Wenn Hotels ihre Ausstattung aus dem Ausland beziehen
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Wenn Hotels ihre Ausstattung aus dem Ausland beziehen

28.09.2026 | Enyma GmbH

Vielen Hotels ist es mittlerweile wichtiger denn je, sich auf unterschiedliche Weise von ihren Mitbewerbern abzuheben. Unabhängig davon, ob es darum geht, besondere Speisen zu präsentieren, moderne Technik zu bieten oder im Restaurant auf Designer-Equipment zu setzen: Ein Einkauf im Ausland kann sich lohnen

Symbolbild Hotelzimmer / Bild: Hotelier.de
Symbolbild Hotelzimmer / Bild: Hotelier.de

Immerhin sorgen internationale Anbieter dafür, dass direkt eine größere Auswahl zur Verfügung steht. Zudem bieten sie Produkte, die über deutsche Anbieter nicht (oder nur sehr schwer) erhältlich sind. Doch trotz aller Vorteile, die der internationale Einkauf bietet, ist es wichtig, auf die Details zu achten.

Ein niedriger Preis bedeutet noch lange nicht, dass das Ganze auch wirtschaftlich überzeugt. Wenn zum Beispiel in einer anderen Währung abgerechnet wird beziehungsweise die Ware aus einem Drittland kommt, können zusätzliche Kosten entstehen. Umso wichtiger ist es, nicht nur den reinen Warenwert zu berücksichtigen.

Worauf sollten Verantwortliche bei einem direkten Vergleich achten?

Um herauszufinden, wie attraktiv ein Angebot eines internationalen Händlers ist, ist es im ersten Schritt wichtig, die verschiedenen Währungen miteinander zu vergleichen. Ein Angebot über 20.000 US-Dollar lässt sich nicht einfach mit einem Angebot über 18.000 Euro vergleichen. Der Wechselkurs spielt in diesem Zusammenhang eine besonders wichtige Rolle. Vor allem in Bezug auf größere Anschaffungen können schon kleine Kursunterschiede einen Unterschied von mehreren hundert Euro machen.

Ergänzend hierzu wirkt sich auch die Art der Bezahlung auf die tatsächlichen Kosten aus. Wer die Rechnung mit einer Kreditkarte begleicht, wird je nach Anbieter oft mit einem Fremdwährungsentgelt konfrontiert. Wer öfter bei Lieferanten außerhalb des Euroraums bestellt, ist daher gut beraten, die Konditionen seiner Karte zu prüfen, und sollte Kreditkarten ohne Fremdwährungsgebühr vergleichen. Immerhin fallen zum Beispiel bei einem Einkaufsvolumen von 30.000 Euro in einer Fremdwährung bei 2% Fremdwährungsentgelt zusätzliche Kosten von 600 Euro an.

Zusatztipp: Auch der zeitliche Faktor wird relevant. Bei Einkäufen über die Landesgrenzen hinaus liegen zwischen dem Angebot, der Bestellung und der tatsächlichen Zahlung manchmal mehrere Wochen. Verändert sich der Wechselkurs in dieser Zeit, verändert sich auch die Höhe der Gesamtkosten. Daher kann es sich lohnen, den Lieferanten nach einem festen Preis in Euro zu fragen. Vor allem bei größeren Summen ist es sinnvoll, mit der Hausbank zu klären, welche Möglichkeiten es gibt, um Wechselkursrisiken abzusichern.

Diese Zusatzkosten entstehen bei Einkäufen außerhalb der EU

Ob und inwiefern Zusatzkosten anfallen, ist auch davon abhängig, wo genau bestellt wird. Ordert ein Hotel seine Ausstattung innerhalb der EU, fallen keine weiteren Zölle auf Waren an, die zwischen den Mitgliedstaaten befördert werden. Anders verhält es sich, wenn Möbel, technische Ausstattung oder Ähnliches direkt aus einem Drittland kommen. Hier können (zusätzlich zum Warenpreis) unter anderem Zölle und Einfuhrumsatzsteuer relevant werden. Wie hoch die entsprechenden Zusatzkosten sind, lässt sich nicht pauschal sagen. Hier werden vor allem die Art und der Ursprung der Ware berücksichtigt.

Tipp: Weitere Informationen finden Interessierte über EZT-online. Auf dieser Seite ist es möglich, den Zollsatz und weitere Maßnahmen zu prüfen, die bei der Einfuhr beachtet werden müssen.

Für Geschirr und Küchenausstattung gelten gesonderte Regeln

Verantwortliche, die Geschirr und Küchenutensilien bei einem internationalen Anbieter bestellen, müssen besondere Vorgaben berücksichtigen. So können Behälter, Teile von Maschinen, Teller und Co. als sogenannte „Lebensmittelkontaktmaterialien" gelten. Und genau für diese gelten innerhalb der EU Anforderungen. Diese sollen verhindern, dass einzelne Bestandteile in einer Menge auf Lebensmittel übergehen, die die Gesundheit gefährden könnten. Geschmack und Geruch der Speisen dürfen außerdem nicht beeinträchtigt werden.

Das heißt: Wenn ein Hotel dementsprechend individuell gestaltetes Geschirr oder Küchenzubehör direkt bei einem Hersteller außerhalb der EU bestellt, sollte dieses nicht nur beim Design überzeugen. Vor der jeweiligen Bestellung muss geprüft werden, ob das Produkt für den jeweiligen
Lebensmittelkontakt geeignet ist. Zudem ist es wichtig, in Erfahrung zu bringen, welche Nachweise für das jeweilige Material erforderlich sind.

Zusatztipp: Bei individuell produzierten Serien ist es sinnvoll, zunächst ein Muster zu bestellen. So lassen sich Material, Verarbeitung und Maße kontrollieren, bevor eine komplette Ausstattung geliefert wird.

Für Direktimporte gilt: Hotels können selbst zum Importeur werden

Wenn ein Hotel technische Ausstattung direkt von einem Hersteller außerhalb der EU bestellt, kann sich die rechtliche Situation noch einmal verändern. Sollte ein Unternehmen, das seinen Sitz in der EU hat, ein Produkt auf dem europäischen Markt in Verkehr bringen, kann dieses die Rolle des Importeurs übernehmen. Hiermit sind gesonderte Pflichten verbunden.

Der Importeur muss bei Produkten, die den entsprechenden EU-Vorschriften unterliegen, kontrollieren, ob der Hersteller die Konformitätsbewertung durchgeführt hat. Zudem muss er prüfen, ob alle erforderlichen Unterlagen vorhanden sind und Kennzeichnungen sowie Sicherheitsinformationen kontrollieren.

Dass eine CE-Kennzeichnung vorliegt, bedeutet nicht, dass alle Anforderungen erfüllt wurden. Hinzu kommt, dass ohnehin nicht alle Produkte eine solche Kennzeichnung tragen müssen. Diese ist nur für bestimmte Produktgruppen vorgeschrieben. Im Hotelbereich fallen hierunter unter anderem:

  • bestimmte Leuchten und Küchengeräte
  • Maschinen, zum Beispiel im Bereich der Wäscherei
  • Messgerät und Waagen
  • Gasgerät, zum Beispiel zum Kochen

Ersatzteile: Vorsicht vor langen Lieferzeiten

Vor allem bei der Bestellung technischer Ausstattung sollte sich die Kalkulation nicht ausschließlich auf die Geräte an sich beziehen. Schon vor der Bestellung gilt es, zu klären, wie die Versorgung mit Ersatzteilen organisiert ist. Dies gilt vor allem für Geräte, die im täglichen Betrieb unverzichtbar sind.

Wenn eine Spül- oder Waschmaschine ausfällt, können lange Wartezeiten zu einem Problem werden. Umso wichtiger ist es, beim jeweiligen Lieferanten zu fragen, ob und wie schnell Verschleiß- und Ersatzteile in Deutschland bzw. in der EU verfügbar sind. Wenn selbst kleinere Komponenten erst aus einem Drittland geliefert werden müssen, kann dies den Ablauf deutlich verlangsamen. Außerdem muss dann oft mit höheren Transport- bzw. Importkosten kalkuliert werden.

Ähnliches gilt für Wartung und Reparatur. Verantwortliche sollten sich vor dem Kauf erkundigen, ob der Hersteller mit Servicepartnern vor Ort zusammenarbeitet und wie lange ein Termin in etwa dauert. Ergänzend hierzu lohnt es sich natürlich auch, einen Blick auf die Garantiebedingungen zu werfen.

Wichtig: Ein Preisvorteil beim Einkauf kann sich mitunter schnell relativieren, wenn eine Anlage über einen längeren Zeitraum nicht genutzt werden kann. Das Gleiche gilt, wenn Reparaturen nur mit erheblichem Aufwand möglich sind.

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