Reisekasse mit Girocard der Hausbank und Kreditkarte bestücken
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Reisekasse mit Girocard der Hausbank und Kreditkarte bestücken

16.12.2013 | stiftung-warentest.de

Auch das gehört zu den Reisevorbereitungen: Sicherzustellen, dass ich im Ausland an Bargeld komme. Für Pauschaltouristen in Europa reicht zwar meist die Girocard. Urlauber, die ihre Reise selbst planen oder deren Pauschalreise über Europa hinaus führt, müssen sich mehr Gedanken machen. Sie sind gut beraten, immer zwei Karten dabeizuhaben, denn nicht jede Karte ist überall einsetzbar. Wie die optimale Reisekasse aussieht, zeigt der große Report

Girocard, Bildquellen Stiftung Warentest
Girocard, Bildquellen Stiftung Warentest
Maestro
Maestro
V-Pay
V-Pay
Postbank
Postbank

Für die beliebten Reiseländer reicht die Girocard
Die meisten Pauschaltouristen haben es einfach. Ist die Reise gebucht, müssen sie sich um nichts mehr kümmern, nicht einmal um die Reisekasse. Nur noch Koffer packen und los gehts. Flug oder Zugfahrt, Übernachtung und Verpflegung sind gebucht und bezahlt. Für kleine Ausgaben reicht die Girocard der Hausbank. Jedenfalls für die Reiseländer, in die Urlauber aus Deutschland im Jahr 2011 am häufigsten gefahren sind: Spanien, Österreich, Italien, Frankreich oder die Türkei. Urlauber, die ihre Reise selbst planen oder deren Pauschalreise über Europa hinaus führt, müssen sich mehr Gedanken machen. Sie sind gut beraten, immer zwei Karten dabeizuhaben, denn nicht jede Karte ist überall einsetzbar.

Von der ec-Karte zur Girocard
Jeder Bankkunde mit Girokonto bekommt von seiner Bank eine Girocard. Viele Kunden nennen sie noch ec-Karte. Die Girocard ist eine Debitkarte. Debit ist englisch für Belastung oder Soll: Jeder Umsatz wird sofort auf dem Girokonto gebucht. Die Karte trägt zwei Symbole: eines steht für den Einsatz in Deutschland, das andere fürs Ausland.

Girocard: Das Symbol Girocard hat seit 2008 schrittweise die verschiedenen ec- und Electronic-Cash-Zeichen auf den Bankkundenkarten ersetzt. Es steht für die zwei Möglichkeiten, die Karte in Deutschland zu nutzen: Kunden können damit bezahlen und Geld am Automaten abheben. Die Girocard haben die deutschen Banken mit Blick auf den europäischen Zahlungsraum eingeführt. Sie ist im Ausland als deutsche Debitkarte erkennbar. Vergleichbar sind das spanische System Euro 6 000 oder die italienische Marke Bankomat.

Maestro: Das blau-rote Maestro-Zeichen ziert immer noch die meisten Girocards deutscher Banken und Sparkassen. Es steht seit 1992 für die Möglichkeit, die deutsche Bankkarte auch außerhalb Deutschlands am Geldautomaten und an elektronischen Kassen einzusetzen. Das geht weltweit an über 14 Millionen Stellen, sogar in den USA oder in fernöstlichen Ländern. Anders als in Deutschland muss der Kunde nicht nur beim Geldabheben, sondern immer auch beim Bezahlen seine Geheimzahl, die Pin, eingeben. Bankkunden verwechseln Karten mit dem Maestro-Zeichen häufiger mit der Kreditkarte von Mastercard (siehe rechts).

V-Pay: Das blau-gelbe V-Pay-Zeichen steht seit 2010 häufiger anstelle des Maestro-Zeichens. Auf dieses System haben Postbank, Targobank. BW-Bank, LBB, einige Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken umgestellt. V-Pay ist wie Maestro ein internationales Debitsystem. V-Pay-Karten sind mit einem Chip ausgestattet, der die Karte sicherer macht. Betrüger können nicht so leicht ein funktionsfähiges Kartendoppel herstellen. Selbst wenn es ihnen gelingt, die Daten vom Magnetstreifen auszulesen, haben sie noch nicht den Chip geknackt.

V-Pay-Kartenbesitzer werden bei nahezu allen Transaktionen zur Eingabe der Pin aufgefordert. Im Gegensatz zu Maestro funktioniert eine V-Pay-Karte nicht überall auf der Welt. Die Kunden können sie in allen EU-Ländern nutzen, außerdem in der Schweiz, der Türkei, in Andorra, Bosnien-Herzegowina, Gibraltar, Island, Israel, Kroatien, Liechtenstein, Monaco, Montenegro, Norwegen, San Marino, Serbien und Vatikanstadt. Für Reisen in alle anderen Länder brauchen Urlauber entweder eine Girocard mit Maestro-Zeichen oder eine Kreditkarte.

Die Kreditkarte: Mit einer Kreditkarte können Kunden im In- und Ausland wie mit der Girocard im Handel bezahlen oder Geld am Automaten abheben. Im Unterschied zur Girocard wird das ausgegebene Geld meist nicht sofort vom Konto abgebucht, sondern oft in einer Summe einmal im Monat. Die meisten Kreditkarten kosten je nach Ausstattung eine Jahresgebühr zwischen 20 und 50 Euro. Kreditkarten sind nicht an ein Girokonto gebunden. Kunden können sich einen günstigeren Anbieter als ihre Hausbank suchen.

Tipps


Mastercard und Visa: Von den in Deutschland ausgegebenen rund 32 Millionen Kreditkarten tragen etwa 30 Millionen die Logos von Mastercard und Visa. Die beiden Unternehmen teilen sich in etwa den Markt, ihre Karten werden weltweit an ähnlich vielen Stellen akzeptiert. Detaillierte Angaben machen beide Anbieter nicht. Mastercard verweist lediglich auf weltweit 33 Millionen Akzeptanzstellen, davon 2 Millionen Geldautomaten in über 210 Ländern, Visa auf 1,9 Millionen Geldautomaten in über 200 Ländern.

Kartennutzung im Ausland kostet
Was der Einsatz einer Karte kostet, hängt sowohl bei den Girocards als auch bei den Kreditkarten davon ab, ob der Kunde sie in der Eurozone oder anderswo verwendet. Außerdem gibt es Unterschiede zwischen Bezahlen und Geldabheben. In den Euroländern ist Einkaufen mit der Girocard kostenlos. Außerhalb der Eurozone berechnet die Bank meist 1 Prozent vom Umsatz, mindestens um 1 Euro. Urlauber, die mit der Girocard Bargeld am Automaten holen, müssen überall im Ausland dafür 1 Prozent vom Betrag bezahlen, mindestens 3,50 Euro, manchmal auch 10 Euro. Auch mit der Kreditkarte kostet Shoppen in den Euroländern nichts, außerhalb dieser Länder wird ein Auslandseinsatzentgelt von 1 bis 2 Prozent vom Umsatz fällig.

Wer mit der Kreditkarte Geld abhebt, muss in Euroländern mit Kosten von 2 bis 4 Prozent vom Umsatz, mindestens jedoch 5 bis 7,50 Euro rechnen. In den übrigen Ländern kommt zu diesen Kosten noch die Auslandseinsatzgebühr hinzu. Einige Banken verzichten für ihre Kreditkarten im Ausland auf die Automatengebühr und nehmen nur das Auslandseinsatzentgelt. Die ING-Diba und die Volkswagenbank direct tun das in den Euroländern, die comdirect bank und die DKB weltweit. Dann ist Bargeldziehen mit der Kreditkarte günstiger als mit der Girocard.

Postbank Sparcard: Zum Geldabheben ist die Postbank Sparcard eine gute Wahl. Mit ihr kann der Reisende an 1,9 Millionen ausländischen Automaten mit Visa- oder Plus-Zeichen zehn Mal im Jahr kostenlos Bargeld holen. In einigen Ländern müssen Reisende aber mit zusätzlichen Kosten rechnen. So berechnen etwa die Automatenbetreiber in den USA und in Thailand umgerechnet bis zu 3 Euro für das Abheben mit Karte. Die DKB teilt in ihrem Preisverzeichnis mit, dass sie diese Gebühr ersetzt.

Der Rat
Kombinieren. Sie sollten mindestens zwei Möglichkeiten haben, im Ausland an Bargeld zu kommen — nur für Pauschaltouristen in Europa reicht die Girocard. Ansonsten sind Sie mit Ihrer Girocard und einer Kreditkarte oder der Postbank Sparcard immer flüssig. Geld in Deutschland zu tauschen, ist meist teuer. Holen Sie sich besser gleich am Flughafen mit einer der Karten am Geldautomaten Bargeld.

Nachfragen. Manchmal sind Girocards und Kreditkarten aus Sicherheitsgründen für den Auslandseinsatz gesperrt oder auf eine Summe begrenzt. Fragen Sie vor Ihrer Reise nach und lassen Sie die Karte freischalten.

Merken. Lernen Sie die Geheimzahl zur Kreditkarte auswendig. Sie müssen die Nummer inzwischen nicht nur an Geldautomaten eingeben, sondern immer öfter auch an Kassen.

Sichern. Haben Sie Ihr Plastikgeld immer bei sich. Sperren Sie es bei Verlust sofort über die zentrale Rufnummer 116 116 (Vorwahl Deutschland meist +49). Notieren Sie dafür vor der Reise auf einem separaten Zettel Bankleitzahl und Kontonummer.

 

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