Alexander Kohnen über das Weinbauland Luxemburg
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Alexander Kohnen über das Weinbauland Luxemburg

03.09.2010 | International Wine Institute IWI

Unscheinbar und mit höchstem Qualitätsniveau

Alexander Kohnen vom International Wine Institute IWI, gleichzeitig Bildquelle für alle
Alexander Kohnen vom International Wine Institute IWI, gleichzeitig Bildquelle für alle
Domaine Alice Hartmann aus Wormeldange 2009er
Domaine Alice Hartmann aus Wormeldange 2009er "La Chapelle"

Wenn man bedenkt, dass Spanien als größtes Weinbauland 1,3 Millionen Hektar Weinberge bewirtschaftet, so ist es nur verständlich, dass unser Nachbarland Luxemburg mit gerade einmal 1300 ha Weinberge - das entspricht 0,001% der spanischen Weinbaufläche- im Schatten der der europäischen Weinproduzenten steht.

Die luxemburgische Winzerschaft versteht es seit Jahren ausgewählte Qualitäten zu erzeugen und zu einem guten Preis/-Genussverhältnis anzubieten. Das kleinste aller europäischen Weinbauländer liegt an der Mosel zwischen Schengen und Wasserbillig.

Die Weinberge wurden fast ausschließlich auf südlich orientierten Hanglagen angelegt. Die Mosel hat großen Einfluss auf das Mikroklima im östlichen Teil des Großherzogtums. Zum einen sorgt Sie für einen ausgewogenen Wasserhaushalt und zum anderen speichert das Oberflächenwasser tagsüber die Sonnenenergie welche nachts wieder abgegeben wird. Die Bodenverhältnisse teilen sich in zwei Bereiche.

Im nördlichen Bereich rund um Grevenmacher herrscht Muschelkalk vor, im südlichen Bereich rund um Remich findet man Keuper und Mergel. Auf dem Muschelkalk fühlt sich der Riesling sehr wohl, auf Keuper gedeihen feingliedrigere und weichere Weine aus Rivaner, Pinot Blanc und Pinot Gris. Vornehmlich trockene Weine sind in der Gunst der Winzer. Aufgrund der nördlichen Lage, wird im Mikroweinland Europas kaum Rotwein angebaut.

Alle Weine unterliegen einer besonderen strengen gesetzlichen Qualitätsprüfung. Bereits in den frühen 30er Jahren des letzten Jahrhunderts fasste die Luxemburger Regierung den Entschluss, offiziell über die Qualität der einheimischen Weinbauerzeugnisse zu wachen. Es wurde die "Marque Nationale" für den luxemburgischen Wein geschaffen.

Im Prinzip handelt es sich bei der Einteilung der Qualitätsstufen aus einem diplomatischen Mix der romanischen Weingesetze südlicher Weinbauländer und den deutschen Weinverordnungen. Die Qualität der Weine ist erkennbar an der Halsschleife oder dem Rückenetikett mit der Aufschrift "Marque Nationale - Appellation Contrôlée". Die mit der Prädikatsbezeichnung "Premier Cru" ausgezeichneten Weine erhalten die höchste Prädikatsbezeichnung.

Luxemburgs Weinwirtschaft ist stark genossenschaftlich orientiert. Gut 58% der Weinbergsfläche wird durch Winzer bewirtschaftet, die sich in der Kellereigenossenschaft "Domaines de Vinsmoselle" engagieren. 28% der Fläche wird von selbstvermarkenden Winzer bestellt und 14% von Privatkellereien.

Die Domaine Alice Hartmann aus Wormeldange hat mit dem 2009er "La Chapelle" einen hellgelben Riesling erzeugt der eine fruchtige und mineralischen Note aufweist. Der Wein ist hat viel Potential und einen fantastischen Nachhall. Zu Kaufen für 10,80 € ab Weingut unter Tele: (00352 621 22 94 94).

Alexander Kohnen ist Inhaber des International Wine Institute in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Links siehe unten