Interview mit Frank Rücker vom Radisson Blu Hotel, Bremen
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Interview mit Frank Rücker vom Radisson Blu Hotel, Bremen

13.03.2015 | Sascha Brenning - Hotelier.de

"Minibars werden keine große Rolle mehr spielen" oder "Manche Bewertungsportale stellen die Gastmeinung über die des Hotelpartners": Interessant was General Manager Frank Rücker zu diesen 'heißen' Themen zu sagen hat. Ebenso lesenswert, wie das Radisson Blu in der Hansestadt aktives Beschwerdemanagement betreibt und den Nachwuchs fördert...

Hoteldirektor Frank Rücker mit Society Relations-Chef Brita Segger. Rechts der musizierende Koch Michael Karge / Bildquelle: Alles Sascha Brenning - Hotelier.de
Hoteldirektor Frank Rücker mit Society Relations-Chef Brita Segger. Rechts der musizierende Koch Michael Karge / Bildquelle: Alles Sascha Brenning - Hotelier.de
Mitten in der Stadt und doch ruhig gelegen: Das Radisson Blu Hotel, Bremen
Mitten in der Stadt und doch ruhig gelegen: Das Radisson Blu Hotel, Bremen
Zweifellos das Highlight des Hauses: The L.O.B.B.Y. - Bar, Restaurant und Veranstaltungslocation in einem atemberaubenden Atrium. Ob am Tag...
Zweifellos das Highlight des Hauses: The L.O.B.B.Y. - Bar, Restaurant und Veranstaltungslocation in einem atemberaubenden Atrium. Ob am Tag...
... oder am Abend: Hier lässt es sich laut oder leise angehen!
... oder am Abend: Hier lässt es sich laut oder leise angehen!
Schicke Zimmer mit prima Betten. Für einen HSV-Fan allerdings schmerzhaft, aber schick umgesetzt: Die Werder Bremen-Bilder (oben rechts), die es im gesamten Hotel zu sehen gibt ;-)
Schicke Zimmer mit prima Betten. Für einen HSV-Fan allerdings schmerzhaft, aber schick umgesetzt: Die Werder Bremen-Bilder (oben rechts), die es im gesamten Hotel zu sehen gibt ;-)

Hotelier.de war zu Gast im Bremer 4-Sterne-Hotel Radisson Blu Hotel, Bremen und traf dort nicht nur auf ein schickes Haus mit engagierten Mitarbeitern, sondern auch auf einen Hoteldirektor, der sehr klare Vorstellungen und Ansichten zu wichtigen Themen hat, die die Hotellerie nicht nur in der Weserstadt betreffen:

Moin Moin Frank Rücker, fehlendes oder kostenpflichtiges WLAN ist des Gastes größtes Ärgernis. Seit wann hat Ihr Radisson Blu Hotel, Bremen kostenloses WLAN sogar mit Hochgeschwindigkeit?

WLAN gibt es hier schon immer. Als das Haus noch von einer anderen Hotelgesellschaft betrieben wurde (bis zum 31.05.13), war das WLAN kostenpflichtig und teuer. Bei Radisson Blu ist es kostenfrei und zwar für alle Gäste, ob im Restaurant, Zimmer oder Atrium. Wir haben uns eine neue Leitung mit 150 Mbit/s angeschafft, so dass wir damit den Standard sogar übererfüllen.

Das ist die Gegenwart und die Zukunft, viele Gäste kommen mittlerweile mit mehreren Geräten und nutzen diese auch gleichzeitig: Handy, Tablet und Laptop. Wenn dann noch eine Tagung mit 300 Teilnehmern im Hause stattfindet, ist schnelles wie auch kostenloses WLAN Pflicht.

Es gibt ja immer wieder aufflammende Diskussionen um Minibars. Kosten zu viel Energie, sind zu personalintensiv. Wie ist da Ihre Position?

Wir haben in der Lobby eine Grab & Go-Station, der sehr gut angenommen wird. Die Minibars haben wir trotzdem in den Zimmern gelassen, damit unsere Gäste diese für ihre Lebensmittel nutzen können. Im Zimmerpreis sind bei uns immer zwei Flaschen Wasser inkludiert.

Der Trend geht aber ganz klar zur Abschaffung der Minibar. Für den Gast sind die Getränke in vielen Häusern oft überteuert und nicht selten gibt es an der Rezeption Ärger, weil entweder der Verbrauch beim Check-Out nicht angegeben wird oder der Vorgänger Leitungswasser in die Bierflasche eingefüllt hat. Es wird noch ein wenig dauern, aber früher oder später werden Minibars keine große Rolle mehr spielen.

Ihr Hotel hat Zimmerpreise ab 107,00 €. Inwieweit können Sie diese Preise in Bremen, das insgesamt eine Auslastungsrate von 46 % hat, durchsetzen?

Wir haben eine Auslastung um die 70 % und stehen damit gut da. Natürlich merken auch wir den Preisdruck, immerhin sind in den letzten 10 Jahren in unserer Hansestadt über 3.600 neue Hotelzimmer hinzugekommen. Zudem haben viele Häuser nachgerüstet und renoviert. Von daher wird der Kuchen trotz stetig steigender Übernachtungszahlen natürlich nicht größer. Trotzdem können wir unsere Preise ganz gut durchsetzen.

Das Radisson Blu Hotel, Bremen ist sehr konsequent im Beantworten von Gästemeinungen via TripAdvisor oder HolidayCheck. Das scheint Ihnen im Gegensatz zu manch anderen Hotels wichtig zu sein?

Ja, natürlich. Wir arbeiten mit Revinate, um stets einen Überblick über sämtliche online Posts, Kommentare und Bewertungen über unser Haus zu bekommen. Im Hause kümmert sich hauptsächlich der Commercial Manager um die Beantwortung der Bewertungen.

Das ist uns sehr wichtig, denn man kennt das von sich selbst: Man fährt z. B. privat in eine Stadt, sucht ein Hotel und schaut dann zuerst auf die Bewertungen. Ich bin da persönlich vor langer Zeit mal böse reingefallen. Hätte ich vorher die Bewertungen des Hotels gelesen, wäre ich dort nicht eingekehrt. Das passiert mir heute nicht mehr.

Noch ein Wort zu den Bewertungsportalen: Diese sind grundsätzlich prima, auch wir lieben Feedback und sind absolut kritikfähig. Manche Portale sind Partner der Hotels, aber trotzdem muss ich kritisch anmerken, dass die Meinung einzelner Gäste im Zweifelsfalle über die des Hotelpartners gestellt wird.

Auch wir hatten schon Fälle, bei denen ein Gast Extraleistungen wie eine kostenfreie Übernachtung herausschlagen wollte und mit einer negativen Bewertung drohte. Nimmt man dann Kontakt zu den Portalen auf um darauf aufmerksam zu machen, wird die negative Bewertung trotz glaubhafter Gegendarstellung nicht gelöscht. Da fragt man sich dann schon, was das dann für eine Partnerschaft ist.

Gewinnen Sie Gäste zurück, wenn Sie auf deren negative Kritik eingegangen sind?

Das kommt öfter vor. Es ist sehr zeitintensiv und man muss sich als General Manager schon persönlich involvieren. Aber wenn der Gast aufgezeigt bekommt, dass wir uns als Hotel ehrlich um ihn und die Beseitigung des Problems kümmern, kann man ihn sogar dauerhaft zurückgewinnen.

Inwieweit sind denn die Beschwerden berechtigt?

Die sind mehrheitlich schon in Ordnung. In einem Hotel arbeiten nun mal Menschen und die machen bekanntlich Fehler. Abgesehen davon könnten manche Fehler während des Aufenthalts beseitigt werden, wenn uns der Gast sofort Bescheid geben würde. Dann müsste er dies nicht erst auf einem Bewertungsportal kundtun. Und an manchen Dingen kann man, z.B. aus baulichen Gründen, nun mal nichts ändern.

Stichwort Fachkräftemangel: Was tut das Radisson Blu Hotel, Bremen um den Nachwuchs zu fordern wie auch zu fördern?

Unseren 18 Azubis bieten wir eine Menge. Neben mehrstündigen Trainings, Knigge- Kursen, kurzen Trainings on the Job und interaktiven AZUBI Meetings führen wir jährlich eine Azubifahrt in andere Radisson Blu Hotels wie Köln oder Dortmund durch und die zwei Jahrgangsbesten dürfen eine sogenannte Weinreise machen oder sind im Austausch in anderen Städten Europas. Dadurch haben wir eine Abbrecherquote gen null. Das alles kostet uns als Ausbildungsbetrieb sehr viel Zeit, aber es lohnt sich für beide Seiten!

Überhaupt muss man sich die Zeit nehmen, will man hier den heutigen Herausforderungen als Ausbilder gerecht werden. Wir merken zum Beispiel, dass beim Nachwuchs die kognitiven Fähigkeiten immer mehr fehlen. Aufgrund von fortschreitender Technologie wie Smartphone etc. sind viele schlichtweg nicht mehr in der Lage, ein gutes persönliches Gespräch zu führen und gut zuzuhören. Da bekommen mit unserer starken Marke „Radisson Blu” und als Innenstadthotel einer größeren Stadt noch meistens die 'besseren' Bewerber, während es in den ländlichen Gegenden teils schlecht aussieht. Und dies wird in den kommenden Jahren eines unser größten Themen bleiben.

Daher arbeiten wir in Sachen Rekrutierung mit der Agentur 'Talentscout' zusammen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, junge Leute an Berufsfelder heranzuführen. Dort kann man sich als Firma, aber auch als Schulabgänger präsentieren. Diese geben Ihre Hobbys und Fähigkeiten an, machen einen Test und dann wird ihnen mitgeteilt, wohin die Reise beruflich gehen könnte. So kommen wir als Radisson Blu Hotel, Bremen zu Auszubildenden, die sich nie vorstellen konnten, in einem Hotel zu arbeiten, jetzt aber mit Feuer und Flamme dabei sind.

Zu Frank Rücker selbst: Sie waren in Istanbul und Breslau jeweils in einem Dorint tätig. Ist es noch einmal ein Ziel, im Ausland zu arbeiten?

Man weiß nie, was im Leben passiert, aber grundsätzlich bin ich gerne in Deutschland, ich liebe den Norden und die deutsche Sprache. Ich bin hier zu Hause und das Wetter war auch in Istanbul nicht immer schön. Gerade wenn man auch mal woanders war, weiß man hier viele Dinge ganz anders zu schätzen.

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Tags: Radisson Blue Hotel Bremen, Hotel Radisson Blu Bremen Germany, Minibar Kosten

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