fvw Magazin attestiert Berlin verliert
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fvw Magazin attestiert: Berlin verliert

05.02.2018 | Wolfgang Ahrens Hotelier.de

Es ist schon so eine Krux: selbst wer gewinnt, verliert heutzutage schon. Wir berichten vom verordneten Zwangs-Wachstum der Tourismus-Branche im Licht des fvw Magazins

Das Park Inn am Alexanderplatz
Das Park Inn am Alexanderplatz

Berlin finden wir alle gut, da muss man hin, zum Kudamm, zum Feiern, wegen den tollen Museen, Radtouren zum Brandenburger Tor oder einfach nur zum Bummeln und Gucken in die Friedrichstrasse.

Immer mehr Touristen zieht es seit 2004 an die Spree. Selbst die Wirtschaftskrise 2008 tat dieser Attraktivität keinen Abbruch, wenngleich damals schon die Berlin Tourismus & Kongress GmbH mit visitBerlin als Vermarkter des Berliner Bären in dem leicht gesunkenen Hype ein Problem gesehen haben mag.

Mit dem Berlin Tourismus geht es abwärts?

Nun aber brechen doch schwere Zeiten an. Gemäß fvw Magazin konstatiert Burkhard Kieker als Chef der Berliner Tourismus & Kongress GmbH: "Die See ist rauer geworden."

Das fvw Magazin sieht es sieht es in ihrer Titelstory noch schwärzer. In 2016 konnte mit 31,1 Millionen Touristen ‚nur' ein Plus von 2,7 % eingefahren werden und das bei  5% Plus in den Vorjahren. Und die Pleite Line Air Berlin tut nun das Übrige dazu. Und tatsächlich gab es schon vor dem Niedergang von Air Berlin Verluste bei den Passagierzahlen. Weiter: Die Hotels hätten Einrüche zu beklagen, sie werben schon mit Discount-Preisen im Schaufenster.

fvw Magazin fordert als Gegenmaßnahme Berliner Flugdrehkreuz

‚Berlin verliert Flughöhe' schreibt das fvw Magazin und sieht den Grund in dem Focus des Tourismus auf das Segment der Budget Hotellerie und einer verfehlten Verkehrspolitik. Die Tourismusexperten sehen nach den Passagierzahleinbrüchen das Heil in einem echten Flugdrehkreuz für die Bundeshauptstadt neben den schon existierenden in Frankfurt und München.

Das muss man sich dann schon einmal auf der Zunge zergehen lassen: BER wird eventuell wegen Desaster an Desaster nie fertig, da soll es Berlin dann doch wirklich hinbekommen, eine internationale Rolle im Rahmen der Planung und Ausführung eines Weltflughafens zu werden - ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt.

Aber woher sollen mehr und vor allem zahlungskräftige Touristen denn kommen?

Die entgegengesetzt landläufiger Meinung zahlenmäßig nicht abnehmende Mittelschicht Deutschlands bucht Berlin seit Jahren linear leicht ansteigend, bleiben nur ausländische Gäste z.B. durch GDS, das kostet aber viel Provision. Und wobei um das ‚mehr' schon zu streiten wäre.

Ausgeknautschte Verkehrstechnik in deutschen Metropolen

Ist Kritik wie auch in Hamburg nicht erlaubt, selbst wenn es wie in U-Bahnen trotz dichtester Taktung einfach zu eng wird? Das Boot ist nicht voll, aber Straßen und Nahverkehrsmittel schon. Und das muss auch das Tourismusmanagement kapieren, will man denn Nachhaltigkeit nicht nur als Alibi Mäntelchen umhaben.

Dafür wird Frau Sabine Pracht, Chefredakteurin des fvw Magazin, im Editorial dann deutlicher. Zu Recht gibt sie zu bedenken, dass Farbbeutel gegen das Luxushotel Berlin Orania völlig daneben sind. Und auch Hotelier.de meint, Berlin hat eine überschaubare Anzahl von Luxushotels und die sind ein Gewinn für die Stadt an der Spree, zumal sich vorgenanntes Haus auch noch kulturell regional engagiert.

Berlin nicht weltoffen?

Doch Frau Pracht wirft der Stadt und seinen Bürgern in dieser Situation auch die Abwendung von der Weltoffenheit vor. Nein, das ist keine Abwendung von Offenheit. Die rot-rot-grüne Senat lässt linke Gewalt in einem überliberalisierten Berlin zu und das in einer Stadt ohne funktionierende Bürokratie. Andere Verantwortliche des Tourismus sehen weiter die bekannte Gewalt in der U-Bahn und am Alexanderplatz durch betrunkene Kurzzeittouristen als Grund für eine Kritik. Und betuchte Touristen wollen das sicher nicht haben. Aber was sollen sie machen, wenn sie dort im 4 Sterne Superior Hotel Park Inn by Radisson absteigen?

Die 'Moral von der Geschicht'

Dazu kommt es dann zu echten ‚Highlights' selebsverliebter Sozial-Auswüchse wie z.B. einem angedachten Denkmal für afrikanische Dealer. Weltoffenheit? Aber gerne doch grenzenlos.

In der Kakophonie über kleinste Wirtschaftseinbrüche weiß man von den Verbänden des Exportweltmeisters, dass kein stetiges Wachstum der Anfang vom Ende sein könnte. Dann braucht also der Tourismus in Berlin die nächste Million mehr an Touristen, ‚aber bitte mit Sahne'? Na, dann machen wir aus einer falsch verstandenen Weltoffenheit eben eine, die in Gefahr ist! So wird aus der Malaise eine Real Satire, die schon filmreif ist.

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