Staunen Marke Brandenburg
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Staunen Marke Brandenburg

19.02.2010 | TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH
Auf dem Gebiet des heutigen Landes Brandenburg haben zahlreiche Erfinder, Nobelpreisträger, Literarturgenies und andere Berühmtheiten gelebt und gearbeitet. In einer Serie erinnern wir sowohl an bekannte als auch teilweise vergessene Personen und machen Lust auf Ausflüge zu den Schauplätze ihres Wirkens
Heute:
Alfred Wegener, Polarforscher, Meteorologe und Geophysiker (1880 - 1930),  verbrachte viel Zeit in Zechlerinerhütte bei Rheinsberg und arbeitete am Aeronautischen Observatorium in Lindenberg bei Beeskow

Vom Grönlandeis an die Rheinsberger Seenkette
Ständige Ausstellung über Alfred Wegener in Zechlinerhütte

Als der Polarforscher Alfred Wegener 1930 zu seiner tragisch endenden vierten Grönlandexpedition aufbrach, galt er als erfahrener Wissenschaftler. Er hatte zuvor auf mehrmonatigen Erkundungen sowohl die Schönheiten als auch die Risiken und tödlichen Gefahren des ewigen Eises kennen gelernt. So baute er 1904 bei Danmarkshavn an der  Nordostküste die erste meteorologische Station Grönlands für den Aufstieg von Drachen und Fesselballons auf, musste aber den Tod seines Expeditionsleiters und zweier Gefährten verkraften.

1912/1913 gehörte er zu den ersten Wissenschaftlern, die auf Grönland überwinterten. Im Sommer 1913 folgte die Durchquerung des Inlandeises, die um Haaresbreite tödlich endete. Nur wenige Kilometer vor einer westgrönländischen Siedlung waren der kleinen Gruppe in den unwegsamen Gletscherabbrüchen die Nahrungsmittel ausgegangen, selbst das letzte Pony und der Hund wurden verspeist. Im letzten Moment wurden sie aber von einem Pastor aufgelesen, der gerade eine entlegene Gemeinde besuchte.

Trotz dieser bitteren Erlebnisse entschloss sich Wegener 1929 zur dritten Reise, auf der er unter anderem neuartige Propellerschlitten testete. Ein Jahr später machte er sich als Expeditionsleiter auf den Weg nach Grönland, um von drei Stationen aus die Mächtigkeit des Festlandeises zu messen.
Auf dem Rückweg von der in das Eis gegrabenen Forschungsstation, die Wegener mit Lebensmitteln versorgt hatte, kam er vermutlich am 16. November 1930 durch Herzversagen ums Leben. Sein sorgsam im Eis ausgehobenes Grab wurde am 12. Mai 1931 gefunden. Sein grönländischer Begleiter Rasmus Villumsen blieb genau wie Wegeners Tagebuch verschollen.

Alfred Wegener erwarb sich nicht nur durch seine Grönlandexpeditionen einen bleibenden Platz in der Wissenschaft, sondern vor allem durch seine Theorie der Kontinental-verschiebung. Anhand des ähnlichen Kurvenverlaufs der afrikanischen West- und der südamerikanischen Ostküste verfolgte er ab dem Herbst 1911 die Theorie von einem Urkontinent, der zerbrochen und auseinander gedriftet war.

Staunen über Alfred Wegener in Zechlinerhütte
1886 erwarb Richard Wegener, der Vater von Alfred Wegener, das Direktorenhaus der ehemaligen Glashütte in Zechlinerhütte bei Rheinsberg. Hier verlebte die Familie viele Sommerwochenenden und Feiertage. Alfred und sein Bruder Kurt verbrachten im Haus und an den Seen viele unbeschwerte Stunden. Als Erwachsener knüpfte der dann schon erfolgreiche Wissenschaftler daran an und erholte sich hier mit seiner Frau Else nach den langen Grönlandexpeditionen.

Heute beherbergt das Haus in der Ortsmitte eine Ausstellung über den Grönlandforscher. Heftige Windgeräusche aus Lautsprechern stimmen den Besucher auf die Arktis ein.
Unter den 70 Exponaten in drei Räumen ragt der geflochtene Korb eines Forschungsballons heraus, der aus dem Aeronautischen Observatorium Lindenberg bei Beeskow stammt. In einem solchen Korb hatten Alfred Wegener und sein Bruder 1906 mit einer 52-stündigen Ballonfahrt einen Dauerrekord aufgestellt. Außerdem können zwei Eisnägel bewundert werden, die 1930 Wegener zum Befestigen seines Zeltes auf einem Gletscher benutzte. Ein Berliner Extremsportler hatte die kostbaren Heringe vor Jahren auf einer Kanufahrt um Grönland zusammen mit einer Hundefutterdose aus Blech am Fuß des Gletschers gefunden.

Das kleine Museum verschließt sich aber auch dem aktuellen Klimawandel nicht und fordert auf einem kleinen Lehrpfad zum Beantworten aktueller Fragen auf. Ein dritter Raum zeigt Einrichtungsgegenstände aus dem Ferienhaus der Wegeners.

Infos:
Alfred-Wegener-Gedenkstätte, 
Rheinsberger Str. 14, 16831 Zechlinerhütte,
Tel. 033921 / 70 217, www.zechlinerhuette.com
Geöffnet täglich 10 bis 16 Uhr.

Anreise:
Von Rheinsberg geht es auf der Landstraße in Richtung Wesenberg und der Marina Wolfsbruch etwa sechs Kilometer bis Zechlinerhütte.

Essen und Trinken:
Hotel und Restaurant "Haus am See" im Ortskern am Schlabornsee, Tel. 033 921/ 7690.
Pension und Restaurant "Hüttensee" im Ortskern, Tel. 033921 / 70 344.

Weitere Ausflugsziele
Rheinsberg mit Schloss , Kurt-Tucholsky-Museum und Dampferfahrten
Hotel Hafendorf Rheinsberg mit Kanuverleih
Marina Wolfsbruch in Kleinzerlang mit Hotel und Wellnessbereich 
www.reiseland-brandenburg.de