Cloud Computing punktet in Schwellenländern
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Cloud Computing punktet in Schwellenländern

15.07.2011 | GfK Corporate Communications
Internationale Studie von GfK Custom Research zu Chancen und Herausforderungen für Cloud Computing-Angebote
Cloud (=Wolke) Computing ist ein großes Thema / Bildquelle: Sascha Brenning - Hotelier.de
Cloud (=Wolke) Computing ist ein großes Thema / Bildquelle: Sascha Brenning - Hotelier.de
Nürnberg, 14. Juli 2011 - Das Konzept sowie die Vor- und Nachteile von Cloud Computing sind der Mehrheit der IT-Entscheider weltweit bestens bekannt. Wie eine von GfK Custom Research in Brasilien, China, Deutschland, Großbritannien, Indien und den USA durchgeführte Studie zeigt, sind Cloud Services speziell in den Schwellenländern beliebt.

Aber auch in Deutschland steigt das Interesse an der Auslagerung von Daten und Computeranwendungen. Als größte Vorteile sehen die IT-Verantwortlichen hierzulande die Möglichkeit, von verschiedenen Standorten auf die Daten zuzugreifen, höhere Datensicherheit sowie Datenverlässlichkeit. Kostenersparnisse sind hingegen kaum ein Argument.

Fragt man IT-Verantwortliche in Unternehmen nach ihrer spontanen Assoziation mit dem Begriff Cloud Computing, so wird weltweit als erstes die externe Datenspeicherung genannt. Die Vorteile liegen für die Entscheider auf der Hand: Zugriff auf die Unternehmensdaten von überall her und unabhängig von den genutzten Geräten. Zusätzlich bietet Cloud Computing eine große Flexibilität in der Nutzung von Infrastrukturangeboten und Softwareanwendungen.

In Europa und den USA verbinden die IT-Verantwortlichen allerdings auch häufig Sicherheitsfragen und Risiken mit der externen Datenspeicherung. Kostenvorteile und Flexibilität werden hingegen nur selten genannt. Ein ganz anderes Bild zeigt sich in den Schwellenländern Brasilien, China und Indien. Hier werden am häufigsten Kosteneinsparungen, Flexibilität und die Sicherheit des Zugangs assoziiert und nur zu einem geringen Maß Risiken und Unsicherheiten.

Einsatz und Potenzial in Schwellenländern höher
In den aufstrebenden Nationen Brasilien, China und Indien setzen Unternehmen aller Größenordnungen bereits heute eine Vielzahl von Cloud-basierten Lösungen ein, speziell im Bereich der Infrastrukturangebote. Der Studie zufolge ist in diesen Ländern auch in den nächsten beiden Jahren mit deutlichem Wachstum in allen Segmenten zu rechnen.

Ein anderes Bild zeigt sich in den etablierten Märkten Deutschland, Großbritannien und USA. Kleinere Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern sind hier bisher kaum in Berührung mit Cloud Computing gekommen. Je größer ein Unternehmen, umso häufiger werden Cloud Services eingesetzt.

Die Pläne der IT-Verantwortlichen versprechen allerdings auch in den etablierten Märkten für die nächsten beiden Jahre ein schnelles Wachstum in allen Segmenten. Nur kleinere Unternehmen in Deutschland äußern sich vergleichsweise zurückhaltend. Dies überrascht, da Web-basierte Lösungen speziell für Firmen mit wenigen Mitarbeitern deutliche Vorteile bringen, denn die Nutzer sind häufig sehr mobil und es stehen nur geringe Ressourcen zur Betreuung der eigenen Informationstechnologie zur Verfügung.

Datensicherheit und Datenzugriff sind wichtigste Vorteile
Je nach Herkunftsland und Größe unterscheiden sich die Beurteilungen der Unternehmen hinsichtlich der Vorteile von Cloud Computing-Angeboten. Allgemein erweisen sich jedoch Datensicherheit und die Möglichkeit von verschiedenen Standorten auf die Daten zuzugreifen als wichtigste Vorzüge.

Knapp die Hälfte der befragten IT-Entscheider zählt das Thema Datensicherheit, das heißt der Schutz der Daten vor unerlaubten Zugriff oder vor Diebstahl, zu den drei wichtigsten Argumenten für die Nutzung von Cloud Computing. Während in der Vergangenheit die Datensicherheit als einer der wichtigsten Vorbehalte gegenüber der Auslagerung von Daten angeführt wurde, gilt sie heute für viele als einer der wesentlichsten Vorteile.

Für ein weiteres Drittel gehört der Datenzugriff von überall her zu den wichtigsten Gründen, warum sich das eigene Unternehmen für das Thema interessiert. Auch in Deutschland sind Datenzugriff, Datensicherheit und Datenzuverlässigkeit aus Sicht der IT-Verantwortlichen die wichtigsten Argumente für die Nutzung von Cloud Computing. Die strategische Bedeutung zur Erreichung der eigenen Geschäftsziele wird vor allem in den Schwellenländern angemerkt.

Kosten mehr Hindernis als Türöffner
Obgleich oftmals als Vorteil gesehen, gibt Datensicherheit zur selben Zeit Anlass zu Bedenken gegenüber Cloud Computing. Als echtes Markthemmnis kann es allerdings nur in Deutschland gewertet werden, wo fast zwei Drittel der Befragten diesbezügliche Befürchtungen äußern.

Auch das Thema Kosten wird ambivalent beurteilt. Obwohl es offensichtlich erscheinen mag, dass Cloud Computing eine Möglichkeit darstellt, um die IT-Ausgaben eines Unternehmens zu senken, beurteilen viele der Befragten die anfallenden Kosten als einen der wesentlichen Vorbehalte.

Neben den Aufwendungen für die Umstellung, die für ein Drittel zu den drei größten Vorbehalten gegenüber Cloud Computing zählen, werden in noch stärkerem Maße die Kosten für den laufenden Betrieb angeführt. Insgesamt 42 Prozent führen dies als eines ihrer größten Bedenken an. Gleichzeitig gelten die potenziellen Einsparungen durch Cloud Computing auch nicht als wesentlicher Positivfaktor. Das Thema Kosten entpuppt sich somit mehr als Hemmnis, denn als Türöffner für die Anbieter.

Weitere Negativfaktoren sind der Studie die Ängste vor möglichen Ausfallzeiten sowie Befürchtungen hinsichtlich einer zu starken Abhängigkeit von dem Cloud Computing-Dienstleister. Amazon, Apple, Google und Microsoft sind bekannteste Anbieter In den untersuchten Ländern zählen Amazon, Apple, Google und Microsoft zu den bekanntesten Anbietern für Cloud Computing. In China und Indien genießen zudem die Soft- und Hardware-Anbieter IBM und Oracle einen hohen Bekanntheitsgrad. Hingegen nennen die Befragten in Brasilien fast nur Google und Microsoft.

Hohe Bekanntheit ist allerdings keine Garantie dafür, auch als Anbieter gewählt zu werden. Was für die Auftraggeber vor allem zählt, ist das Vertrauen in den Dienstleister, der die Daten speichern und verarbeiten soll. Die Studie zeigt, dass die Entscheider in den Schwellenländern deutlich mehr Vertrauen in die weltweiten Anbieter haben, als die Befragten in den westlichen Ländern. Dies ist ein weiteres Indiz für das große Potenzial von Cloud Computing in den aufstrebenden Nationen, während die Unternehmen in Europa und den USA noch etwas zögerlicher agieren.

Das größte Vertrauen als Anbieter genießt unter den IT-Entscheidern Microsoft mit 66 Prozent, knapp gefolgt von IBM (63 Prozent)und Google (58 Prozent). Gegenüber führenden Netzbetreibern kann dieses Trio mit einem erheblichen Abstand in den Vertrauenswerten punkten. Nur in Deutschland haben die IT-Verantwortlichen eine andere Einschätzung. Hierzulande erfreuen sich IBM und die Deutsche Telekom deutlich höherer Vertrauenswerte als Microsoft und Google.

Gleichwohl bietet die sich deutlich abzeichnende Cloud Computing-Revolution eine Vielzahl von Chancen für alle Anbieter und Netzbetreiber. Wer die Sicherheit seiner Angebote glaubhaft kommuniziert und den Auftraggebern Transparenz und Kontrolle bietet, wird in diesem Feld erfolgreich Marktanteile gewinnen können.

Zur Studie
Für die Analyse führte GfK Custom Research im Juni 2011 Experteninterviews mit 1.800 IT-Entscheidern in Brasilien, China, Deutschland, Großbritannien, Indien und den USA durch. Erfasst wurden Unternehmen in drei Größenklassen (1-9 Mitarbeiter, 10-249 Mitarbeiter, 250 und mehr Mitarbeiter).


Weitere Informationen:
Dirk Mörsdorf, Tel. +49 911 395-2132, dirk.moersdorf@gfk.com">dirk.moersdorf@gfk.com

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