Tag des barrierefreien Tourismus auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB)
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Tag des barrierefreien Tourismus auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB)

29.11.2011 | Deutscher Bundestag
Die SPD-Fraktion setzt sich für einen Tag des barrierefreien Tourismus auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin ein
In dem Antrag (17/7827) fordern die Abgeordneten der SPD die Bundesregierung auf, darauf hinzuwirken, dass ein solcher Tag vom Jahr 2012 an dauerhaft eingerichtet wird.

Dies „könnte einen wirksamen Beitrag zur Verbreitung guter Praxisbeispiele von barrierefreien Angeboten“ leisten, auf die Menschen mit Behinderung zur Teilhabe am Tourismus angewiesen seien, heißt es zur Begründung im Antrag.

Antrag
der Abgeordneten Gabriele Hiller-Ohm, Elvira Drobinski-Weiß, Hans-Joachim Hacker, Petra Ernstberger, Iris Gleicke, Bettina Hagedorn, Hubertus Heil (Peine), Fritz Rudolf Körper, Ute Kumpf, Andrea Nahles, Thomas Oppermann, Heinz Paula, Sönke Rix, Silvia Schmidt (Eisleben), Dr. Frank-Walter Steinmeier und der Fraktion der SPD

Tag des Barrierefreien Tourismus auf der ITB unterstützen
Der Bundestag wolle beschließen:
Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,in Ausschöpfung aller zur Verfügung stehenden Möglichkeiten darauf hinzu- wirken, dass ein „Tag des Barrierefreien Tourismus“ auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin ab 2012 dauerhaft eingerichtet wird und dazu umgehend in einen vertieften Dialog mit der Tourismuswirtschaft, der Messe Berlin, der Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für Alle e. V. (NatKo), dem Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit (BKB) und den Verbänden für die Belange von Menschen mit Behinderung sowie Marketingorganisationen zu treten.

Berlin, den 22. November 2011
Dr. Frank-Walter Steinmeier und Fraktion


Literatur zum Thema Barrierefreiheit

Begründung
Die Internationale Tourismusbörse (ITB) ist die weltweit führende Messe der Reiseindustrie und gleichzeitig ein Aushängeschild des Deutschlandtourismus. Die ITB stellt eine einmalige Plattform für die Tourismuswirtschaft dar, ihre Angebote Reiseinteressierten aus Deutschland und der ganzen Welt zu präsen- tieren. Ein „Tag des Barrierefreien Tourismus“ auf der ITB sowie dessen dauer- hafte Fortsetzung wäre ein wichtiges Bekenntnis Deutschlands zur Schaffung von Barrierefreiheit, auf die Menschen mit Behinderung zur Teilhabe am Tou- rismus angewiesen sind.

Die Herstellung von Barrierefreiheit im Tourismus ist eine wichtige Aufgabe der Tourismuswirtschaft und der Tourismuspolitik. Die Bundesregierung hat in ihren Tourismuspolitischen Leitlinien im Jahr 2009 festgelegt: „Um die Teilhabe aller an touristischen Angeboten zu ermöglichen, soll das Ideal des barrierefreien Reisens in der gesamten touristischen Leistungskette verankert werden“. Mit dem im März 2009 ratifizierten Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung verpflichtet sich Deutschland, geeignete Maßnahmen für die Herstellung von Barrierefreiheit und die umfassende Teilhabe von Menschen mit Behinderung umzusetzen.

Laut Artikel 30 der UN-Konvention müssen die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen treffen, „um sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen Zugang zu Dienstleistungen der Organisatoren von Erholungs-, Tourismus-, Freizeit- und Sportaktivitäten haben“.

Im Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Konvention wird festgestellt: „Barrierefreie Zugänglichkeit zu touristischen Angeboten ist für viele Menschen mit Behinderung wesentliche Voraussetzung um Erholungs- und Freizeitangebote wahrnehmen zu können. Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass die touristischen Leistungsträger diesem Erfordernis Rechnung tragen“.

Die Bundesregierung erklärt darin, dass sie „die Entwicklung und Vermarktung barrierefreier Tourismusangebote und Dienstleistungen durch geeignete Projekte fördern“ wird.

Das wirtschaftliche Potential eines barrierefreien Tourismus in Deutschland ist groß, wie zwei dazu vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Auftrag gegebene Studien zeigen.

Durch die umfassende Herstellung von Barrierefreiheit im Deutschlandtourismus könnten laut der Studie „Ökonomische Impulse eines barrierefreien Tourismus für alle“ von 2003 etwa 4,8 Mrd. Euro zusätzlicher Umsatz erzielt und etwa 90 000 zusätzliche Vollzeitarbeitsplätze geschaffen werden.

Laut der Folgestudie „Barrierefreier Tourismus für Alle in Deutschland – Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zur Qualitätssteigerung“ von 2008 fehlt jedoch ein strategischer „Know-how-Transfer“ und es bestehen Defizite im touristischen Marketing.

Die dauerhafte Einrichtung eines herausgestellten Thementages zum barrierefreien Tourismus auf der ITB könnte einen wirksamen Beitrag zur Verbreitung guter Praxisbeispiele von barrierefreien Angeboten sowie innovativen Marketingideen leisten. Touristische Anbieter könnten verstärkt im Sinne eines barrierefreien Tourismus für Alle für Barrierefreiheit sensibilisiert und eine breite Dialogplattform für Menschen mit Behinderung bzw. deren Vereine und Verbände geschaffen werden. Die Messe Berlin würde damit zugleich ein Vorbild für die Gewährleistung von durchgehender Barrierefreiheit bei Großveranstaltungen.

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