzeugt die Anlage Strom, der sich nicht selbst nutzen lässt, kann ihn der Betreiber des BHKW ins öffentliche Netz einspeisen und zu festen Sätzen verkaufen. Dabei erhält er zusätzlich zum staatlichen Kraft-Wärme-Kopplungs-Bonus den über die Strombörse in Leipzig ermittelten mittleren Quartalspreis. Aktuell sind das rund 5 Cent. Im Verkauf liegt der Strom somit für Guido Balter bei derzeit rund 10 Cent.

Zentrale Heizungsanlagen sinnvoll
Bei der Sanierung der Heizungsanlage hatte sich Guido Balter in Absprache mit SenerTec und der Heizungsbaufirma nicht für eine reine Dachs-Lösung entschieden, sondern auf eine Mischlösung gesetzt. Ein vorhandener zweiter Ölkessel mit 100 kW blieb als Spitzenlastkessel an Ort und Stelle. Zusätzlich ist noch ein Festbrennstoffofen hinzugeschaltet. Als Brennmaterial nutzt Balter Papierabfälle, die er in einer eigenen Presse aufbereitet. "Durch die Wahl der unterschiedlichen Energieträger, können wir unsere Abhängigkeit von einzelnen Brennstoffen verringern", erklärt Balter. Bei extremen Preisbewegungen auf dem Heizölmarkt, kann er beispielsweise die Ölanlage abschalten, solange beide Systeme noch parallel laufen.

Die größte Herausforderung bei der Neukonzeption der Heizungsanlage: Diese sollte neben dem Hotel auch noch die Privatwohnung sowie eine große, benachbarte Modelleisenbahn-Ausstellung mit Wärme und Strom versorgen. Dabei plante die Heizungsbaufirma, die bisherigen drei Heizungszentralen in einer zusammenzufassen. Da die einzelnen Gebäude aber über eine größere Fläche verteilt sind, war zu überlegen, welches Gebäude die Zentrale bekommt - und wie Wärme und Strom mit möglichst geringem Aufwand und wenig Verlusten in die anderen Gebäude gelangen können. Die Entscheidung fiel letztlich zugunsten des Hotels.

"Durch die Zentralisierung lassen sich die Grundkosten spürbar verringern", betont Stockschlaeder. Denn weniger Heizungssysteme bedeuten weniger Tanks, weniger Wartung und weniger Schornsteinfegerkosten. Stockschlaeder hat beobachtet, dass immer mehr Objekte so versorgt werden. "Seit fünf Jahren geht der Trend zunehmend in Richtung Zentralisierung", so der SenerTec-Experte. Vor allem, wenn Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) im Spiel ist und mehrere, voneinander getrennte Einheiten versorgt werden sollen, bringt diese Lösung einen entscheidenden Vorteil. Denn durch die zentrale Anlage lässt sich der selbst erzeugte Strom je nach Bedarf auf die Gebäude verteilen und somit effizient nutzen. Hätte jedes Gebäude eine eigene Anlage, könnte der Strom nur in das jeweilige Hausnetz fließen.

Die Folge: Bei Gebäuden mit hohem Verbrauch müsste Strom hinzugekauft werden, während gleichzeitig bei Einheiten mit geringem Verbrauch ungenützter Strom ins öffentliche Netz fließen würde. Da es aber rentabler ist, den erzeugten Strom selbst zu nutzen, lässt sich mit der Zentralisierung die Wirtschaftlichkeit spürbar erhöhen.

Sparpotenzial von bis zu 30 Prozent
Bleibt die Frage: Was bringt ein BHKW an Ersparnis für den Betreiber? Im Hotel Balter, der Privatwohnung und der Modeleisenbahnausstellung lagen die Energiekosten vor der Sanierung bei rund 25.000 Euro jährlich. Laut Prognose sind es künftig knapp 20.000 Euro, also 20 Prozent weniger - obwohl als Spitzenlastkessel der alte Ökessel geblieben ist. "Wenn Herr Balter hier in Zukunft noch einen modernen Gasbrennwertkessel einbauen lässt, dann kommen noch einmal locker zehn Prozentpunkte Ersparnis oben drauf", erwartet Stockschlaeder. Die 70.000 Euro Investitionskosten haben sich aber bereits mit der aktuellen Lösung sowie konstanten Energie- und Strompreisen nach rund zwölf Jahren amortisiert. Steigen dagegen wie zu erwarten die Energie- und Strompreise, amortisiert sich die Anlage noch schneller.

Pauschal lassen sich die Einspareffekte nur schwer einschätzen, da jeweils die individuelle Gebäudesituation einen großen Einfluss auf das Ergebnis hat. In der Regel können BHKW-Betreiber nach Meinung von Stockschlaeder ihre Energiekosten aber immer um mindestens 10 Prozent reduzieren. Wenn, wie im Fall Balter, eine sehr alte Heizungstechnik ersetzt wird, kann das Sparpotenzial schnell bei 20 Prozent und mehr liegen.

Gute Perspektiven
Für die Zukunft erwartet Stockschlaeder eine kontinuierlich ansteigende Nachfrage nach BHKWs. "Das Interesse wächst von Jahr zu Jahr - sowohl bei Endkunden als auch bei Planungsbüros und Architekten", sagt der SenerTec-Experte.

Grundsätzlich sind BHKWs überall dort geeignet, wo das ganze Jahr über kontinuierlich viel Wärme für ein Gebäude oder Warmwasser sowie Strom benötigt werde. In Frage kommen somit neben Hotels auch Mehrfamilienhäuser, Schulen, Seniorenheime, Turnhallen und Schwimmbäder, aber auch Gewerbebetriebe wie Bäckereien, Metzgereien und Friseure. Als Faustregel gilt: Liegt der jährliche Wärmebedarf bei mindestens 50.000 Kilowattstunden, dann lohnt sich ein Mini-BHKW. Ist er höher, lassen sich mehrere Dachse auch hintereinanderschalten, um den benötigten Gesamtbedarf eines Objekts zu decken.

Stockschlaeders Fazit: "Kraft-Wärme-Kopplung ist ein Markt mit Potenzial. Sinnvoll ist künftig nicht mehr die Heizung, die Strom benötigt, sondern die Heizung, die Strom erzeugt."


Infokasten 1
"Der Dachs im Überblick"

Prinzip und Leistung: Der Dachs arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Die elektrische Leistung liegt je nach Ausführung der Heizanlage zwischen 5,0 und 5,5 kW. Die thermische Leistung beträgt bis zu 14,8 kW. Dabei arbeitet der Dachs netzparallel, Wärme und Strom werden also gleichzeitig erzeugt. Bis zu zehn Module können über einen integrierten Leitregler vernetzt und betrieben werden.

Motor und Generator: Ausgestattet ist der Dachs mit einem Einzylinder-Vier-Takt-Spezialmotor mit ca. 580 cm3 Hubraum. Der speziell entwickelte wassergekühlte Asynchrongenerator ist fest mit dem Motor verschraubt und wird über ein einstufiges Getriebe von diesem angetrieben. Die Nenn-Wirkungsleistung von 5,5 kW wird mit einem Wirkungsgrad bis 91 Prozent erbracht.
Kapselung: Die Anlage ist mit einer Schall- und Wärmeschutzkapsel ausgestattet. Der Schalldruckpegel in einem Meter Abstand bewegt sich zwischen 52 und 58 dB (A) nach DIN 45635-01 (reflexionsarmer Schallmessraum). Zur Vermeidung von Körperschall sind alle Anschlüsse flexibel (Wasser, Gas) oder entkoppelt (Abgas) ausgeführt.

Regelung (MSR2): Der Wärmebedarf führt die Anlage. Eine integrierte Mikroprozessor-Regelung sichert eine konstante elektrische Leistung, regelt und überwacht den Dachs, die Wärmeerzeugung sowie das Heiz- und Gasnetz. Das Stromnetz wird durch die integrierten Schutzfunktionen (VDE 0126) ebenfalls überwacht. Durch ein Zusatzmodul ist die Reglereinheit um Brauchwasserbereitung und Heizkreissteuerung erweiterbar.

Abgasführung: In der Regel leitet ein spezielles Einführungsstück das Abgas drucklos in das Kesselrauchrohr oder den Schornstein ein. Die Abgastemperatur beträgt ca. 140 bis 160 Grad Celsius und lässt sich mit einem zusätzlichen Kondensationsabgaswärmetauscher noch weiter reduzieren.

Umweltschutz: Das Motorkonzept des Dachs (Magermotor) ermöglicht niedrige Stickoxydwert. Ein integrierter Katalysator konvertiert Kohlenstoffdioxyd und Kohlenwasserstoff. Die gleichzeitige Strom- und Wärmeerzeugung nutzt die Primärenergie bis fast 100 Prozent. Im Gegensatz zur üblichen getrennten Strom- und Heizenergieerzeugung können erhebliche Mengen Primärenergie eingespart und CO2-Emissionen vermieden werden.


Weitere Informationen:
PRIMAGAS GmbH
Luisenstraße 113
47799 Krefeld
Tel.: 02151 / 852-0
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