Wie behauptet sich ein Boutique-Hotel in einer Großstadt?
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Wie behauptet sich ein Boutique-Hotel in einer Großstadt?

27.01.2014 | Alexander Gorjinia, Inhaber Villa Oriental

Keine Frage, die großen Hotelketten beherrschen den Markt, sind am Puls der Zeit und omnipräsent. Haben kleine, individuelle Hotels neben den großen überhaupt noch eine Chance? Wie schwer ist es, heute in einer Großstadt wie Frankfurt ein einzelnes Hotel zu betreiben? Meine Antwort: Alles ist möglich. Es gibt dafür verschiedene Erfolgsfaktoren...

Alexander Gorjinia, Bildquellen deggau & friends public relations
Alexander Gorjinia, Bildquellen deggau & friends public relations
Hotel Villa Oriental in Frankfurt
Hotel Villa Oriental in Frankfurt

Ganz wichtig ist natürlich die Lage der Immobilie, das liegt auf der Hand. Das Hotel muss gut erreichbar sein – sowohl für Geschäftsreisende, die während der Woche kommen als auch für Privatreisende, die das Wochenende mit Shopping, Kultur etc. in der Stadt verbringen möchten.

Im Idealfall gehört einem die Immobilie sogar selbst. Das gibt die größte Sicherheit und der Hotelier ist nicht verpflichtet, hohe Pachten zu zahlen. Ebenso darf er sich mit dem Erwerb der Immobilie aber auch nicht überschulden. Vor dem Kauf ist eine realistische Bewertung des Objekts unumgänglich. Und auch eine Prüfung, inwieweit sich die Immobilie eignet, um darin ein einzigartiges Konzept zu verwirklichen. Eines, mit dem man sich von anderen Hotels abhebt, sei es in  punkto Design, Freundlichkeit, Service etc. Mit der Villa Oriental haben wir beispielsweise Deutschlands erstes orientalisches Themenhotel geschaffen.       

Authentizität und Individualität kommen bei den Gästen sehr gut an. Deshalb gehen sie gerne in ein  Boutique-Hotel. Entgegen dem klassischen Standard eines großen Hotels bietet es eine besondere Atmosphäre und vielleicht so manche Überraschung. In der Villa Oriental ist es das orientalische Ambiente,  es finden sich überall Bögen, 20.000 Fliesen aus Marrakesch wurden zu Ornamenten zusammengefügt. Darüber hinaus gibt es in jedem Zimmer ein indisches Fenster, hinter dem sich ein besonderer Ritus verbirgt. Es gilt jedoch zu bedenken: auf die Dinge, die ein großes Hotel bietet, wollen die Boutique-Hotel-Gäste nicht verzichten. Das gilt insbesondere für die Technik, zum Beispiel kostenloses W-Lan, aber auch für Service-Angebote wie eine stets besetzte Rezeption, Wasserkocher etc.    

Soviel zur Ausstattung des Hotels. Maßgebend ist darüber hinaus der Verkauf. Viele schimpfen da auf die großen Hotelreservierungssysteme im Internet und bedienen sich ihrer nicht. Dabei bergen sie enorme Vertriebs- und Marketingpotentiale. Die Systeme geben einem Hotelier die Möglichkeit, sein Haus weltweit zu präsentieren und von überall her gefunden zu werden. Ist der Gast dann einmal da, kann der Hotelier versuchen, ihn für das nächste Mal direkt zu gewinnen. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt, sei es über den Preis oder über attraktive Zusatzleistungen. In der Villa Oriental sind zum Beispiel spezielle Wochenendarrangements buchbar. Darunter das Paket „Shisha meets Bembel“, mit dem wir den Gästen passend zu unserem Hotelkonzept ein orientalisch-hessisches Kulturerlebnis bieten.     

Eine wichtige Rolle spielt zudem das Selbstbewusstsein eines Hoteliers. Denn obwohl viele kleinere Häuser all das bieten, was auch ein großes Kettenhotel bietet, resignieren viele Betreiber, fühlen sich klein, unbedeutend und unterlegen. Das ist fatal. Sie sollten sich stattdessen selbstbewusst neben die großen Hotels stellen. Denn sie bieten neben dem individuellen Ambiente noch einen unschlagbaren Vorteil: eben weil die Hotels klein sind, sind sie maximal flexibel, können auf Trends, Preisentwicklungen und Kundenwünsche schnell und direkt reagieren.   

Last but not least: Der Dreh- und Angelpunkt, um im Geschäft erfolgreich zu sein, ist die eigene Einstellung. So finden sich viele Hoteliers in einem ständigen Überlebenskampf wieder. Sie konzentrieren sich auf die Probleme, verrennen sich. Stattdessen sollte sie sich auf die Möglichkeiten, auf die Kunden und auf die Gewinne konzentrieren. Denn auf dem Weg liegen immer Steine. Die Kunst ist es, sie aus dem Weg zu räumen. Das bedeutet: Den Mitarbeitern positiv entgegenzutreten und den Kunden ein Lächeln zu schenken. So ist ein Gast ist relativ schnell zufrieden zu stellen. Selbst, wenn er mal nörgelt. Der Hotelier muss ihm nur das Gefühl geben, dass er willkommen ist. Als Dank kommt der Erfolg, die Kraft und Motivation – denn ein positives „Ich komme gerne wieder“ spornt, glaube ich, jeden an.

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Über die Villa Oriental
Die Villa Oriental ist das erste orientalische Boutique-Hotel in Deutschland. 2008 hat es in Frankfurt am Main seine Pforten geöffnet. Alexander Gorjinia zieht seitdem eine erfreuliche Bilanz: Das Vier-Sterne-Haus findet großen Anklang, die 30 Zimmer sind beinahe täglich ausgebucht, die Auslastung liegt bei etwa 80 Prozent. In der Villa Oriental übernachten überwiegend Geschäftsreisende, viele davon sind  Stammgäste. Das Erfolgsgeheimnis der Villa Oriental ist die Authentizität und Unverwechselbarkeit. So stammen Baumaterialien, Möbel und Dekorationsmaterialien beispielswiese aus sieben orientalischen Ländern. Weitere Informationen unter www.villa-oriental.com.


Meinung Hotelier.de: Wir können die Meinung von Hern Alexander Gorjinia nur bestätigen, wie die Analyse von Stadthotels in Deutschland zeigt: Die Lage, die Finanzierung und die Authentizität sind die 3 enstscheidenden Faktoren, die ein Hotel zum Gewinner oder Verlierer machen.

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