Umfrage unter 5.651 Selbstständigen nach einem Jahr Corona-Pandemie
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Max. jedem:r vierten Gastronomen:in gibt Politik wirtschaftliche Sicherheit

12.03.2021 | Haufe-Lexware GmbH & Co. KG

Eine aktuelle Umfrage des Freiburger Softwareunternehmens Lexware im März 2021 unter 5.651 Selbstständigen zeigt, welche Auswirkungen die Pandemie auf Unternehmer:innen hat und wie die staatlichen Hilfe bisher ankommen. Unter den Befragten waren auch 284 Gastronom:innen.

Bildquelle Lexware
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Freiburg, 12.03.2021. Um die Corona-Pandemie in Deutschland einzudämmen, beschlossen Bund und Länder Mitte März 2020 weitgehende Einschränkungen. Seither ist ein Jahr vergangen, das vor allem Kleinunternehmer:innen und Selbstständige vor große Herausforderungen gestellt hat. 

Wenn der Umsatz sinkt: Fast jede:r Dritte greift auf Altersvorsorge zurück 

Das wirtschaftliche Resultat nach einem Jahr Corona? Auf den ersten Blick überraschend positiv: Rund 85 Prozent der befragten Unternehmer:innen sind aktuell noch zahlungsfähig, darunter 74 Prozent aus dem Bereich Gastronomie. Das ergab eine aktuelle Lexware-Umfrage unter 5.651 Selbstständigen im März 2021. Nicht allerdings, ohne dabei auf private finanzielle Rücklagen zurückzugreifen. Um aktuell noch zahlungsfähig zu sein, muss jede:r zweite Selbstständige (46 %) auf private finanzielle Rücklagen zurückzugreifen – besonders im Bereich der Gastronomie.

51,4 Prozent der aktuell noch zahlungsfähigen Gastronom:innen gehen davon aus, in den nächsten 12 Monaten auf die für ihre Altersvorsorge vorgesehenen Ersparnisse zurückgreifen zu müssen. Rund jede:r Fünfte (19,5 %) rechnet sogar damit, binnen eines Jahres die Selbstständigkeit komplett aufgeben zu müssen. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 war dieser Meinung noch jede:r Dritte (31,6 %). Das zeigen Daten einer vergleichbaren Umfrage. 

Ein Grund dafür sind Umsatzeinbußen: Jede:r fünfte Selbstständige (19,8 %) verzeichnet einen monatlichen Umsatzrückgang von über 75 Prozent – in der Gastronomie sogar mehr als jede:r Zweite (58,1 %), davon rund die Hälfte hat aktuell sogar keinerlei Umsätze (28,2 %). Im April 2020 lag dieser Wert noch bei 63,8 Prozent, wodurch sich zumindest der Totalausfall von Einnahmen im Bereich der Gastronomie etwas verbessert zu haben scheint. Dass die Situation für Gastronom:innen seit einem Jahr dramatisch ist, sich zwischenzeitlich aber kleine Lichtblicke abzeichnen, spürt auch Sebastian Faber, Inhaber des Weinguts Faber in Freiburg: „Natürlich können die Verluste aus fehlenden Abverkäufen an die Gastronomie und abgesagten Veranstaltungen nicht ganz aufgefangen werden. Dennoch haben wir letzten Sommer davon profitiert, dass viele Menschen Urlaub in der Region gemacht haben. Unsere Ferienwohnungen waren von Juni bis Oktober komplett belegt. Zudem haben die Kund:innen vermehrt die Möglichkeit für Weinproben genutzt“, erklärt der Önologe. 

Weiterhin zu spät und wenig hilfreich: Note 3,9 für Corona-Hilfen

Seit März 2020 bietet die Regierung Selbstständigen diverse Hilfspakete an. Als hilfreichste Maßnahme zur Schadensbegrenzung gilt das Kurzarbeitergeld. In Summe scheint die staatliche Unterstützung aber eher ernüchternd zu sein: So bewerten alle Befragten, die zumindest eine staatliche Hilfe beantragt haben, das Angebot durchschnittlich mit Note 3,9. Ein wenig überraschendes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass über die Hälfte der Befragten die Corona-Hilfen bis dato noch gar nicht oder nur teilweise erhalten hat (57,3 %). Allein die Novemberhilfe hat 47,2 Prozent noch nicht oder nur teilweise erreicht. 

Um dennoch weiterhin zahlungsfähig zu bleiben, haben Selbstständige einige praktische Maßnahmen ergriffen – so auch im Bereich der Gastronomie: 21 Prozent haben Kurzarbeit eingeführt, 11 Prozent die Gewerbemiete reduziert oder ausgesetzt und 10 Prozent haben Steuervorauszahlung vorgenommen sowie KV-Beiträge reduziert oder ausgesetzt. Im Hinblick auf die seitens der Politik verlängerte Mehrwertsteuersenkung für Speisen ist das Bild der Selbstständigen durchwachsen: Während nur rund 1/3 der KMU (33,6 %) an einen positiven Effekt für die Gastronomie glaubt, halten über die Hälfte der Gastronom:innen die Maßnahme für erfolgversprechend (54,2 %). 

Trotzdem kommen aktuell rund 2 von 3 Befragten (63 %) zu dem Ergebnis, dass es der Politik weitestgehend nicht gelungen ist, mit ihren Maßnahmen wirtschaftliche Sicherheit zu vermitteln. Diese Meinung vertreten auch 59,6 Prozent der Gastronom:innen. Neben der schleppenden Zahlung zugesagter Hilfen ist ein weiterer möglicher Grund für die geringe Zufriedenheit die Tatsache, dass sich 67,3 Prozent der Selbstständigen gegenüber Angestellten „eher“ oder „viel schlechter“ gestellt fühlen – bei den Gastronom:innen sogar 76,6 Prozent. 

Wandel durch die Krise: Neue, digitale Geschäftsmodelle

Bei allen Herausforderungen und existentiellen Unsicherheiten gibt es einen positiven Aspekt der Krise: Die dringend notwendige digitale Transformation und Flexibilisierung von KMU hat Fahrt aufgenommen. 16,6 Prozent der Befragten haben die Krise zum Anlass genommen, ihr Angebot, ihr Geschäftsmodell oder ihre Zielgruppe anzupassen. Gegenüber 2020 hat sich unter diesen der Anteil der Unternehmen verdoppelt, die angeben, dass sie Änderungen an ihrem Business dauerhaft vornehmen: von 10,2 Prozent 2020 auf 22,9 Prozent 2021. Bei den Gastronom:innen liegt der Wert der Änderungsbereitschaft sogar deutlich höher: 28 Prozent haben seit Beginn der Corona-Pandemie ihr Angebot geändert, fast jede:r Fünfte das Geschäftsmodell (19 %) und 13 Prozent haben eine Änderung der Zielgruppe vorgenommen. 

Auch im Bereich der Digitalisierung hat die Krise eine Katalysatorfunktion eingenommen: 46,2 Prozent geben an, dass sich der Digitalisierungsgrad in mindestens einem der Bereiche Produkte/Dienstleistungen, interne Geschäftsprozesse und Kundenberatung/Vertrieb erhöht habe. Im April 2020 sagten das nur 31 Prozent. Am häufigsten wurden interne Geschäftsprozesse digitalisiert (30,5 %). So auch im Bereich der Gastronomie, das bestätigt zumindest fast jede:r vierte Gastronom:in (24,3 %). Darüber hinaus fällt der Digitalisierungsgrad in der Gastronomie gegenüber anderen Branchen aber eher gering aus (18,3 % Produkte/Dienstleistung; 13,4 % Kundenberatung/Vertrieb). 

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