Stuhlfabrik Schnieder: Wie kreiert man einen Stuhl?
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Stuhlfabrik Schnieder: Wie kreiert man einen Stuhl?

22.07.2016 | Silvia Rütter Kommunikation

Wie man einen Stuhl kreiert, weiß Designer Detlef Fischer

Gastronomiestuhl Mats / Bildquelle: Stuhlfabrik Schnieder GmbH
Gastronomiestuhl Mats / Bildquelle: Stuhlfabrik Schnieder GmbH

Juli 2016, PM der Stuhlfabrik Schnieder; Der Designer Detlef Fischer hat schon einige Möbel für Schnieder entworfen, zuletzt die Stühle Mats und Torge. Sie bestechen durch ihr puristisches Design und ihre handwerkliche Ausführung. Viele Biegeteile sind in den Stühlen verarbeitet. Die Herstellung der Sitzmöbel erfolgt wie vor 98 Jahren im Schnieder-Werk Lüdinghausen. Inspiriert wurden die beiden Modelle durch einen 60er Jahre Stuhl: ?Ich erinnere mich an ein freigestelltes Gestell und eine merkwürdig gepolsterte Sitzfläche.

Der gesamte Stuhl stand sehr steil.? Doch dieses Modell sollte nur die Kreativität des Designers anregen. Er entwarf anfangs zwei Stühle unabhängig voneinander, ?bis klar wurde, dass die Stuhlfabrik Schnieder in Stuhlfamilien denkt und mit Baugruppen arbeitet, die durch verschiedene prägende Elemente eine völlig neue Aussage erhalten. Auf dieser Basis entwickelte ich die Modelle weiter?, so Detlef Fischer.

Als Riesenvorteil erlebte er dabei die Fertigungsmöglichkeiten in Lüdinghausen. Ein langjährig erfahrener Mitarbeiter machte sich auf Basis der 1:1 Zeichnungen mittels Aufriss an die Prototypen-Fertigung. Etwa zeitgleich gingen die Modelle in die CNC-Programmierung. In dieser Zeit fand zwischen den Beteiligten eine rege Abstimmung statt. Es ging darum, ob der am PC entwickelte Stuhl noch Anpassungen erforderte. Im Team diskutierte man über Sinnhaftigkeit und Praktikabilität und fand einen Kompromiss. ?Es ist immer eine Gratwanderung?, bemerkt der Designer. ?Man muss etwas abgeben, aber es darf nicht so weit gehen, dass man die Designidee aus dem Auge verliert.? 

Bei Mats und Torge wurden die Vordergestelle und die Stellung der Stuhlbeine angeglichen. Dann ging es natürlich auch noch um Ergonomie. Der erfahrene Möbeldesigner hat die Geometrien, wie Sitzhöhe, -winkel und -neigung fest im Hinterkopf verankert. ?Ich arbeite am Rechner und kann gut mit Proportionen umgehen. Was man schwer einschätzen kann, sind Größe und tatsächliche Wirkung der Objekte. Das macht das Prototyping so spannend. Für mich ist das jedes Mal wieder ein aufregender Moment.

Ich habe es in meiner langen Tätigkeit auch schon erlebt, dass ich über einen Prototyp enttäuscht war. Doch das ist zum Glück eher die Ausnahme als die Regel?. Denn Detlef Fischer denkt während des kreativen Prozesses auch an die konstruktiven Anforderungen: ?Es mag meine Stärke sein, dass ich nicht nur in freien Formen denke, sondern dass immer die technische Umsetzung mitschwingt. Die Teile eines Stuhls müssen eine gewisse Stärke haben, sie müssen halten, und man muss sie verbinden können. Das erfordert einen höheren Aufwand in der Entwurfsphase, verkürzt aber den Weg zur Serienreife.?

Bei Mats und Torge dauerte die gesamte Entwicklung etwa sechs Monate: von der Idee über den Entwurf, eine Varianten-Auswahl, die Datengenerierung und das Prototyping bis zur Produktionsreife. Schnell kam bei den Kunden der Wunsch nach einem passenden Hocker in 65er Höhe, denn halbhohe Sitzgelegenheiten werden in Restaurants und Cafés immer beliebter. In diesem Zusammenhang stellte sich natürlich die Frage, was zu ändern war.

Das war nicht so einfach, denn die Sitzgeometrie, Sitz- und Rückenteile sollten unverändert bleiben. Für die Hocker wurden vor allem die Stellung und Winkel der Beine optimiert und der Zargenrahmen angepasst. ?Besonders gut gefallen mir diese beiden Stühle und die passenden Hocker 10426 und 10427, weil sie eine der Kernkompetenzen der Stuhlfabrik Schnieder herausstellen: das Biegen des Holzes. Dadurch lassen sich ganz andere Formen denken und generieren?.

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