Weihnachtsbaum + Steuersatz = deutsche Finanzbürokratie
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Weihnachtsbaum + Steuersatz = deutsche Finanzbürokratie

21.12.2016 | Wolfgang Ahrens Hotelier.de

Weihnachten und das liebe Geld: Fünf verschiedene Mehrwertsteuersätze kann es bei Weihnachtsbäumen geben. Wir berichten über ein geplantes Verwirrspiel

Nur das Finanzamt hat den Weihnachtsbaum soooo lieb...
Nur das Finanzamt hat den Weihnachtsbaum soooo lieb...

"Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie grün sind Deine Blätter? Du grünst nicht nur….", singen wir auch zur Weihnachtszeit immer gerne wieder. Das Finanzamt singt es auch, nur ein bisschen anders: "Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie teuer sind Deine Blätter? Du grünst….", denn der Mehrsteuersatz ist so verschieden, dass auch hier der Verdacht aufkommt, die Verwirrung sei inwischen systemrelevant.

Der Weihnachtsbaum und seine fünf möglichen Steuersätze

  • Kunstbäume: 19 % Mehrwertsteuer
  • Weihnachtsbäume im Baumarkt: 7 % Mehrwertsteuer
  • Weihnachtsbäume beim Landwirt: keine Mehrwertsteuer; investiert der Landwirt größere Summen und will er Vorsteuer zum Abzug bringen, kann er auch die normale Besteuerung wählen. Dann wird man auch hier 7 % Mehrwertsteuer los
  • Wird der Weihnachtsbaum als landwirtschaftliches Erzeugnis z.B. im Rahmen der Aufzucht in einer Baumschule deklariert, werden 10,7 % Mehrwertsteuer berechnet
  • Ist der Weihnachtsbaum aus dem Wald, ist er ein forstwirtschaftliche Erzeugnis und es werden 5,5 % Mehrwertsteuer fällig

Warum gibt es dieses Steuerwirrwarr in Deutschland?

Können Sie sich noch an das Steuerkonzept von Friedrich Merz und Paul Kirchhoff erinnern? Das sah einen Steuersatz von 12, 24 und 36 Prozent vor und jeder Bürger sollte sich seine Steuern Bierdeckel ausrechnen können.

Das war im Jahr 2003 und danach muteten sich einige Bundestagsabgeordnete die Mammutaufgabe zu, das Steuerrecht in Deutschland zu reformieren. Damals gingen dann Vorschläge in Form von diversen Leitz Ordnern an die  Finanzdienstleistungsaufsicht. Dort liegen sie heute noch, weil die Prüfung der Akten so lange dauerte, dass inzwischen andere Abgeordnete im Bundestag saßen. Paul Kirchhoff glaubt immer noch an die Zukunft seiner Steuerreform. Die Finanzämter lassen ihm seinen Glauben, denn der kostet ja bekanntlich nichts.

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