Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung in der Hotellerie
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Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung in der Hotellerie

07.11.2014 | max-pr.eu
Hotelier.de Statement: Die Jobs in der Hotellerie sind einer hohen Fluktuation unterworfen. Wer Karriere machen will, muss oft den Ort und Arbeitgeber wechseln. Das Holiday Inn München-Unterhaching 'packt aus', wie man Hotelmitarbeiter im Schnitt fast 10 Jahre an den Betrieb bindet - und das mit Begeisterung
Glückliche Mitarbeiter des Holiday Inn München-Unterhaching, rechts General Manager Kerstin Schumann; Bildquelle Max PR
Glückliche Mitarbeiter des Holiday Inn München-Unterhaching, rechts General Manager Kerstin Schumann; Bildquelle Max PR
Interview mit Kerstin Schumann, General Manager im Holiday Inn München-Unterhaching: Auch in der Hotellerie möglich - Jeder zweite Mitarbeiter ist seit mindestens zehn Jahren im Unternehmen

Schaut man hinter die Kulissen des Holiday Inn München-Unterhaching – 257 Zimmer, 27 Veranstaltungsräume, Restaurant, Bar und Biergarten, vier Sterne und rund 100 Angestellte – fällt eine überdurchschnittlich hohe Betriebszugehörigkeit bei den Mitarbeitern auf: Rund die Hälfte ist mindestens zehn Jahre dabei, vier davon wiederum 20 Jahre. Seit 1997 ist Kerstin Schumann (49) unter Vertrag und zeichnet seit 2012 als General Manager – und somit auch für ein besonders treues Team – verantwortlich.

Frau Schumann, Ihr Haus ist ein Business-Hotel, nicht familiengeführt, liegt in keiner verträumten Urlaubsregion und trotzdem blicken Sie auf eine durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von 8,3 Jahren. Worin liegt Ihr Erfolgsrezept?

Hm – ehrlich gesagt: Wir haben kein wirklich belastbares Grundrezept. Aber vielleicht lautet es schlicht und ergreifend „Respekt, Ehrlichkeit, Vertrauen, Motivation und ein Maximum an Eigenverantwortlichkeit“. Hinzu kommen ein gesundes Maß an Lob und Tadel. Alles Attribute also, die auch innerhalb einer Familie zum Tragen kommen sollten. Und genau darum geht es ja auch: Als Hotelier ist man Gastgeber – das Gefühl des Willkommenseins muss der Gast spüren. Und das tut er nur, wenn sich auch das Team wie in einer familienähnlichen Gemeinschaft gut aufgehoben, zufrieden und eben fast wie zu Hause wohlfühlt.

Das sind alles „weiche“ Faktoren. Gehälter, Urlaubs- und Arbeitszeiten und ähnliche Mitarbeiterbindungs Maßnahmen spielen also keine Rolle?

Natürlich auch, aber erst in zweiter Linie. Wer morgens aufsteht, um zur Arbeit zu gehen, möchte das mit Freude und aus Überzeugung tun. Ist die nicht vorhanden, so nutzen letztlich auch ein paar Euro mehr im Portemonnaie oder ein zusätzlicher freier Nachmittag nichts. Wir zahlen tarifliche Gehälter, vergüten Überstunden mit Freizeit und leisten darüber hinaus ein Weihnachtsgeld, was in der heutigen Zeit nicht unbedingt üblich ist. Zudem bieten wir Fortbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten an: Jeder Mitarbeiter darf sich alljährlich ein Thema wünschen, in dem er gerne geschult werden möchte; ergänzend sind weitere von der Geschäftsleitung vorgeschlagene Seminare im Angebot. Das schafft zusätzliche Anreize.

Gerade in der Hotellerie-Branche ist die Fluktuation bekanntlich relativ hoch…


Das passiert insbesondere dann, wenn es das angesprochene „Wir-Gefühl“ eben nicht gibt. Wir versuchen stets, unsere Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse mit einzubinden, sie an Erfolgen partizipieren zu lassen, aber auch bei schwierigen Situationen zu involvieren. Das schweißt zusammen, macht loyal und bindet emotional an das Unternehmen. Das Ziel muss heißen: „Ich möchte, dass es meinem Arbeitgeber gut geht!“. Nur so konnten wir beispielsweise seinerzeit die Wirtschafts- und Finanzkrise gemeinsam und relativ unbeschadet überstehen. Ganz im Gegenteil sogar, denn wir sind gestärkt und als ein eingeschworenes Team aus ihr hervorgegangen…

Bringt ein relativ hoher Anteil langjähriger Mitarbeiter auch Nachteile mit sich?

In gewisser Weise schon, denn es besteht die Gefahr der Betriebsblindheit. Es gilt daher, gewohnte Arbeitsabläufe immer zu hinterfragen, neuen Ideen gegenüber stets offen zu sein und kritisch auf alles zu blicken, was sich unter dem Motto „Das haben wir schon immer so gemacht“ etabliert hat. Aber es ist ja nicht so, dass wir keinerlei frisches Blut hier ins Haus bekämen. Eine gesunde Mischung ist wohl das Optimum. Trotzdem überwiegen bei einem eingespielten Team die Vorteile, jeder Handgriff sitzt und alles läuft wie am Schnürchen. Das gibt Sicherheit. Unsere langjährigste Mitarbeiterin beispielsweise, Eva Thuringer – Leiterin der Lohn- und Finanzbuchhaltung, ist bereits seit über 21 Jahren unter Vertrag und eine Säule im Unternehmen. Niemand möchte auf ihre Erfahrung und Loyalität verzichten.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Auf unser Engagement in und rund um die Ausbildung, das zum unbedingten Ziel hat, die Besten anschließend für uns gewinnen zu können. Aktuell haben wir fünf Mitarbeiter, die hier schon vor zwölf oder mehr Jahren ausgebildet wurden und nie gegangen sind. Natürlich sind wir auch sehr stolz, wenn wir Bewerbungen von ehemaligen Azubis bekommen. Kommt jemand mit der Erfahrung aus einem anderen Unternehmen zu uns zurück, dann beweist das, dass unser Arbeitsklima und auch die restlichen Faktoren nicht die schlechtesten sind.

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Tags: Gründe Mitarbeiterbindung, Instrumente, Maßnahmen

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