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Allrisk-Deckung richtig aushandeln

09.11.2015 | Mosaic Versicherungsmakler GmbH

Im August trat bei einem Unfall in einer Hamburger Chemiefabrik eine gefährliche Lauge aus und führte bei Anwohnern zu Atembeschwerden. Auch ein Hotel mit rund 240 Gästen musste vorsorglich evakuiert werden. Viele Gäste suchten sich anderweitige Unterkünfte oder bestanden zumindest auf Preisnachlässen oder Stornierung der Übernachtungsrechnung. Also ein klassischer Betriebsunterbrechungsschaden?

Wohl kaum eine Police bietet für solche Fälle Versicherungsschutz. Ohne Allriskdeckung würde es sich noch nicht mal um eine versicherte Gefahr handeln. Zudem entstand auf dem Hotelgelände kein Sachschaden - der Unfallort lag rund 800 m vom Hotel entfernt.
Die Bedingungen fast ausnahmslos aller Versicherer setzen einen Sachschaden auf dem Versicherungsgrundstück voraus.

Aus demselben Grund gab es 2010 beim Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull in Island keine Entschädigungen. Viele Hotels hatten damals unerwartete Zimmerleerstände, da Gäste aufgrund starker Einschränkungen im Flugverkehr nicht anreisen konnten. In der Folge wurde in Fachkreisen die Möglichkeit, solche Ereignisse künftig zu versichern abschlägig beschieden - die Auswirkungen seien unkalkulierbar.

Beide Schadensbeispiele zeigen, dass Versicherungsschutz früher oder später immer Grenzen hat - je nachdem wie Sie verhandelt haben.
Selbst die beste Allrisk-Deckung nützt also nichts, wenn die Voraussetzungen für den Leistungseintritt nicht gegeben sind.
Ein oberflächlicher Vergleich von Versicherungspolicen ist somit ohne detaillierten Bedingungsvergleich wenig aussagekräftig.

  • Haben Sie also z.B. vertraglich jährliche Elektrorevisionen durch VDS-Sachverständige vereinbart, besteht (zumindest bei Kausalität) nur dann Versicherungsschutz gegen Feuer, wenn Sie im Schadensfall entsprechende Revisionsberichte vorlegen können.
  • Wurde für Wertsachen im Tresor eine bestimmte Sicherungsklasse vereinbart, ist für wirksamen Versicherungsschutz auch das vereinbarte Wertbehältnis vorzuhalten.
  • Ist Wiederherstellung gleicher Art, Größe und Güte vereinbart, haben Sie auch nur unter Beachtung dieser Prämissen Anspruch auf den Neuwert.

In genau diesen Bereichen liegen also die Fallstricke, die häufig zum Versagen des Versicherungsschutzes oder zumindest zu spürbaren Schadenskürzungen führen. Und aus Versicherersicht ist es ja nachvollziehbar, dass solche Vereinbarungen nicht freiwillig oder zumindest nur äußerst zögerlich "entschärft" werden.
Über Klauselwerke können aber tatsächlich zahlreiche "Puffer" geschaffen werden, die den Versicherungsschutz gewährleisten, beispielsweise:

  • Verzicht auf VDS-Klauseln,
  • Sicherungsklassen von Tresoren sind verhandelbar,
  • Einschluss von An-/Abfahrtsbehinderungen,
  • Zuliefererrückwirkungsschäden oder Mehrkosten durch alternative Gästeunterbringung eingeschlossen werden,
  • sogar der Ersatz von Umsatzverlusten wegen verminderter Kundenfrequenz aufgrund von Sachschäden im Umkreis um das versicherte Hotel ist mittlerweile möglich.

Fazit: ohne Hinzuziehung von Fachkunde sind bestenfalls leicht modifizierte Standardlösungen zu erzielen - vom Versicherer oder dessen Vertretern sind i.d.R. jedenfalls keine wirklichen Novationen zu erwarten. Beste Lösungen erfordern best advice durch die Hinzuziehung von spezialisierten, unabhängigen Beratern.

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