Mobile Payment-Angebote weltweit gefragt
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Mobile Payment-Angebote weltweit gefragt

19.05.2011 | GfK SE, Corporate Communications
Internationale Studie von GfK Custom Research zu Chancen und Herausforderungen für Mobile Payment-Angebote

Nürnberg, 17. Mai 2011 Bezahlen mit dem Mobiltelefon, so genanntes Mobile Payment, hat sich in Deutschland bislang noch nicht etabliert. Laut einer internationalen Studie von GfK Custom Research findet hierzulande die Hälfte der Verbraucher derartige Angebote reizvoll. Die Vielzahl der traditionellen und komfortablen Bezahlsysteme wie EC- und Kreditkarte lässt das Interesse aber niedriger als in anderen Ländern ausfallen. Entscheidende Erfolgsfaktoren für mobile Zahlsysteme sind Vertrauen in die Anbieter und Nutzungsfreundlichkeit.

Das Mobiltelefon hat sich zu einem wahren Tausendsassa entwickelt. Neben dem reinen Telefonieren bieten Smartphones mittlerweile unerschöpfliche Anwendungsmöglichkeiten wie E-Mail, Internet, Navigation oder Unterhaltung. Der ständige Begleiter des modernen Menschen kann fast alles. Nur mit dem Mobiltelefon in Geschäften zu bezahlen, ist bislang noch nicht möglich. Zumindest nicht in Deutschland.

Die Technologie für derartige Angebote ist seit Jahren vorhanden und in anderen Ländern wie Japan oder Süd Korea bereits erprobt. So genannte Near Field Communication (NFC)-Chips in den Mobiltelefonen ermöglichen es, Geldbeträge an Geräte in unmittelbarer Nähe zu senden. Also beispielsweise an die Kasse in einem Geschäft oder ein anderes Mobiltelefon.

Unterschiedlich starkes Interesse weltweit
Das Interesse an Mobile Payment ist weltweit vorhanden, unterscheidet sich aber von Land zu Land deutlich. Wie die von GfK Custom Research in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Brasilien, Süd Korea, China und den USA durchgeführte Studie zeigt, bewerten im Schnitt 62 Prozent der Verbraucher Mobile Payment Angebote als reizvoll. In Deutschland liegt der Wert mit 56 Prozent leicht darunter. Die Verbraucher in China (82 Prozent) und Brasilien (73 Prozent) sind hingegen weitaus begeisterter von Mobile Payment. In diesen Ländern sind flächendeckende Zahlungssyteme mittels Kredit- oder Bankkarten allerdings auch deutlich weniger etabliert.

Aber selbst unter den Deutschen gibt es klare Unterschiede. So haben Männer ein größeres Interesse an Mobile Payment als Frauen. Auch das Alter ist ein wichtiger Faktor: Unter den 16 bis 24-Jährigen erachten 75 Prozent der Befragten ein mögliches Mobile Payment-Angebot als reizvoll. Bei Personen zwischen 25 und 54 liegt der Wert nur noch bei rund 58 Pro-zent, ab einem Alter von 55 Jahren lässt das Interesse rapide nach.

Führungsrolle umstritten
In der Vergangenheit wurde immer wieder ein baldiger Durchbruch für Mobile Payment basierend auf NFC-Technologie prophezeit. In den meisten Ländern mangelte es bis dato aber an der notwendigen Zusammenarbeit von Netzbetreibern, Finanzinstituten und den Herstellern der Mobiltelefone, um dem System zum Erfolg zu verhelfen.

Für die einzelnen Akteure steht vor allem die Frage im Raum, wer am Ende die führende Rolle im Kontakt zum Kunden hat. Profitieren könnten sie auf unterschiedliche Art und Weise. So wäre für Banken das Mobile Payment ein notwendiger evolutionärer Schritt, hin zu einem attraktiven, zukunfts-weisenden Angebot. Wer sich hier positioniert, kann sein Image nachhaltig modernisieren. Für die Betreiber der Mobilfunknetze bietet Mobile Payment die Möglichkeit, neben den etablierten Sprach-, Text- und Datendiensten eine neue Einnahmequelle zu erschließen.

Vertrauen als Schlüssel zum Erfolg
Fragt man die Verbraucher, bei welchem der potenziellen Anbieter von Mobile Payment-Angeboten sie sich am sichersten fühlen würden, dann punkten weltweit vor allem die Finanzdienstleister. Speziell Banken genießen hier einen großen Vertrauensvorschuss. Im Schnitt aller untersuchten Länder geben 73 Prozent der Befragten an, dass sie Banken als Mobile Payment-Anbieter Vertrauen entgegenbringen.

In Deutschland liegt der Wert mit 86 Prozent sogar deutlich darüber. Kreditkartenunternehmen erreichen unter den Deutschen einen Wert von 71 Prozent, Mobilnetzbetreiber noch 63 Prozent. Einer Kooperation von Banken und Mobilnetzbetreibern als Anbieter von Mobile Payment würden 74 Prozent der Deutschen vertrauen. Im internationalen Schnitt bewerten 66 Prozent der Befragten eine derartige Kooperation als vertrauenseinflößend.

Kooperationen als Erfolgsrezept
Eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure verspricht für die Zukunft von Mobile Payment die größten Erfolgsaussichten. Die Finanzinstitute genießen unter den Verbrauchern den höchsten Vertrauensvorschuss. Mobilnetzbetreiber punkten mit ihrer Erfahrung bei der Einrichtung einer zuverlässigen, schnellen und sicheren Infrastruktur. Die Hersteller von Mobiltelefonen verfügen über das beste Wissen, wie Applikationen gestaltet werden müssen, dass sie intuitiv bedienbar sind.

Dass sich Zusammenarbeit auszahlt, zeigt das Beispiel Spanien. Trotz eines traditionell gut entwickelten Banken- und Zahlsystems sind Mobile Payment-Angebote für die Spanier erheblich reizvoller als beispielsweise für die Deutschen. Insgesamt 72 Prozent der Spanier halten sie für attraktiv, verglichen mit 56 Prozent hierzulande.

Die Gründe sind vielschichtig. Zum einen haben eine Reihe von spanischen Banken bereits Mobile Payment-Angebote getestet und hierfür stark geworben. Besonders wichtig ist aber eine Zusammenarbeit der führenden spanischen Mobilnetzbetreiber, um den Konsumenten einheitliche und vereinfachte NFC-Technologie anbieten zu können.

Zur Studie
Für die Analyse führte GfK Custom Research Online-Interviews in den fol-genden neun Ländern durch: Deutschland (n=999), Großbritannien (n=853), USA (n=1.004), Frankreich (n=1.000), Italien (n=1.103), Spanien (n=997), Brasilien (n=987), China (n=659) und Süd Korea (n=1.001). Die Umfragen sind repräsentativ für die Bevölkerung mit Internetzugang der jeweiligen Länder.

In Deutschland, Großbritannien, Frankreich, USA, Italien, Spanien und Süd Korea ist die Internetpenetration mittlerweile so weit fortgeschritten, dass Online-Interviews sie auch annähernd repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sind. In China und Brasilien vertreten die Internetnutzer eher die städtischen, wohlhabenderen und technologisch fortgeschrittenen Bevölkerungsgruppen.

Weitere Informationen:
Robert Wucher, Tel. +49 911 395-2523, robert.wucher@gfk.com">robert.wucher@gfk.com

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