Happy Go Lucky Hotel & Hostel - das bunte Portrait
Kostenlose Anfragen an unsere Lieferanten stellen und Preisinformationen erhalten

Happy Go Lucky Hotel & Hostel - das bunte Portrait

27.08.2016 | Macheete - Büro für Kommunikation & Dialog

Das Berliner Hotel & Hostel "Happy Go Lucky" ist aktuell in aller Munde. Grund ist eine Rechtstreitigkeit mit dem Berliner Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf , welches die Beschriftung der oberen Fassade als Werbeschriftzug ansieht und verbietet, obwohl es Teil eines Kunstwerkes ist. Ausführliche Informationen und Details zur Sachlage dazu finden Sie hier. Nun möchten wir die ganze Geschichte erzählen und haben die Entstehung des Happy Go Lucky am Stuttgarter Platz skizziert

Happy Go Lucky Hotel / Bildquelle: Happy Go Lucky Hotel & Hostel
Happy Go Lucky Hotel / Bildquelle: Happy Go Lucky Hotel & Hostel

Das Berliner Hotel und Hostel „Happy Go Lucky” am Stuttgarter Platz in Berlin-Charlottenburg möchte für gute Laune und fröhliches Beisammensein sorgen. Jährlich reisen zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland an, um dort kostengünstig und zentral eine der buntesten Metropolen Europas zu besuchen, denn Berlin steht für Inspiration, Kreativität und Unabhängigkeit. Frei nach dieser Devise empfängt das Happy Go Lucky Hotel & Hostel seine Gäste.

Das gilt nicht nur für die Gastfreundlichkeit, sondern auch für die optische Erscheinung des Hauses. Und so erstrahlt die Fassade des Hotels & Hostels aktuell als Gesamtkunstwerk des irischen Künstlers Dom Browne. Doch wie kam es überhaupt dazu? Alexander Skora erwarb das Haus vor gut zehn Jahren von seinem Vorbesitzer, einem Berliner Getränkegroßhändler. „Mir liegt die Gegend am Herzen. Ich bin als Kind zwei Häuser weiter in den Kindergarten gegangen, habe viele Stunden auf dem Spielplatz an der Ecke verbracht und gehe noch heute mit meinem Sohn öfters hier her”, verrät der Hausbesitzer.

Als Skora das Haus erwarb, hieß es noch „Berolina Backpacker Hostel”. Während der Verkaufsverhandlungen wurde die Fassade des Hauses erneuert und man entschied sich für einen orangenen Farbton, der auch im Logo des Berolina Backpacker enthalten war. Neben Schulklassen im Sommer beherbergte die Betreiberin des Berolina Backpacker Hostel im Winter leider auch Junkies, Prostituierte und Obdachlose — die „normale” Klientel am Stuttgarter Platz seit den 70er Jahren. Im Januar 2012 hat die Betreiberin dann Insolvenz angemeldet und der Insolvenzverwalter hat drei Möglichkeiten aufgezeigt:

Einen neuen Betreiber finden, das Hostel schließen oder es selbst betreiben, wofür eine Bedenkzeit von einer Woche zur Verfügung stand. Alexander Skora entschied, die abgewohnte Herberge auf eigene Faust ab 1. April 2012 weiterzuführen, denn für die kommenden Monate war das Haus fast vollständig ausgebucht. Die vorherige Betreiberin hatte das Geld von etlichen Schulklassen aus ganz Europa im Voraus kassiert und diese Anzahlungen wären komplett in die Insolvenzmaße geflossen.

Die ankommenden Gäste hätten vor verschlossenen Türen gestanden und ihr Geld nicht zurückbekommen und auch kaum Alternativen gehabt, da zu Ostern und im Sommer alle anderen Hostels ausgebucht waren. Und so stand Skora ab 1. April 2012 selbst an der Rezeption und baute bei laufendem Betrieb das Haus Stück für Stück um und beherbergte die meisten Gäste in den ersten Monaten gratis, da viele die Übernachtung schon komplett im Voraus bezahlt waren. Zur Rundumerneuerung zählte auch die Umbenennung in den Namen „HappyGoLucky”, denn durch die jahrelange Misswirtschaft der ehemaligen Betreiber war der Ruf ruiniert.

Skora ließ das Haus renovieren, setzte Isolierglasfenster ein, installierte zusätzliche Badezimmer und WCs und baute ein neues Team auf. Die Buchstaben „BerolinaBackpacker.de” wurden Anfang April 2012 abmontiert, aber da durch die Sonne die Fassadenfarbe rund um die Buchstaben stark ausgeblichen war, konnte man immer noch sehr deutlich „BerolinaBackpacker” lesen. Der neue Schriftzug HappyGoLuckyHotel.com in der gleichen Größe und ein paar Smileys wurden an die Hauswand montiert, um den neuen Spirit und die positive Energie, die ab dann in dem Haus gelebt wurden, auch nach außen hin sichtbar zu machen.

„Das Bezirksamt sah in den ausgetauschten Buchstaben aber eine neue Werbeanlage, für die es einer Genehmigung bedürfe”, erklärt Alexander Skora. Ein Antrag auf Genehmigung wurde zusammen mit einem Architekt und einem Anwalt eingereicht, aber abgelehnt. „Wenn graue und beigefarbene Häuser hier in Berlin der Gradmesser sind, ist das ein Armutszeugnis für die international so weltoffene und kreative Metropole. In der Hauptstadt und im Rest der Welt beleuchten Hotels ihre Namen in alle Richtungen, nur in Charlottenburg soll das scheinbar nicht erlaubt sein.

Obwohl z.B. nebenan in der Wilmersdorfer Straße an Einkaufszentren dutzende Firmenlogos, beleuchtet in allen Farben des Regenbogens, kreuz und quer über die Fassaden verteilt sind, genehmigt von den gleichen Mitarbeitern aus dem Bezirksamt, die an die grauen Herren aus dem Buch ‚Momo’ von Michael Ende erinnern, das ich vor kurzem mit meinem Sohn gelesen habe”, sagt Skora. So wurden letztlich aus einem Dutzend angeschraubter Smileys viele gemalte fröhliche Gesichter und Herzen — inspiriert von verschiedenen Besuchen des legendären „Burning Man” Festivals in Nevada während seiner Zeit in Los Angeles, San Francisco und New York, wo er mehrere Jahre gelebt und gearbeitet hat.

Dort gehören Häuserwände als Leinwände für kreative und kommerzielle Kunst zum typischen Straßenbild. Drei Jahre lang war der untere Teil der Fassade für viele Berlinbesucher ein echter Hingucker und entwickelte sich zum begehrten Fotomotiv im Internet. Aus dieser Begeisterung heraus entschloss sich Alexander Skora auch den Rest der Fassade als Leinwand zu nutzen und engagierte erneut den irischen Künstler Dom Browne, der bei der Gestaltung freie Hand hatte. Im Januar 2017 wird Alexander Skora ein zweites Happy Go Lucky Hotel & Hostel in Berlin-Schöneberg eröffnen. Noch ist die Fassade in Grau-Braun-Beige gehalten.

Links

Andere Presseberichte