Lebensmittelinformationsverordnung: Die neuen Regelungen im Überblick
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Lebensmittelinformationsverordnung: Die neuen Regelungen im Überblick

23.06.2011 | Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)

EU beschließt einheitliche Lebensmittel-Kennzeichnung – Bundesministerin Aigner: „Mehr Transparenz für die Verbraucher“ - Schriftgrößen, Imitate, Allergene: Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich am 22. Juni 2011 auf gemeinsame Regeln zur Kennzeichnung von Lebensmitteln geeinigt. Wenn das Europaparlament zustimmt, werden zukünftig in der EU einheitliche und verbraucherfreundliche Informationen auf allen Lebensmittelpackungen zu finden sein.

Zum Schutz der Verbraucher vor Täuschung wurden für Lebensmittelimitate spezielle Kennzeichnungsvorschriften festgelegt. Bei einer Pizza mit Analogkäse muss beispielsweise in unmittelbarer Nähe des Produktnamens auf die Verwendung des Ersatzstoffes hingewiesen werden. Die Verwendung von sogenanntem „Klebefleisch“ muss künftig mit dem Hinweis „aus Fleischstücken zusammengefügt“ deutlich kenntlich gemacht werden.

"Eine europaweit verbindliche und für alle Verbraucher verständliche Kennzeichnung von Schinken- und Käse-Imitaten ist dringend notwendig", erklärte Bundesministerin Aigner. "Wenn sich die Mehrheit der Mitgliedstaaten für eine Kennzeichnung der Imitate ausspricht, ist das ein wichtiger Schritt zum Schutz der Verbraucher vor Täuschung."

Weitere Neuerungen: Stoffe, die allergische Reaktionen hervorrufen können, müssen künftig in der Zutatenliste auf verpackten Lebensmitteln hervorgehoben werden (z. B. farbig unterlegt). Auch bei nicht verpackten Lebensmitteln, sogenannter „loser Ware“, ist die Kennzeichnung von Allergenen nun verpflichtend. Für Kinder, Schwangere und Stillende gibt es Warnhinweise auf koffeinhaltigen Lebensmitteln, beispielsweise auf „Energy Drinks“.

Bei alkoholhaltigen Getränken bleibt der Kompromiss leider hinter den Erwartungen Deutschlands zurück. Hier wird zunächst ein Bericht der Kommission abgewartet. Zwischenzeitlich ist für die meisten alkoholhaltige Getränke kein Zutatenverzeichnis und keine verpflichtende Nährwertdeklaration vorgesehen. Auch für Alkopops steht die von Deutschland geforderte Regelung noch aus.

Nachdem die Herkunftskennzeichnung für Rindfleisch bereits seit dem Jahr 2000 vorgeschrieben ist, wird künftig auch für Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch die Herkunftsangabe verpflichtend. Für andere Fleischarten und für Fleisch als Zutat soll innerhalb von zwei Jahren ein Bericht der Kommission vorgelegt und dann über eine Regelung entschieden werden. Wenn die Zutaten für ein Lebensmittel aus einer anderen Region stammen, als dem ausgelobten Herkunftsort, muss darauf gesondert hingewiesen werden.

Nach der heutigen Einigung der Mitgliedstaaten wird das Plenum des Europäischen Parlaments voraussichtlich am 5. Juli über den Entwurf der Lebensmittelinformations-Verordnung abstimmen. Die Verordnung könnte noch vor der Sommerpause vom Rat der Europäischen Union angenommen werden und kurz nach Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft treten. Die Regelungen müssen spätestens drei Jahre nach Inkrafttreten angewendet werden, die Nährwertkennzeichnung wird nach fünf Jahren verbindlich.

Mehr Info Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV)

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