Posse der DB Information: Viele Wege führen nach Rom
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Posse der DB Information: Viele Wege führen nach Rom

19.06.2017 | Wolfgang Ahrens Hotelier.de

Man kommt von einer längeren Reise zurück und möchte am letzten Verteilerbahnhof nichts außer schnell nach Hause. Da hatten wir die Rechnung allerdings ohne die DB Information gemacht

Der Hauptbahnhof Hamburg im Mai 2016, fotografiert vom Südsteg aus, im Bild links ein Metronom; Bild Hotelier.de
Der Hauptbahnhof Hamburg im Mai 2016, fotografiert vom Südsteg aus, im Bild links ein Metronom; Bild Hotelier.de

Hamburg Hauptbahnhof, es ist Samstag, der 10.06.2017, ca. 21:30 Uhr. Auf dem S-Bahnsteig der S3 Richtung Harburg, Buxtehude und Stade bemerke ich an der Taktsequenz anderer einfahrender S-Bahnen, dass ‚meine S3‘ nicht fährt.

Ich schiebe den Koffer in Richtung Südsteg des Hauptbahnhofes, dort gibt es einen Schalter der DB Information, es ist gerade Schichtwechsel. Die Kollegen scherzen miteinander herum. Na ja, denke ich, der sich dem Humor verpflichtet fühlt, ein bisschen Spaß muss sein. Nach einer gewissen Zeit mache ich auf mich aufmerksam und frage den Mann, wie ich denn am schnellsten nach Buxtehude komme.

Ich merke, er hat keine Lust mehr. Mit einem etwas gequält wirkenden Gesichtsausdruck teilt er mir mit, ich solle den Metronom Richtung Cuxhaven um 22:06 Uhr nehmen. Ich bedanke mich und wende mich vom Schalter ab. Da vernehme ich über die Lautsprecheransage, dass es wegen der Bauarbeiten an der S3 auch noch einen Schienenersatzverkehr gebe und die S3 wieder ab Harburg fahre. Den Rest kann ich nicht verstehen.

Nun arbeitet es in mir. Bin ich mit dem Schienenersatzverkehr schneller? Dann brauche ich die Details! Wieso hat der Kumpel -  und mehr ist der Kollege am Schalter nun nicht mehr für mich — mir nichts über diese Alternative verraten?

Ich will mich noch einmal an die DB Information wenden. Hinter den beiden Schaltern ist immer noch Schichtwechsel, man scherzt weiter herum, vor dem Stand ist inzwischen eine kleine Frau mit Kopftuch, die ein DB Ticket in der Hand hält und einen ziemlichen verzweifelten Eindruck macht. Ich schaue mir das einen Augenblick an und frage dann einen großen, jungen DB-Mann, der anscheinend den Dienst übernommen hat, ob er sich nicht dem Problem der Dame widmen kann. Das macht er dann auch, aber so wie er mich in den Focus genommen hat, weiß ich, dass ich bei ihm keine guten Karten mehr habe.

Ich trage ihm dann doch vor, dass sein Kollege mir zwar die Details der Fahrt mit dem Metronom erklärt habe, aber nicht die über die Alternative mit dem Schienenersatzverkehr. Was bedeutet, verrate mir mehr bitte!

„Viele Wege führen nach Rom”, erklärt er mir dann kalt lächelnd und wendet sich dem nächsten Kunden zu. Sollte ich mich aufregen?.... nein,  ich wollte mich nicht aufregen, schon gar nicht am Ende einer Reise. Schade nur, dass es für die DB wohl 'viele Wege nach Rom' gibt, aber mit der Monopolstellung im Schienenverkehr wohl kaum einen Gang nach Canossa...

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