Tobias Ragge HRS über die Schlampigkeit des Kartellamtes
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Tobias Ragge HRS über die Schlampigkeit des Kartellamtes

21.09.2015 | Wolfgang Ahrens Hotelier.de

Wir kommentieren den Artikel "Das Kartellamt hat geschlampt" der SZ Print Ausgabe vom 10.09.2015 mit dem Interview von Tobias Ragge HRS

Werbebanner HRS Hauptbahnhof Berlin, Sommer 2015; Bildquelle Hotelier.de
Werbebanner HRS Hauptbahnhof Berlin, Sommer 2015; Bildquelle Hotelier.de

Ja, lange ist es her, als Robert Ragge, der Vater von Tobias Ragge, das Unternehmen in Köln startete. Am Anfang handelte man regional mit Unterkünften für Messebesucher, die ohne Internet damals noch schwerer zu bekommen waren. In den 80er Jahren dealte dann das ehemalige Reisebüro ca. 2.500 Hotels über einen Reisekatalog und 1995 war die umtriebige Firma eine der ersten, die über das Internet verkaufte.

2008 wurde Tobias Ragge Geschäftsführer und entwickelte das Geschäft für private Hotelbuchungen mit der Übernahme von Tiscover und hotel.de im Jahr 2013 konsequent weiter. Die Zukunft der Hotellerie sieht er nicht mit in turnusmäßig abgeprüften Hotelsternen, sondern in den Hotelbewertungen, die die eigentliche Qualität des Hauses widerspiegeln. Manipulationsgefahr? Die gäbe es laut dem Interview mit der SZ schon — doch auf HRS als geschlossenes Portal, wo nur Gäste bewerten können, die auch gebucht haben, sei das weniger möglich. Zudem würde man Stornos extra unter Lupe nehmen.

Klar zu erkennen ist, dass nach dem Urteil des Bundeskartellamtes zu Ungunsten von HRS die Firma mehr auf Geschäftskunden setzt. Das machte schon die massive Werbepräsenz z.B. auf den großen Hauptbahnhöfen mit Riesenwerbebannern wie in Hamburg und Berlin (siehe Bild) im Sommer deutlich. HRS verkauft die Corporate Rates schon seit 2007, aber seit der Untersagung der Bestpreisklausel geht die Firma verstärkt auf Geschäftskunden ein — wohl auch deshalb, weil die einfach mehr Umsatz machen. Aber nachdem Booking.com via Bundeskartellamt den Marktführer stürzte, muss sich die ganze Branche schon fragen, ob dieses Vorgehen so gerecht ist — andere machen mit der Bestpreisklausel weiter und haben dadurch Wettbewerbsvorteile. Da wäre eine branchenbreite Lösung im Sinne dessen, was das Kartellamt vorgibt zu verteidigen, besser gewesen, meinen wir.

Diese Wettbewerbsvorteile anderer wie Booking werden aber wohl nur temporär sein. Und HRS mit seiner Preistransparenz und innovativen Leistungen rund um das Hotelgeschäft wird bei dem gradlinigen Management mit Ecken und Kanten sicher Zukunft haben. 2013 wurden 135 Mio. Euro Jahresumsatz bei ca. 20 Mio. Euro Überschuss gemacht bei einem nachhaltigen, sprich reinvestierten Geschäftsprinzip. Man darf also gespannt sein, wann HRS zum Überholen ansetzt.

Mehr Info zum SZ Titel: "Das Kartellamt hat geschlampt"

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