Karriere in Abu Dhabi - Arbeiten in AbuDhabi
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Karriere in Abu Dhabi - Arbeiten in AbuDhabi

29.08.2013 | Rolling Pin

Dubai war gestern. Heute ist Abu Dhabi die angesagteste Wüstenmetropole der Emirate. Wir zeigen, wie Sie in der Luxusoase an die Topjobs kommen

Den Namen Abu Dhabi sollte man nicht übersetzen, denn dann verliert die Hauptstadt des gleichnamigen Emirats nämlich ein wenig an Sex-Appeal. Der lautet „Vater der Gazelle”.

Sieht man davon ab, gibt es wenig Schlechtes über die reiche Stadt zu berichten. Auf der 70 Quadratkilometer großen Insel im vorgelagerten Mangrovengürtel des Emirats ist man nicht, wie Dubai, total dem Schöner-höher-weiter-Wahn verfallen. Gezielte Kulturprojekte sollen die künftige Weltstadt zu einer Reisedestination für die intellektuellen Reichen dieser Erde machen. So werden auf der Insel Saadiyat eine Museumsstadt und etwa dreißig Hotels gebaut. Diverse andere Luxushotels eröffnen quasi im Stundentakt.

Einer, der die Gunst des Augenblicks und die Stunde der Expats erkannt hat, ist Imre Werger. Gebürtig aus Frankfurt Oder, arbeitet er nun seit April dieses Jahres im Megakomplex des spektakulären „Yas Hotels” als Reservations Manager. „Ich war bereits zweieinhalb Jahre in Dubai und daher wusste ich, dass man in dieser Region die Möglichkeit bekommt, schnell Fuß zu fassen und Verantwortung zu übernehmen. Meiner Meinung nach gibt es im Moment keine andere Region, in der man im mittleren Management so schnell einen Job bekommt.”

Das bestätigt Jan Moenkedieck, General Manger im „Hilton Abu Dhabi”. Denn dieser ist nicht nur ein hochrangiger Expat vor Ort, sondern stellt ebendiese auch ein: „Ich habe bei einer Zimmerkapazität von 330 etwa 600 Angestellte. Die oberen Führungsebenen sind fast ausschließlich von Europäern besetzt, insgesamt kommen davon fünf aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.” Warum Expats aus deutschsprachigen Ländern gerne genommen werden, erklärt er so: „Die strukturierte Arbeitsweise und das Ausbildungsniveau. Ich setze deutsche Expats gerne im Frontoffice-Bereich und im Guestservice ein, denn die Skills, die hier gefragt sind, erfüllt man nur, wenn man eine hochgradige Ausbildung genossen hat.”

Und das Publikum ist anspruchsvoll. Zum Glück nicht, was die Kenntnisse diverser Fremdsprachen betrifft. Im Gegensatz zu Syrien oder Ägypten muss man die arabische Sprache nicht beherrschen, auch wenn das ein gesellschaftliches Plus wäre. „Amtssprache in Abu Dhabi ist Englisch. Zudem hat man immer arabischstämmige Kollegen an der Seite, falls man trotz Englisch nicht weiterkommt”, meint Werger.

Cash & Benefits
Warum Abu Dhabi noch interessant ist, liegt am schnell aufgefüllten Gehaltskonto. Noch vor einigen Jahren waren die Löhne noch nicht überragend, die Benefints dafür umso süßer. Steuerfreiheit inklusive. Heute wird das Gehalt auf internationaler Basis geregelt, Zusatzleistungen wie Kost, Logis, Transport und Schule sind ebenso mitdabei. Steuerfreiheit allerdings nur mehr bedingt inklusive. Um Überraschungen zu vermeiden, sollte man sich über die Änderungen des Doppelsteuerabkommens zwischen Deutschland und den Vereinigten Emiraten informieren.

Der Verdienst eines Executive Chefs oder eines F&B-Managers liegt aber mit 3500 Euro netto über dem europäischen Schnitt und da fast alle Nebenkosten vom Arbeitgeber getragen werden, kann man sich schön was auf die Kante legen — widersteht man der Versuchung diverser Luxusmalls und Einkaufspassagen. „Mit einer Ausbildung in Europa und zwei Jahren Berufserfahrung steigt man in Abu Dhabi auf dem Assistent-Department-Level ein”, so Moenkedieck.

Doch das Geld ist nicht für jeden zu erreichen. Wer in einer Juniorposition anfängt, kann erst einmal Staub schlucken: Wenig Geld, viel Arbeit. Warum man es dennoch machen sollte, ist: Wer unten durchbeißt, ist reif für einen Senkrechtstart in der Hotelkarriere. „Investiert man ein bis zwei Jahre, ist das Resultat unbezahlbar”, spricht Werger aus Erfahrung. Denn seinen Job verdankt er Kontakten aus der Zeit in Dubai.

„Abu Dhabi ist eine tolle Destination für Expats, die eine richtungsweisende Änderung in ihrer Karriere machen wollen”, so Moenkedieck. Denn wer es in Abu Dhabi schafft, als Direktionsassistent in einem Luxushotel anzuheuern, der ebnet sich nicht selten den Weg in eine höhere Position in Hongkong oder Singapur.

„Die Entwicklungschancen sind top”

Der Aufstieg ist für jeden möglich — als Junior oder als Senior.

Zur Person

Hans Herges
Corporate Vice president Food & Beverage Project Development
Mit 17 begann der Deutsche im Schwarzwald eine Lehre als Koch, arbeitete sich bis zum Executive Chef nach oben und ist seit 1995 in der Hotelentwicklung tätig.

Stadt im Wandel
Hans Herges ist bereits seit einigen Jahren für die Rotana Hotelgruppe in Abu Dhabi stationiert und kennt alle Vor- und Nachteile. Der Insider verrät, worauf es im Wüstenstaat wirklich ankommt.

ROLLING PIN: Abu Dhabis Tourismus wurde erst in den letzten fünf Jahren forciert. Wohin geht die Entwicklung?
Hans Herges: Die Emirate gingen durch eine Konsolidierungsphase und die Hotelindustire hat sich den Herausforderungen gestellt und orientiert sich im Moment neu. Abu Dhabi ist ein sehr interessantes, familienfreundliches Reiseziel, eine sichere Stadt und der Service am Gast sucht seinesgleichen. Ich bin überzeugt, dass die zuständige Tourismusbehörde die Vermarktung gezielt weiterentwickelt und sich so die Besucherzahlen kontinuierlich erhöhen, aber kein Massentourismus ensteht.

RP: Sie sind bereits seit einigen Jahren im Land: Wie hat sich die Situation für Expats verändert, welche Werte sind wichtiger geworden?
Herges: Nachhaltigkeit hat in jeder Beziehung einen neuen Sellenwert gefunden. Schneller, größer, höher, neuer werden zu sinnvoller, umweltfreundlicher und zukunftsorientierter. Hatten wir vor 10 Jahren noch einen recht hohen Personalwechsel, ist man in den letzten Jahren sehr bestrebt, gute Fachleute zu halten. Die Stadt Abu Dhabi dehnt sich immer weiter auf bestehende vorgelagerte Inseln aus und steht vor dem Wandel, eine Weltkulturstadt zu werden.

RP: Inwieweit betrifft das die Expats?
Herges: Ich sehe den Arbeitsplatz Abu Dhabi in der Zukunft wesentlich lebenswerter, das multikulturelle Zusammenleben verschmilzt immer mehr. Ehemahlige kulturelle Hürden eliminieren sich größtenteils von selbst, werden akzeptiert oder man arrangiert sich damit. Dieser Umstand wird sich sicherlich sehr positiv auf das zukünftige Abu Dhabi auswirken.

RP: Wo liegen im Moment noch die größten Unterschiede im Arbeitsumfeld?
Herges: Unsere Arbeit hier ist sehr breit angelegt, wir müssen sehr weit über unsere eigentlichen Fachgebiete hinaus denken und agieren. Am Ende eines Projektes steht meist nur eine Person im Rampenlicht, aber nur die Teamarbeit entscheidet letztendlich über den Erfolg.

RP: Apropos Erfolg: Wie hoch sind die Karrierechancen für Expats?
Herges: Im Großen und Ganzen sehr gut. Fast alle meine europäischen Kollegen haben sich von ihren ursprünglich erlernten Berufen wie Koch oder Restaurantfachman weiterentwickelt und sind aufgestiegen.

RP: Welchen Tipp können Sie geben, falls man in Abu Dhabi zu arbeiten beginnen möchte?
Herges: Gutes Fachwissen ist wichtig und man sollte sich selbst nicht zu ernst nehmen. Als Europäer hat man es leichter, sich Respekt zu verschaffen, diesen zu erhalten, ist jedoch eine mittlere Meisterleistung. Mein Rat an meine zukünftigen Kollegen ist, seine Position vorbildlich zu leben und Charakterstärke zu demonstrieren. Ich schaue auf mein Verhalten, verhalte mich diszipliniert, zeige Respekt, leiste mehr ohne zu müssen und bin jederzeit ansprechbar.


„Kulturschock gibt es nicht”

Andere Länder — gleiche Sitten?

Zur Person

Nicola Hochgruber

Hotels Director Suitehotel & Ibis Mall of the Emirates
Nicola Hochgruber, die damals jüngste Ibis-Hoteldirektorin in Deutschland, übernahm bereits 1998 die Verantwortung für das Ibis Hotel in Koblenz. Seit Mai 2008 ist sie für die Kette in den Emiraten tätig.
Kontakt Accor

Nur der Biss zählt
Die Klischees über islamische Länder halten sich in den Köpfen der Mitteleuropäer. Doch stimmen diese überhaupt noch und wie gelingt es einer Frau, sich in der Führungsebene durchzusetzen?

ROLLING PIN: Haben Sie als Frau in den Vereinigten Emiraten mit mehr Vorurteilen zu kämpfen als in Europa?
Nicola Hochgruber: Es gibt so gesehen die gleichen geschlechtsspezifischen Thematiken. Die Welt der Hotellerie ist aber sehr international und Abu Dhabi oder Dubai sind extrem weltoffen. Zudem habe ich kaum mit Locals zu tun. Ich habe mehr mit Schotten, Franzosen und Engländern zu tun.

RP: Ein sehr bunt gemischtes Umfeld. Ist das die Regel hier?
Hochgruber: Ja, definitiv. In den Emiraten entstehen sehr interessante Projekte, die Expats anlocken. Unsere Expertise ist sehr gefragt.

RP: Wie schnell akklimatisiert man sich?
Hochgruber: Jeder, der in die Emirate kommt, muss sich bewusst sein, dass hier ein anderer Kulturkreis herrscht. Aber vor allem Abu Dhabi und Dubai sind westlich eingestellt, als Frau sollte man Schultern und Knie bedecken, eine Vorschrift, die in den oberen Hierarchieebenen aber sowieso herrscht. Gewöhnungsbedürftig ist aber die strikte Einhaltung der Gebetszeiten der Muslime. Diese müssen respektiert werden und haben auch vor Beruflichem Vorrang.


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