Swiss Deluxe Hotels 2015 mit leicht rückläufigen Resultaten
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Swiss Deluxe Hotels 2015 mit leicht rückläufigen Resultaten

01.04.2016 | Swiss Deluxe Hotels

Neben dem ungünstigen Wechselkurs belasten die im Vergleich zum Ausland 40—60% höheren Einkaufs- und 100% höheren Personalkosten die Luxushotellerie

Der konsolidierte Umsatz über die ganze Gruppe der Swiss Deluxe Hotels — der 41 exklusivsten Luxushotels in der Schweiz — beträgt für das Jahr 2015 rund CHF 1,42 Milliarden. Dies entspricht dem Vorjahreswert bzw. einem leichten Rückgang um 1,5%, bereinigt um die zwei neuen Mitglied-Hotels. Die Anzahl Logiernächte ging ebenfalls zurück, und zwar auf rund 847‘000 (—3%, bereinigt um neue Mitglied-Hotels). Im Vergleich zur Gesamtheit der 96 5-Sterne-Hotels in der Schweiz, welche im Jahr 2015 einen Rückgang von 5% an Logiernächten hinnehmen musste, war der Rückgang für die 41 Swiss Deluxe Hotels etwas weniger ausgeprägt.

Das Jahr 2015 war gezeichnet vom Entscheid der Schweizerischen Nationalbank, den Mindestkurs des Euros zum Schweizer Franken Anfang Jahr aufzuheben. Kurzfristig blieben negative Effekte aus, sprich der Monat Februar war für die Gesamthotellerie in der Schweiz mit einem Logiernächte-Plus von 6,7% der wachstumsstärkste Monat des ganzen Jahres.

Bis zum Jahresende waren es dann aber nur noch die Monate Juni, Juli und November, während deren die Logiernächte wenigstens stabil blieben bzw. leicht zugenommen haben. Der Dezember 2015 ging als drittschwächster Monat und als Periode mit dem stärksten Rückgang (—5,6%) in die Statistik ein. Dies ist zusätzlich auch dem warmen Wetter und den schlechten Schneeverhältnissen in den Bergen zuzuschreiben.

Mehrheitlich haben die Berg- und Ferienhotels sowohl in der Winter- wie auch in der Sommersaison stärker gelitten und deutlichere Buchungsrückgänge hinnehmen müssen als die Stadthotels, die nur bedingt von saisonalen und wetterabhängigen Faktoren tangiert werden. Geschäftsreisen und MICE-Buchungen reagieren erfahrungsgemäss weniger sensibel auf die oben genannten Effekte.

Tiefste Anzahl Logiernächte aus Europa seit 1958

Mit Blick auf die verschiedenen Märkte setzt sich der Trend der letzten Jahre fort. Die inländische Nachfrage aus der Schweiz blieb stabil und bekräftigte ihren Marktanteil von rund 35% mit einem leichten Wachstum von 0,2%. Während sich der europäische Markt 2013 leicht erholte und 2014 mit —2% nur leicht rückläufig war, schlug das Jahr 2015 unter dem neuen Wechselkurs-Regime mit einem Minus von 9,3% zu Buche. Deutschland als wichtigster europäischer Markt ging sogar um 12,3% zurück. Für den Gesamthotelmarkt in der Schweiz bedeutet dies die tiefste Anzahl Logiernächte aus Europa seit 1958!

Der russische Markt war auch 2015 zum zweiten Mal in Folge rückläufig, und zwar deutlich zwischen 20 und 30%. Dies, nachdem er zwischen 2009 und 2013 stetig gewachsen war. Dies erklärt sich zum einen mit der Entwertung des Rubels gegenüber dem Schweizer Franken, dem tiefen Erdölpreis und den politischen Unruhen im Land. Gerade in der Zeit der russischen Weihnachten und des russischen Neujahrs Anfang Januar wird dies spürbar für die Schweizer Hoteliers, gerade auch für die Swiss Deluxe Hotels, da russische Gäste eine doch beachtliche Fünf-Sterne-Affinität von rund 25% ausweisen.

US-Markt wächst weiter

Erneut ein stabiles Wachstum wies der US-amerikanische Markt mit +5,7% aus. Nicht nur Grossereignisse wie das Jubiläumsjahr 150 Jahre Erstbesteigung des Matterhorns in Zermatt oder die positive Ausstrahlung der politischen Gespräche zwischen den USA und Iran im Hotel Beau-Rivage Palace in Lausanne haben zu diesem Ergebnis beigetragen, auch der Gruppen- und Individualtourismus aus den USA hat dank verstärkten Marketingbemühungen der einzelnen Hotels und von Swiss Deluxe Hotels sowie dem zur Stärke tendierenden US-Dollar spürbar zugelegt. Das Gleiche gilt für die Golf-Region (+20,6%) und Asien, speziell China (+33,3%). Diese beiden Märkte wachsen nach wie vor im zweistelligen Bereich, wenn auch auf noch tieferem Niveau. Die Zugänge aus den neuen Märkten vermochten die negativen Zahlen aus den klassischen Märkten aber noch nicht zu kompensieren.

„Es ist für die Swiss Deluxe Hotels entscheidend, weiterhin in den Aufbau neuer Märkte zu investieren. Wir haben ein exzellentes Produkt, das weltweit höchste Anerkennung geniesst”, sagt Siro Barino, Managing Director der Swiss Deluxe Hotels. „Zusammen mit unserem Partner Schweiz Tourismus werden wir noch intensiver für die exklusiven und traditionellen Werte der Schweizer Luxushotellerie werben und das Vertrauen in das sichere Reiseland Schweiz stärken”, sagt Siro Barino weiter.

Investitionen in Qualität und Gastronomie

Die 41 Swiss Deluxe Hotels haben auch im schwierigen Jahr 2015 wieder rund CHF 400 Mio. in ihre Infrastruktur investiert. Zum Beispiel haben The Chedi Andermatt und das Guarda Golf Hotel & Residences in Crans-Montana neue Residenzen, Suiten und Spa-Facilities eröffnet. Die Eröffnung von neuen oder neu gestalteten Restaurants in den Swiss Deluxe Hotels zeigen eine lebhafte Entwicklung nicht nur der Hotellerie, sondern auch der vielfältigen Gastronomie.

Als Beispiele zu nennen wären hier das „IGNIV by Andreas Caminada” im Grand Resort Bad Ragaz, das Restaurant „Saltz” im The Dolder Grand in Zürich, „The Basement” im Tschuggen Grand Hotel in Arosa oder das neu gestaltete „Le Chat-Botté” von Star-Chef Dominique Gauthier im Hotel Beau-Rivage Genève. In der Top-Luxushotellerie ist es entscheidend, dass starke und finanziell gesunde Eigentümer die einzelnen Hotels mit Visionen und neuen Ideen stets weiterentwickeln und sowohl technologisch wie auch bezüglich Interior-Design auf dem neusten Stand halten.

Überbewertung des Schweizer Frankens

Das Jahr 2015 stand ganz im Zeichen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Die rückläufigen Umsatz- und Übernachtungszahlen sowohl in der Gesamtbranche wie auch auf Ebene der Swiss Deluxe Hotels zeigen, wie schwer der starke Franken auf die Attraktivität des Standorts Schweiz im internationalen Tourismus drückte.

Kaufkraftparität und Preisniveauindex

Wie eine bereits zum zweiten Mal in Jahresfolge durchgeführte Studie im Auftrag der Swiss Deluxe Hotels (Studienbeauftragter: Hanser & Partner AG, Zürich) zeigt, läge der faire Wechselkurs per 31.01.2016 bei CHF/EUR 1.32. Der effektive Kurs lag jedoch 20 Rappen tiefer. Die Kaufkraftparität zeigt, dass sich bei einem Wechselkurs von CHF/ EUR 1.32 ein Schweizer mit seinem Lohn in der Schweiz gleich viel kaufen könnte wie ein Deutscher in Deutschland. Für die Tourismusunternehmen ist aber nicht die Kaufkraftparität, sondern der Preisniveauindex die entscheidende Grösse, da der Gast unabhängig seines Lohnes möglichst viel Leistung für sein Geld erhalten möchte.

Der Preisniveauindex vergleicht die Kosten für denselben Warenkorb in verschiedenen Regionen. Die Schweiz war 2015 das OECD-Land mit dem höchsten Preisniveau. Leistungen von Hotels und Gaststätten kosteten in der Schweiz 2015 rund 50% mehr als im Durchschnitt der EU. Der Durchschnittspreis für ein Doppelzimmer in einem Schweizer Hotel wurde seit 2009 im Vergleich zum europäischen Umfeld stetig teurer. Dieser Trend wurde durch Wechselkursanpassungen von 2011 und 2015 noch deutlich verschärft.

Doppelt so hohe Arbeitskosten wie im europäischen Ausland

Doch der Eurokurs ist nicht die einzige und wohl auch nicht die grösste Hürde im wirtschaftspolitischen Umfeld für die Hotelbranche in der Schweiz. Wie die Studie zeigt, liegen die Kosten für den Einkauf von Lebensmitteln in der Schweiz rund 40—60% höher als in den Nachbarländern und führen dadurch zu deutlich höheren Warenkosten der Schweizer Hotelbetriebe.

Zudem liegen die Lohnsätze gemäss Gesamtarbeitsvertrag bzw. Tarifverträgen in der Schweiz mehr als 100% höher als in den umliegenden Ländern. Trotz tieferer Lohnnebenkosten liegen die Kosten für eine vergleichbare Arbeitskraft in der Schweiz rund doppelt so hoch, was bei der Fünf-Sterne-Hotellerie, wo fast 50% der Kosten auf das Personal entfallen, besonders ins Gewicht fällt.

Was ist seit Januar 2015 geschehen?

Ein Jahr nach der Aufhebung des Mindestkurses kann Folgendes festgestellt werden:

  •     Die Auswirkungen auf den europäischen Markt sind wie erwartet eingetreten. Die Anzahl Logiernächte von Gästen aus dem Euroraum ist um 9,3% eingebrochen.
  •     Die 41 Swiss Deluxe Hotels waren unterschiedlich stark von der Währungskursentwicklung betroffen. Die Ferien- und Berghotels haben die Preissensibilität der Gäste stärker zu spüren bekommen als die Stadthotels.
  •     Die 41 Swiss Deluxe Hotels haben trotz schwieriger Ertragslage im Jahr 2015 rund CHF 400 Mio. in die Weiterentwicklung ihrer Infrastruktur investiert.
  •     Die 41 Swiss Deluxe Hotels haben ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Einkaufsgemeinschaften, Förderung des Informationsaustauschs sowie gemeinsamer Marketing- und Kommunikationsmassnahmen weiter verstärkt, so wie es der Branchenverband hotelleriesuisse von seinen Mitgliedern als probates Mittel im aktuellen Marktumfeld fordert.
  •     Die Forderungen von Swiss Deluxe Hotels und dem Branchenverband an die Politik, die vor Jahresfrist an dieser Stelle formuliert wurden, gelten noch immer. Dazu zählen insbesondere:
  • Die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Der Zugang zu qualifiziertem Personal muss einfach und unbürokratisch sein. Weiterbildungen sollen gefördert werden, und Teile des Arbeitsgesetzes müssen an die Eigenheiten des Gastgewerbes angepasst werden, zum Beispiel die Regelung zur Kompensation von Überzeit.
  • Die flächendeckende Öffnung der Handelshemmnisse in der Agrarwirtschaft. Dazu zählen die Senkung der Ausserkontingentszollsätze beim Fleischimport wie auch, dass Lebensmittel nicht vom Cassis-de-Dijon-Prinzip ausgenommen werden sollen.
  • Die definitive Festsetzung des MWST-Sondersatzes von 3,8% im Gesetz nach 20 Jahren Provisorium. Übrigens: 24 von 27 EU-Länder wenden für ihre lokale Hotellerie gesetzlich verankerte Sondersätze an.
  • Ein genereller Abbau von Regulierungen
  • Die Weiterführung und Aufstockung der Mittel der Standortförderung gemäss Impulsprogramm 2016—2019

„Die Unterstützung der Politik ist für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen der Hotellerie und der Luxushotellerie im Speziellen von grosser Wichtigkeit. Dies im Sinne eines Produktes, auf das die Schweiz weiterhin stolz sein kann, und im Sinne der 165‘000 Mitarbeitenden im Schweizer Tourismus und aller davon abhängigen Betriebe. Dabei geht es nicht nur um Arbeitsplätze und Standortförderung, sondern um ein Kulturgut mit jahrhundertealter Tradition und internationaler Ausstrahlungskraft”, sagt Jan Brucker, Präsident der Swiss Deluxe Hotels.

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