Deutsche Exportwirtschaft muss sich auf neue Märkte einstellen
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Deutsche Exportwirtschaft muss sich auf neue Märkte einstellen

31.08.2010 | ifo.de
•       ifo Institut entwickelt Indikator zur Prognose der Exportnachfrage
•       Boom in Asien -  Eurozone und Großbritannien verlieren an Bedeutung
•       Weitere Erschließung der aufstrebenden Märkte entscheidend für den künftigen Erfolg der deutschen Exportwirtschaft
Hamburger Hafen - Motor des Exports
Hamburger Hafen - Motor des Exports
München, 30. August 2010 – Die deutsche Exportwirtschaft muss sich auf eine weitere Verschiebung der Nachfrage einstellen. Das geht aus einer aktuellen Analyse des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung hervor. Um bei Prognosen der unterschiedlichen Entwicklung in verschiedenen Märkten Rechnung zu tragen, hat das Institut einen Exportnachfrageindikator entwickelt. Der Indikator berücksichtigt die wirtschaftliche Dynamik in den 25 wichtigsten Abnehmerländern deutscher Güter.

Die Nachfrage nach deutschen Exporten aus den so genannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) hat bereits in den vergangenen zehn Jahren stetig zugenommen. Ihr Anteil an den deutschen Ausfuhren stieg von vier Prozent (2000) auf neun Prozent (2009). Insbesondere China sticht mit einer Steigerung des Anteils von zwei auf fünf Prozent hervor. Der Indikator zeigt, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. Aufgrund der hohen wirtschaftlichen Dynamik in den BRIC-Staaten dürfte die Nachfrage nach deutschen Investitionsgütern aus diesen Regionen weiter wachsen.

Gleichzeitig hat die Bedeutung der traditionellen Hauptabnehmer (Eurozone, Großbritannien und USA) abgenommen. Ihr Anteil an den deutschen Exporten ist zwar immer noch hoch, fiel aber in den vergangenen zehn Jahren um sechs Prozentpunkte. Aufgrund des geringen Wirtschaftswachstums in den PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien) und in Großbritannien prognostizieren die ifo Forscher für die kommenden Jahre aus diesen Ländern eine schwache Nachfrage nach deutschen Gütern. Der Anteil der USA an den deutschen Exporten dürfte sich hingegen aufgrund der leicht überdurchschnittlichen Wachstumsaussichten etwa auf dem aktuellen Stand stabilisieren.

„Aufstrebende Länder wie China, Indien, Brasilien, Polen und Russland werden zunehmend das deutsche Exportwachstum prägen. Die weitere Erschließung dieser aufstrebenden Märkte ist entscheidend für den künftigen Erfolg der deutschen Exportwirtschaft“, sagt ifo Forscher Steffen Elstner.
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