Green Pearls GmbH Nachrichten
Kostenlose Anfragen an unsere Lieferanten stellen und Preisinformationen erhalten

Green Pearls News

09.07.2026 | Green Pearls

Die Green Pearls GmbH in Darmstadt vereint internationale Tourismusunternehmen, die sich dem Umweltschutz und sozialen Engagement widmen, und bietet eine weltweit einzigartige Datenquelle für nachhaltige Hotels, Destinationen und Restaurants. Die Aufnahme bei Green Pearls erfordert einen umfassenden Nachhaltigkeitsplan, ökologische Bauweise, effiziente Ressourcennutzung und soziales Engagement

Green Pearls Logo
Green Pearls Logo
Hotel Korinjak vegetarisches Essen / Foto: Hotel Korinjak
Hotel Korinjak vegetarisches Essen / Foto: Hotel Korinjak
Ferienhäuser Ebner 1822 - Blick von Dorfschenke / Foto: Ferienhäuser Ebner 1822
Ferienhäuser Ebner 1822 - Blick von Dorfschenke / Foto: Ferienhäuser Ebner 1822

Die Schlüsselstelle: Richtige Entsorgung von Altöl aus Hotelküchen

In Deutschland werden laut Bundesverband Altöl (BVA), basierend auf Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie des Umweltbundesamts (UBA), etwa 80 % des Altöls einem hochwertigen Recycling zugeführt. Gleichzeitig bleiben jährlich rund 100.000 Tonnen Altöl ohne nachvollziehbare hochwertige Verwertung (Quelle: BVA, 2024).

Die fachgerechte Entsorgung ist für eine etwaige Wiederverwertung essenziell. Altöl darf unter keinen Umständen über den Abfluss entsorgt werden, da es Rohrsysteme verstopft, Kläranlagen belastet und im schlimmsten Fall Böden und Grundwasser kontaminiert.

Die EU-Abfallrahmenrichtlinie schreibt daher die getrennte Sammlung und ordnungsgemäße Behandlung vor. In der Praxis heißt das, dass Hotel- und Restaurantküchen ihr Altöl in geeigneten, meist verschließbaren Behältern sammeln, die regelmäßig von spezialisierten Entsorgungsfirmen abgeholt werden. Dieser Schritt ist entscheidend, denn nur sauber getrenntes Altöl kann hochwertig weiterverarbeitet werden.

Vom Abfall zum Rohstoff

Hier beginnt die eigentliche Chance, denn sauberes Altöl ist längst ein gefragter Rohstoff. Seine energiereiche Struktur macht es besonders für verschiedene industrielle Anwendungen wertvoll. Ein klassischer Verwertungsweg ist die Herstellung von Biodiesel. Dabei werden gebrauchte Speiseöle chemisch aufbereitet und in einen Kraftstoff umgewandelt, der fossile Energieträger ersetzen kann.

Ein konkretes Beispiel aus der Praxis liefert das Bio- und Wellnessresort Stanglwirt. Dort wird das gesamte anfallende Altöl von 9.720 kg zu Biodiesel verarbeitet, wodurch im letzten Jahr eine messbare CO₂-Einsparung von fast 27.000 kg CO2 erzielt wurde. Noch dynamischer entwickelt sich die Nutzung von Altöl im Bereich der Luftfahrt. Sogenannter Sustainable Aviation Fuel (SAF), also „nachhaltiger“ Flugtreibstoff, basiert heute zu einem großen Teil auf gebrauchten Speiseölen und tierischen Fetten.

Laut Internationaler Energieagentur wurden im Jahr 2023 rund 340 Millionen Gallonen SAF eingesetzt, die ein Einsparpotenzial von bis zu 80 % CO₂ im Vergleich zu fossilem Kerosin mit sich brachten. Auch wenn dieser Anteil im Vergleich zum gesamten Kerosinverbrauch noch gering ist, gilt SAF als einer der wichtigsten Hebel zur Reduktion von Emissionen im Flugverkehr.

Reduktion beginnt in der Küche

Wie nachhaltiger Umgang mit Altöl konkret aussehen kann, zeigen die kuratierten Hotelpartner aus dem Green Pearls® Netzwerk entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Angefangen beim gezielten Einkauf über die bewusste Nutzung bis hin zur Entsorgung und Wiederverwertung.

Der Schloss Lerchenhof zeigt, wie stark sich durch eine konsequent angepasste Küchenphilosophie die Menge an Altöl auf rund 100 Liter pro Jahr reduzieren lässt: Die Küche arbeitet überwiegend mit tierischen Fetten wie Schweineschmalz und Rindertalg aus der eigenen Landwirtschaft sowie mit Sonnenblumenöl und hochwertigen Salatölen. Intensives Frittieren ist kein Bestandteil des Küchenkonzepts. Das anfallende Altfett wird über ein zertifiziertes Recyclingunternehmen fachgerecht entsorgt.

Kleinere Betriebe wie das Hotel Bella Vista Zermatt setzen beispielsweise auf ein reduziertes gastronomisches Angebot, bei dem kaum Altöl anfällt. Auch das ist ein wirksamer Beitrag zur Ressourcenschonung. Im OCÉANO Health Spa Hotel wird das Frittieren ebenfalls bewusst minimiert, da der Fokus ohnehin auf einer gesundheitsbewussten Küche liegt.

Gleichzeitig wird dem Gästewunsch nach frittierten Speisen entsprochen, wenn auch in einer besonders ressourcenschonenden Form: Die eingesetzten Öle werden nicht überhitzt, sondern gezielt und sparsam verwendet, unter anderem indem sie fein auf die Produkte aufgesprüht und anschließend im Ofen schonend gegart werden.

So lässt sich die Lebensdauer der Öle deutlich verlängern und ihr Verbrauch insgesamt senken. Sobald das Öl nicht mehr für den Einsatz in der Küche geeignet ist, wird es an ein lokales Unternehmen übergeben, welches es weiterverarbeitet und in andere Produkte überführt.

Das italienische Relais del Maro geht noch einen Schritt weiter und verzichtet vollständig auf frittierte Speisen. Auch das Naturresort Gerbehof arbeitet ganz ohne Fritteuse und nutzt Alternativen wie die Ofenzubereitung. Diese Beispiele machen deutlich, dass das massenhafte Aufkommen an Altöl kein fixer Bestandteil der Gastronomie sein muss. Stattdessen reduzieren bewusste Entscheidungen und alternative Zubereitungsmöglichkeiten den Abfall, ohne dass die Gäste etwas auf der Speisekarte vermissen.

Nach der Reduktion kommen die Sammlung und Verwertung

Ergänzend spielt auch die Organisation der Sammlung eine entscheidende Rolle für einen funktionierenden Kreislauf. Im Hotel Korinjak wird Altöl in dafür vorgesehenen Behältern sicher gelagert und von autorisierten Entsorgern abgeholt, wodurch eine fachgerechte Weiterverarbeitung gewährleistet ist. Das APIPURA hotel rinner setzt auf gemeinschaftliche Sammelsysteme mit Partnern wie Ecosole und bündelt durch die Kooperation Ressourcen.

Auch andere Green Pearls® Partner setzen auf eine korrekte Sammlung des Altöls und arbeiten mit zertifizierten Recyclingpartnern zusammen. Im My Arbor wird das anfallende Altöl regelmäßig von spezialisierten Unternehmen abgeholt, um zu neuen Endprodukten weiterverarbeitet zu werden. Das niedersächsische Hotel Okelmann’s kooperiert mit regionalen Partnern, um kurze Wege und transparente Prozesse sicherzustellen, während das Hotel Weihrerhof die Entsorgung über kommunale Strukturen organisiert.

Im Hotel Das Rübezahl wird Altöl von vornherein nicht als Abfall, sondern als Wertstoff betrachtet, sorgfältig gesammelt und über zertifizierte Partner fachgerecht entsorgt. Fette und Öle werden zudem in hoher Qualität eingekauft sowie sparsam und gezielt eingesetzt, um Ressourcen zu schonen und die Entstehung von Altöl möglichst gering zu halten.

Chancen und Grenzen

Entscheidend für die Qualität der Weiterverarbeitung ist die Reinheit des gesammelten Altöls. Verunreinigungen durch Wasser, Speisereste oder Gewürze erschweren die Aufbereitung und reduzieren die Ausbeute. Daher beginnt Kreislaufwirtschaft nicht erst in der Industrie, sondern durch geschultes Küchenpersonal, saubere Trennung und eine geeignete Lagerung.

Doch auch unter den besten Voraussetzungen bleibt Altölrecycling eine Herausforderung. Die verfügbaren Mengen sind begrenzt, während die Nachfrage insbesondere aus der Energie- und Luftfahrtbranche weiter steigt. Zudem sind die Aufbereitungsprozesse energieintensiv und nicht vollständig emissionsfrei. Dennoch bietet Altöl ein erhebliches Potenzial zur Reduktion fossiler Ressourcen und zur Verringerung von Treibhausgasemissionen.

Am Ende zeigt sich: Altöl ist kein Abfall im klassischen Sinne, sondern ein wertvoller Rohstoff. Die Green Pearls® Community macht vor, wie ein verantwortungsvoller Umgang aussehen kann – durch Reduktion, effiziente Nutzung und konsequentes Recycling.

----------------------------------

Frühere Green Pearls News:

----------------------------------

Meldung vom 04.03.26

Erweiterung des internationalen Netzwerks nachhaltiger Unterkünfte

Green Pearls® Unique Places erweitert sein internationales Netzwerk nachhaltiger Unterkünfte um drei außergewöhnliche Häuser: die Ferienhäuser Ebner 1822 sowie das Slow Food Hotel Schloss Lerchenhof im österreichischen Kärnten und das GSTC-zertifizierte All-Inclusive-Resort Megasaray Club Belek in der Türkei. Die Neuzugänge stehen exemplarisch für die Vielfalt nachhaltiger Tourismuskonzepte – von ökologischer Bauweise über regionale Genusskultur bis hin zu zertifizierter Nachhaltigkeit im Resortsegment.

Ferienhäuser Ebner 1822 – Natürlich bauen, bewusst leben

Die freistehenden Ferienhäuser von Ebner 1822 wurden im Einklang mit der Natur errichtet: regionales Holz, Lehm und Biobaustroh prägen die traditionelle Bauernhaus-Konstruktion und sorgen für ein gesundes Raumklima. Traditionelles Wissen trifft hier auf moderne Gestaltung.

Nachhaltigkeit ist dabei ein integraler Bestandteil aller Bereiche, der sich sowohl in der naturnah gestalteten Umgebung als auch in den Produkten des Bio-Frühstückskorbs und der biologischen und saisonalen Kochkunst in der Dorfschenke zeigt. Gastgeber Barbara und Mario Sonnleitner vermitteln die Wertschätzung und Verbundenheit zu ihrer Region gern an ihre Gäste.

Slow Food Hotel Schloss Lerchenhof – Genuss mit Verantwortung

Das Slow Food Hotel Schloss Lerchenhof im Dreiländereck zwischen Österreich, Italien und Slowenien ist ein Vorreiter für Slow Travel und kulinarische Nachhaltigkeit in Kärnten. Als zertifizierter Slow Food-Leitbetrieb und Träger nationaler Umweltzeichen setzt das Hotel konsequent auf regionale und saisonale Produkte. Viele davon stammen aus der eigenen, nach ökologischen Grundprinzipien geführten Landwirtschaft.

Bei Workshops, Führungen oder beim eigenen Erkunden des „Kraftplatzes“ rund um das Biedermeier-Schloss erleben Gäste hautnah, wo die Produkte herkommen, und lernen mehr über ökologische Kreisläufe, lokale Handwerkskunst und bewusste Ernährung. Ebenfalls erlebbar durch die Gäste ist die Energiegewinnung, die dafür sorgt, dass das Hotel nahezu energieautark ist: Ein eigenes Kleinwasserkraftwerk sowie eine Biomasseanlage sorgen für Strom und Wärme.

»Um Perspektiven für zukünftige Generationen zu gewährleisten, sind wir aus Überzeugung Botschafter für einen ökologischen Umgang mit unserer Natur.« Familie Steinwender Inhaber vom Hotel Schloss Lerchenhof

Megasaray Club Belek – Nachhaltigkeit im All-Inclusive-Segment

Mit dem Megasaray Club Belek gewinnt das Green Pearls® Netzwerk ein All-Inclusive-Resort als Partner, das nach den Kriterien des Global Sustainable Tourism Councils (GSTC) zertifiziert wurde. Die Anlage direkt am Strand von Belek an der türkischen Riviera verfolgt einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, der Maßnahmen zur Abfall- und Wassereffizienz, Recycling, Energie- und Ressourcenmanagement sowie soziale Verantwortung umfasst.

Durch die GSTC-Anerkennung erfüllt das Resort verbindliche Umwelt- und Sozialstandards und geht stellenweise darüber hinaus. So errichtete die Megasaray-Gruppe einen eigenen Solarpark, der den Stromverbrauch des Megasaray Clubs Belek bereits zu 50 % deckt.

Zugleich setzt das Haus auf eine transparente Kommunikation gegenüber Gästen und Partnern und eine ständige Schulung der Mitarbeitenden zu nachhaltigen Themen. Auch Gäste werden eingebunden und mit Aktionen wie einer gezielten Promotion pflanzlicher Gerichte oder aktiven Hinweisen darauf, die Küste per Fahrrad zu erkunden, zum nachhaltigeren Handeln motiviert.

Mehr Sichtbarkeit für Nachhaltigkeit

Mit den neuen Partnern erweitert Green Pearls® die Sichtbarkeit glaubwürdiger und geprüfter Nachhaltigkeitskonzepte in unterschiedlichen Marktsegmenten. Angesichts steigender regulatorischer Anforderungen, wachsender Gästesensibilität und Greenwashing-Debatten gewinnen transparente Kriterien und nachvollziehbare Maßnahmen sowie eine klare Kommunikation an Bedeutung. Dies betrifft inhabergeführte Refugien ebenso wie große Resortbetriebe.

„Die neuen Partner zeigen, wie facettenreich nachhaltiger Tourismus heute gedacht und umgesetzt wird“, so Stefany Seipp, Gründerin und Geschäftsführerin von Green Pearls® Unique Places. „Unser Anspruch ist es, genau solche Häuser mit klarer Wertebasis sichtbar zu machen und ihre Geschichten fundiert zu erzählen. Egal ob klein oder groß.“

Andere Presseberichte