Hotellerie mahnt mehr Fairness von Buchungsportalen an
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Hotellerie mahnt mehr Fairness von Buchungsportalen an

30.05.2011 | Hotelverband Deutschland (IHA)
(Brüssel / Berlin, 27. Mai 2011) Während die Online-Distribution für die Hotellerie in ganz Europa stark an Bedeutung zunimmt, beobachtet der europäische Branchendachverband HOTREC mit Sorge eine immer marktbeherrschendere Dominanz einiger weniger Online-Buchungsportale. Die Zahl der relevanten Online-Buchungsportale (Online Travel Agents - OTA) nimmt tendenziell ab und der Einfluss einzelner Buchungsmittler auf die zugrundeliegenden Geschäftsbedingungen stark zu. Aus diesem Grund hat die 62. Generalversammlung von HOTREC in Zürich ein Positionspapier mit 20 "Eckpunkten fairen Verhaltens von Hotel-Buchungsportalen" aus Sicht der Hotellerie verabschiedet, um ein allgemeines Bewusstsein für diese Thematik zu schaffen und der Stimme der durch und durch mittelständisch strukturierten Branche in dieser Debatte Gehör zu verschaffen
"Mitunter greifen im Internet Wild-West-Methoden des Marketings um sich, die mit Preisklarheit und -wahrheit, aber auch mit partnerschaftlicher Fairness nichts mehr zu tun haben. Hotels in ganz Europa sind besorgt, mehr und mehr die Kontrolle über ihre Preise, Vertriebskanäle und Produkte zu verlieren", erläutert HOTREC-Präsident Kent Nyström. "Es ist schon bezeichnend, dass die Hotellerie es als Reaktion auf steigenden Druck seitens ihrer Vertriebspartner für notwendig erachtet, Grundprinzipien ihrer unternehmerischen Entscheidungsfreiheit in Erinnerung zu rufen."

Die überwiegend kleinteilig strukturierten Beherbergungsmärkte in Europa sehen sich auf dem Gebiet der digitalen Distribution mit Marktverhalten konfrontiert, das mehr und mehr Hoteliers für unausgeglichen und unfair erachten. Um die Märkte zum Nutzen der Gäste, der Vertriebspartner und der Hotellerie offen und wettbewerbsfähig zu halten, hat HOTREC ein Positionspapier mit den folgenden 20 "Eckpunkten fairen Verhaltens von Hotel-Buchungsportalen" verabschiedet:

  • 1.    Raten-, Vertriebs- und Produkthoheit verbleibt beim Hotel
  • 2.    Keine ungenehmigte Nutzung von Hotelmarken z.B. für Suchmaschinenmarketing
           (SEM), Domainnamen (Grabbing) und andere Formen des Online-Marketings
  • 3.    Zumindest monatliche Aktualisierung von Bildern, Logos, Inhalten, Hotelnamen und
           Beschreibungen, die seitens des Hotels zur Verfügung gestellt werden
  • 4.    Kein verpflichtender Zugriff auf sämtliche Hotel-Angebote (kein "full content")
  • 5.    Keine Mindestverfügbarkeit oder "Verfügbarkeit des letzten Zimmer (Last Room
           Availability - LRA)
  • 6.    Keine verpflichtende Verfügbarkeitsparität
  • 7.    Keine verpflichtende Ratenparität
  • 8.    Keine intransparenten Auktionsmodelle mit Einfluss auf die Positionierung in den
            Ergebnislisten  der Hotel-Buchungsportale ("Biasing")
  • 9.    Keine automatische Wiederauffüllung von Zimmerkontingenten jenseits der Kontrolle
           durch das Hotel ("Auto-Replenishment")
  • 10.   Preisklarheit und -wahrheit beim Suchmaschinenmarketing (SEM)
  • 11.   Keine Einflussnahme auf Hotelprodukte durch unautorisierte Darstellung auf
            Auktionsportalen (z.B. Katalogkopien)
  • 12.    Angemessene Reaktionszeit für monatliche Überprüfung der "No-Shows" und
            Stornierungen
  • 13.    Keine Provisionszahlungen für "No-Shows", stornierte Buchungen, Steuern oder nicht
            im  Voraus gebuchte Leistungen
  • 14.    Meta-Suchmaschinen sollten Hotel-Homepages einbeziehen und sie gleichberechtigt
            darstellen
  • 15.    Zusammenarbeit mit qualifizierten Channel-Management Systemen
  • 16.    Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses muss über alle Vertriebskanäle eine
             verbindliche Einigung erzielt sein
  • 17.    Keine Veranstalter-Raten zur Paketierung ("rooms only") frei im Internet verfügbar
  • 18.    Sofern möglich wird die offizielle Sterneklassifizierung des Hotels angezeigt, eine
             Suchmöglichkeit nach Hotelsternen wird angeboten
  • 19.    Sofern Hotelbewertungen eingebunden werden, finden HOTREC's "10 Prinzipien"
              Anwendung
  • 20.    Bezeichnungen der Beherbergungskategorien entsprechen der Terminologienorm EN
             ISO 18513

Das HOTREC-Positionspapier wird am kommenden Montag durch Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA) und Vorsitzender des HOTREC Quality Boards, auch auf dem HSMA Pricing & Distribution Day in Frankfurt am Main präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.

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