Neue EU-Tourismusstatistikverordnung tritt in Kraft
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Neue EU-Tourismusstatistikverordnung tritt in Kraft

04.08.2011 | Hotelverband Deutschland (IHA)
Aussagekraft der amtlichen Statistik erhöht sich ab Berichtsjahr 2012
Die amtliche Tourismusstatistik innerhalb der Europäischen Union hat erstmals seit dem Jahr 1995 eine grundsätzliche Überarbeitung erfahren. Die Verordnung 692/2011 über die europäische Tourismusstatistik tritt am 11. August 2011 in Kraft und löst die bestehende EU-Richtlinie 95/57/EG zur Tourismusstatistik ab.

 „Mit der EU-Verordnung entsteht ein gemeinsamer Rahmen für die systematische Entwicklung, Erstellung und Verbreitung der europäischen Tourismusstatistik. Insbesondere in der Beherbergungsstatistik dürfte sich die Aussagekraft und Vergleichbarkeit der nationalen Kennziffern deutlich gegenüber dem Status quo verbessern“, begrüßt Fritz G. Dreesen, Vorsitzender des Hotelverbandes Deutschland (IHA), die neuen europäischen Vorgaben.

Mit der Verabschiedung in Brüssel zeichnen sich auch Änderungen für die Beherbergungsstatistik in Deutschland ab, die ab Januar 2012 wirksam werden:

1. Jährlicher und monatlicher Ausweis einer Nettobelegungsrate der Zimmer in Hotels, Gasthöfen und Pensionen für Beherbergungsbetriebe mit 25 oder mehr Zimmern.

2. Anhebung der Grenze der Berichtspflicht zur Beherbergungsstatistik von neun auf zehn oder mehr Schlafgelegenheiten/Betten.

3. Jährlicher Ausweis der Nettobelegungsraten der Betten und der Zimmer nach Größenklassen (< 25 Zimmer, < 99 Zimmer, <- 100 Zimmer).

4. Ausweis der Anzahl der Betriebe mit einem oder mehreren Zimmern für Personen mit eingeschränkter Mobilität, einschließlich Rollstuhlfahrer, alle drei Jahre.

„Für die Hotellerie in Deutschland ist insbesondere die Wiedereinführung des jährlichen und monatlichen Ausweises der Zimmerauslastung als zentraler Betriebskennziffer wichtig“, freut sich Fritz G. Dreesen, dass der langjährigen gemeinsamen Forderung von DEHOGA Bundesverband und Hotelverband Deutschland (IHA) nun über die europäische Ebene Rechnung getragen wurde. „Die Abschneidegrenze bei 25 und mehr Hotelzimmern ist aus unserer Sicht ein Kompromiss, der die Datenqualität nicht allzu sehr beeinträchtigen sollte.“

Der Nachweis der Zimmerauslastung war in Deutschland gegen den ausdrücklichen Willen der Hotellerie zum 1. Juli 2005 – nach nur knapp zwei Jahren der Erfassung – aus der deutschen Beherbergungsstatistik wieder gestrichen worden. Dadurch stehen seit dem Jahr 2005 keine Angaben mehr zur Zimmerauslastung aus amtlicher Quelle zur Verfügung. Stattdessen wurde nur noch die für die Branche erheblich weniger aussagekräftige Bettenauslastung ermittelt.

Die Tourismusindustrie in der Europäischen Union nimmt in den Volkswirtschaften der Mitgliedstaaten einen hohen Stellenwert ein. Zur Bewertung ihrer Wettbewerbsfähigkeit und ihrer konjunkturellen Verfassung sind genaue Kenntnisse über den Umfang der Reiseströme, ihre Merkmale, das jeweilige Profil der Touristen und Informationen über die Reiseausgaben für die Volkswirtschaften der Mitgliedstaaten erforderlich.

Seit dem Inkrafttreten der ersten Richtlinie (95/57/EG) über die Erhebung statistischer Daten im Bereich des Tourismus am 23. November 1995, hat sich das Reiseverhalten der Gäste, die Tourismusindustrie und die Art der von der Europäischen Kommission benötigten Daten stark verändert, was eine Anpassung der Tourismusstatistiken notwendig gemacht hat.

In Deutschland wird die EU-Tourismusstatistikverordnung durch ein Gesetz zur Änderung des Beherbergungsstatistikgesetzes und des Handelsstatistikgesetzes umgesetzt werden, dessen Entwurf zur Beratung bereits in den Bundesrat eingebracht ist.


Ihre Ansprechpartnerin:
Stefanie Heckel
Pressesprecherin
Hotelverband Deutschland (IHA)
DEHOGA Bundesverband
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin

Fon 030/59 00 99 69-0
Fax 030/59 00 99 69-9
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Über den Hotelverband Deutschland (IHA) im Lexikon von Hotelier.de lesen

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